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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Merci beaucoup
Eingestellt am 31. 03. 2004 14:23


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george
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Merci beaucoup

Ein sch├Âner Schlag ins Gesicht.
Der Filialleiter der Bank, ein Beau,
kaltbl├╝tig bei ├ťberziehungskrediten und ├ťberf├Ąllen,
schockiert ob der coup.

H├Ârner-Spuren der Sch├Ânen, streifenf├Ârmig,
am Rahmen der Dreht├╝r.
Dunkle Wut, bedrohlich scharrend vor der Scheibe.

ÔÇ×Mon Cherie, nie mehr, ma Belle!ÔÇť,
so sein Versprechen,
ÔÇ×Nur reiner Kakao, Milch vom violetten Euter!

Merci, beau coup!"


31.3.2004

__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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george
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Nachdem dieser Text offenbar doch zu schr├Ąg ist, eine Eigeninterpretation:

Mit den Worten
"merci beau coup" ["Gnade, sch├Âne Kuh"]
bittet der Filialleiter einer Bank die w├╝tende Kuh, die einen coup in der Bank vorhat, um Gnade. Ein sch├Âner Schlag [un beau coup] f├╝r ihn, wie die beh├Ârnte Sch├Âne [ma belle oder beau] so hereinst├╝rmt.

Was hatte er, der Beau, verbrochen?
Er a├č Mon Cherie, mit Schnaps gef├╝llte Schokolade, nicht etwa streifenf├Ârmiges Merci! Er, der Beau, verspricht in Zukunft den Alkohol wegzulassen und nur noch Schokolade aus Milch der Milka-Kuh mit reinem Kakao zu essen. Ma Belle, die Sch├Âne, muss nat├╝rlich so hei├čen, weil Milka-K├╝he bekanntlich eine Glocke [bell] haben. Und violett ist sie ohnehin.

Zu schr├Ąg?
__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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Jongleur
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schr├Ąglastig

Hi George,
Wort- und Sprachspiele, wo man nicht damit rechnet, gehen vielleicht nicht auf?
Ohne den wort-verdrehten Sinn verstanden zu haben, fand ichs wohl ganz witzig, wenn auch nicht klar.

Meine Lesart:
Ein Leitender Sch├Ânling der Bank, dennoch kaltbl├╝tig (was man einem Beau weniger zuordnen w├╝rde, den w├╝rde ich mir nun eher als charmant und ... weich (?) und allenfalls noch ... frauenumwerbend, l├╝stern denken) - ist schockiert ob "des Coups".
ob der coup habe ich schlicht f├╝r einen Rechtschreibfehler gehalten ...

Der Coup - ist dann in der zweiten Strophe beschrieben, eine, aus welchen Gr├╝nden auch immer, ver├Ąrgerte Frau, ist durch die Dreht├╝r gerauscht, die Wut (falsche Abbuchung? nicht ausgef├╝hrter Dauerauftrag??) l├Ąsst sie dort schon entlangschrammen, nun steht sie vorm Panzerglas des Schalters und wartet auf den Filialleiter.

Dritte Strophe in meiner Deutung ein Nonsensevers.
Zur Beruhigung fl├Âtet der Sch├Ânling dem Frauenzimmer irgendwelche S├Ątze und Schmeicheleien in die Wut. Schokolade - habe ich dabei als "S├╝├čes" = Honig ums Maul schmieren gedeutet ... gleichzeitig klingt ein "durch-den-Kakao-ziehen" mit an.

Milch aus violettem Euter - kl├Ąnge mir richtiger. Aber generell fand ich in der direkten Rede an die Frau die Anspielung auf Euter = Brust ziemlich unerkl├Ąrlich derb.

Nunja, wie gesagt, Deine Hauptpointe steht und f├Ąllt also mit dem deutsch gesprochenen und belegten "coup" = Kuh. N├Â├Â, da w├Ąre ich nicht drauf gekommen.
Mit Deinen Erkl├Ąrungen jetzt - ist's ja kunstfertig mehrfach um die Ecken gedacht. Aber, sorry, wirklich sehr kompliziert verbr├Ąmter Humor f├╝r meiner-einer ...

