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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Mensch der Postmoderne
Eingestellt am 18. 05. 2006 22:02


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MCKenny
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2002

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Mensch der Postmoderne
(Allen Opfern der Postmoderne gewidmet, etwa 5 Milliarden)


Geburt und Tod,
so eng verflochten,
kaum zu unterscheiden voneinander,
und doch dazwischen war doch was.
Bei meisten wird die Uhrfeder schon früh aufgezogen,
dann hört man nur das Ticken.
Tick-Tack

Es bleibt nicht allzu viel Zeit.
Man muss doch an die Arbeit.
Schnell.

Das Lernen kommt zuerst,
denn Bildung ist das A und O
im Dschungel der Moderne.
Dann ist man Arzt, Jurist,
Schreiner
oder Bauarbeiter?

Sozialversicherungsnummer schnell
erfunden, drängt das erste Gehalt
ein Kredit zu nehmen,
denn das Geld ist nicht mehr da,
ist weg, und man braucht mehr.

Steuererklärung, neuer Fernseher,
Computer, One Night Stand.

Ein neues Auto, die Frau braucht
Goldschmuck?
Man braucht die Frau.
Ist doch Quatsch! Unfug!

Bloß nicht nachdenken,
denn schlimmer kommen kann's.
Die Monatsmiete schon bezahlt?
Ein Eigenheim wär’ nett, die Zulagen
machen Freude, und die Versicherung
steht - und wartet bis man stirbt.

Aber noch nicht,
hört Ihr das nicht?
Tick Tack,
noch nicht vorbei das Rennen,
wenn Dir die Zähne ausfallen,
lass die Sonne auf der Keramik
in deinem Mund lachen, dann lachst du
auch selber.
Und wenn das künstliche Gedärm
etwas eng in dir sitzt, sei nicht traurig.

Denk an die Feder
Der Mensch der Postmoderne sagt nur
Tick Tack,
und lacht.

Er wartet nur bis sein Hausarzt
zu ihm sagt:
STOP! HALT!
Machen Sie doch mal Platz!
Sie sind bereits zu alt!
Und lässt sich mumifizieren.
So kann sein Urenkel ihn anschauen
und nachdenklich meinen:
Mensch! Damals, das war ein Leben!
Lasst uns die nächste Feder aufziehn'

__________________
GRHM

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