Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
63 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Menschenmassen
Eingestellt am 08. 10. 2007 23:35


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
gueko
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2007

Werke: 21
Kommentare: 73
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um gueko eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Menschenmassen

Menschenmassen

einsam zieh ich durch die Zeit
nur manchmal rempelt mich
mal dort, mal da
die Ewigkeit

Blicke treffen sich
nur kurz
dann blick' ich weg
schau durch die Menschen durch
erkenn' sie trotzdem nicht

und wenn noch soviel geboren sind
die leben nur ihr Leben
leben nicht f├╝r mich
drum zieh ich weiter
lass hier alles liegen
denn wo der Mensch den Mensch nicht sieht
kann nie die Liebe siegen

┬ę G├╝nter Kowatschek, 2007

__________________
heute ist das morgen von gestern und das gestern von morgen - sonst habe ich keine sorgen.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


nofrank
???
Registriert: Oct 2004

Werke: 44
Kommentare: 975
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um nofrank eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

hallo gueko,

eigentlich wollte ich heute morgen nur kurz vorbeischneien und mal sehen, ob sich wer geregt hat. pl├Ąne werden halt gemacht, um sie wieder ├╝ber den haufen zu schmei├čen - an der realit├Ąt gescheitert.

so, jetzt aber:

zu deiner deutung: ja, ich verstehe, was du meinst. aber es w├Ąre sch├Ân, wenn's auch aus dem gedicht spr├Ąche, dort kann ich das so nicht lesen. abgesehen davon, brauchst du dich in der lupe auch keineswegs zu rechtfertigen, es sei denn du willst. interpretationen eigener werke sind ja immer auch nervt├Âtend und m├╝ssen in dieser ausf├╝hrlichkeit nicht immer sein. lass den leser auch in der diskussion ruhig noch eigenen spielraum.

zum titel: der ist einfach nur deskriptiv, was an sich nichts schlechtes ist, aber als poet hast du schon mehr m├Âglichkeiten damit etwas zu bewirken. bedeutungsebenen hinzuf├╝gen, leser verwirren, leser lenken etc. und immer ist die frage, wie der titel zu dem text steht und was du ausdr├╝cken willst. meine titel kommen meist als letztes, d.h. der arbeitstitel h├Ąlt sich kaum mal, weil erst unterwegs das ziel in sicht kommt.

zu den allgemeinpl├Ątzen: ich wei├č, dass es heutzutage unglaubliche mengen geschriebener worte gibt, f├╝r alle verf├╝gbar, ├╝berall, jederzeit, und ich finde das auch gut, schlie├člich schleppe ich selbst meinen poetischen ascheimer auf die datenm├╝llhalde. aber es gibt formulierungen, redewendungen, floskeln die sind zum einen aussagelos, weil offensichtlich, zum anderen unoriginell, oft weil naheliegend. beides muss nicht schlecht sein, wenn es als stilmittel benutzt wird. es sind der bewusste umgang und das eigene sprachempfinden, die als wartungsinstanz herhalten.

...und da wir uns hier ├╝ber lyrik unterhalten:
"mal dort, mal da" -ist so gefl├╝gelt, gefloskelt, wo sonst?
ebenso "drum zieh ich weiter", wohin? das bild des streunens, nicht dazugeh├Ârens istklar, aber nicht unbedingt poetisch.
"Blicke treffen sich
nur kurz
dann blick' ich weg
schau durch die Menschen durch
erkenn' sie trotzdem nicht"
ist als empfindung, gerade in anonymisierenden menschenansammlungen das normale, daher nicht sonderlich originell und h├Ąufig von anderen benutzt, abgenutzt.
"die leben nur ihr Leben" gleichfalls gefloskelt, philosophisch betrachtet, was anderes kann mensch mit seiner existenz anstellen? ist schwer genug. womit wir, deiner lesart folgend, wieder inhaltlich geworden w├Ąren und die katze sich in den schwanz bei├čt.

das letzte enn ist insofern ├╝berfl├╝ssig, weil es die zeile ├╝ber geb├╝hr verl├Ąngert w├╝rde es ausgelassen, k├Ânnte der leser es (leicht) selbst erg├Ąnzen, oder aber die letzten beiden zeilen anderen sinns verkn├╝pfen.

soll jetzt aber reichen, hoffentlich hilfts und kommt so an wie's gemeint ist, n├Ąmlich konstruktiv und nicht abkanzelnd.

"wir m├╝ssen uns Sisyphos als einen l├╝cklichen Menschen vorstellen" (A. Camus)





__________________
ÔÇ×Die Preisgabe der Diskretion im ├Âffentlichen Raum ist eine Vorstufe zum faschistischen Ordnungsdenken, sage ich." (Wilhelm Genazio "Die Liebesbl├Âdigkeit")

Bearbeiten/Löschen    


gueko
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2007

Werke: 21
Kommentare: 73
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um gueko eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
nofrank

Danke! Klar kommts an - ich brauch jetzt nur Zeit um das zu verarbeiten und Neues zu versuchen.
erstamal Danke f├╝r deine Zeit.
Sch├Ânen Gru├č
gueko

Bearbeiten/Löschen    


5 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!