Jongleur



Merci, beau coup!"

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george
Routinierter Autor
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Hallo Jongleur,

danke f├╝r deinen Kommentar.

Das Strickmuster ist im Grunde ganz einfach: Falsche ├ťbersetzungen, die sich am Lautlichen orientieren, von deutschen, englischen und franz├Âsischen Begriffen. So wird eben aus "la belle", die Sch├Âne, im Englischen "the bell", die Glocke. Das passt ja auch, denn wer w├╝rde bestreiten, dass zu einer sch├Ânen (Milka-)Kuh nicht auch eine Glocke geh├Âren w├╝rde?

Dass dabei die wirkliche Bedeutung von "beaucoup", viel, schon im Franz├Âsischen (wenn auseinander geschrieben) "sch├Âner Schlag" heisst, macht es um so spannender. Und nat├╝rlich ist rein lautlich gesehen, das franz├Âsiche "le coup", der Schlag, eine "Kuh". Einen coup dreht man am liebsten ja auch in einer Bank, womit der Ort der Handlung schon festliegt. Die Handlung selbst folgt logischerweise aus der richtigen und falsch verstandenen Bedeutung der Worte "merci", "beau" "coup": Eine Kuh muss in der Bank einen coup planen. Ein Beau sollte auch beteiligt sein und dass die Kuh sch├Ân sein muss, ist auch klar.

Die Kuh bedankt sich nicht etwa, sondern jemand bittet um Gnade. Aus "merci" wird das englische "mercy" und das heisst eben Gnade. Dass "merci" auch noch eine Schokoladenmarke ist, macht's interessanter. Folglich muss zum Merci das Mon Cherie dazu. Da alle K├╝he violett sind (habe ich beim Fernsehen gelernt), muss auch das Euter violett sein. So manifestiert sich dann eben Halbbildung in Sprache, Biologie und Schokoladenmarken in Assoziationen und im Text. Fehlt nur, dass die Bank in der Schweiz liegt. Hab' ich weggelassen, daf├╝r sind die Spuren an der T├╝r so wie merci-Schokolade in der Form: streifenf├Ârmig. Das wei├č aber nur die Kuh; sie setzt die Streifen so als diskreten Hinweis.

Ergebnis, aus dem franz├Âsischen Titel "vielen Dank" ist zum Schluss des Experiments das Flehen "Gnade, sch├Âne Kuh" geworden. (Dass die Kuh eigentlich nur gemolken werden will und gar keine Rachgef├╝hle hat, wissen nat├╝rlich nur schweizer Naturburschen. Das kommt aber erst nach der Werbung.)

Merci, beautaureau.

J├╝rgen
__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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Jongleur
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;)

Jaujau, das ist ein feines Spielchen - wenn man einmal einen Schl├╝ssel in die Hand gelegt bekommen hat ...
Esperanto-Dichtelei ...

Bei den Streifen --- ist mir werbe- und TV-Spotm├Ą├čig adidas in den Sinn gekommen, eine rasante Kuh, sozusagen *grins*.
Jongleur

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Vera-Lena
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kompliziert

Lieber J├╝rgen,

das war mir doch etwas zu kompliziert. Die Kuh gleich am Anfang, Milka und Merci habe ich noch herausbekommen, aber die Streifen in der Dreht├╝r wollten sich mir nicht erschlie├čen. Bei solchen Sachen ist es zu schwierig herauszubekommen, was da so direkt steht und was verschl├╝sselt ist.

Dies nur als kleinen Tip f├╝r Deinen hoffentlich n├Ąchsten Versuch!

Ein sch├Ânes Wochenende w├╝nscht Dir von Herzen(gibt's ├╝brigens auch in lila) Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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