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Leselupe.de > Humor und Satire
Mfg, Ihre Deutsche Bahn
Eingestellt am 28. 02. 2006 18:45


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Harders
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2006

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Mfg, Ihre Deutsche Bahn

Es wurde eine Zufriedensheitsumfrage durchgeführt. Im ICE auf dem Weg nach Hause. Nicht allein, dass meine Zufriedenheit, auf die Deutsche Bahn AG angewiesen zu sein, gegen Null strebt, es werden Umfragen bezüglich der Zufriedenheit getätigt, während ich versuche im, von mir bezahlten Zug, mit einer 20 kg schweren Tasche, einen Sitzplatz zu bekommen. Der Umfragendurchführer benötigt, um die Umfrage durchzuführen zunächst meine Fahrkarte, die natürlich im Verlauf der Reise immer weiter in den unteren Bodensatzbereich der 20 kg-Tasche durchgereicht wurde. Platz gefunden, Fahrkarte gefunden. Er hält mir einen beschmierten Fragebogen vor die Nase, damit ich die, von seinen Fingern verdeckten Fragen, per Zahlencode, zwecks Wahrung der Anonymität nicht lesen und somit auch nicht beantworten kann. Da der Umfragendurchführer Zeitzeuge meines Tasche-Verstauen-Prozesses werden durfte, verwundert mich die Frage bezüglich des Ortes meines Zustieg-Bahnhofes. „Ich sitze schon seit Stunden hier im Zug und pflege in der Regel, das Abteil in 10-minütigen Abständen zu wechseln, um meine 20 kg-Tasche in Bewegung zu halten!“
Der Umfagendurchführer ist nur schwer zu verstehen, ganz abgesehen von inhaltlichen Aspekten. Seine bohrenden, statistisch irrelevanten Fragen werden immer wieder von klingelnden Handys übertönt, die mich wenigstens zu der Erkenntnis kommen lassen, dass sich wohl doch jemand von den, in der Fernsehwerbung angepriesenen Jamba-Klingeltönen verarschen lässt.
Es sitzt ein junger Mann im Abteil. Er telefoniert durchgehend (Vorteil ist hier, sein Telefon kann nicht klingen). Im Beisein seiner 7-köpfigen Familie verkauft er Handys, Autoradios und Drogen. Auf meiner Zufriedenheitsskala rangiert er Kopf an Kopf mit dem Umfragendurchführer und Adolf Hitler. Ich will nach Hause ….oder ich komme ins Geschäft mit dem jungen Mann.
Meine Reise begann in Darmstadt. Zwei Mal umsteigen. Erst mit der RB nach Mainz Hbf. Dann umst. An Gl. 3a in den IC nach Köln Hbf.. In Köln an 1605 Gl. 4, ab 1611 Gl. 5 nach BO Hbf.. Zu beachten sind bitte die Fußn. g) für RB, c) für IC und f) für ICE. Tägl. bei Preisst. A i.d.2.Kl.. ……mfg Ihre DB!!! Das Bild beeinflusst im Übrigen nicht unwesentlich den Ausgang meiner Umfrageergebnisse.
Neben mir sitzt eine hellhaarige, gut aussehende Mittzwanzigerin. Sie lächelt. Aus dem Lautsprecher ertönt eine Durchsage, die den zufriedenen Reisenden mitteilt, dass der Anschlusszug in Duisburg nach Amsterdam nicht erreicht werden kann. Die DB bedauert dies, die Mittzwanzigerin auch. Sie nutzt ihr, mit Jamba Klingeltönen ausgestattetes Handy um Ihren „Schatz“ in Amsterdam anzurufen:
„Dat war dat letzte Ma, dass ich mit die verfXXXXX, drecks Bahn fahr. Getz mussich 2 Stunden in scheisse Duisburg abhängen bis zum nächste Zug!“ Statistisches Ergebnis: Nicht zufrieden!
Korrigiere die Beschreibung „hellhaarig“ in „Blondine“. Hoffentlich bleibt sie in Amsterdam. Ich packe meine Sachen zusammen, da ich gleich in scheisse Bochum bin.

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freifrau von löwe
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gefällt mir gut, dein humor - wunderbar trocken.
__________________
Freifrau von Löwe

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Harders
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2006

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Danke für`s Lob. Geb mir redlich Mühe. Hatte mir zunächst überlegt, ob ich den Text vielleicht doch eher als Tatsachenbericht einstellen sollte ;-)
Fahre morgen wieder los...mal sehen, was es anschlieĂźend zu berichten gibt.

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
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Und gleich die Gegenposition, lieber Harders.

Ich freu mich zwar auch immer über Lob, aber Humor ist ein viel zu ernstes Thema, als dass man hier auf eine Kritik einfach verzichten könnte :o)

Zuerst möchte ich Dir gerne dabei behilflich sein, ein Missverständnis aufzuklären.

Das hier:
„Ich sitze schon seit Stunden hier im Zug und pflege in der Regel, das Abteil in 10-minütigen Abständen zu wechseln, um meine 20 kg-Tasche in Bewegung zu halten!“

ist kein Humor, sonder einfacher, schlichter Zynismus. Hat was fĂĽr sich, hat aber mit Humor nichts zu tun.

Das da:
Seine bohrenden, statistisch irrelevanten Fragen werden immer wieder von klingelnden Handys übertönt, die mich wenigstens zu der Erkenntnis kommen lassen, dass sich wohl doch jemand von den, in der Fernsehwerbung angepriesenen Jamba-Klingeltönen verarschen lässt.

ist zunächst eine gewagte fachliche Kritik, die man ernsthaft nur dann äußern sollte, wenn man von statistischen Erhebungen wirklich was versteht, gefolgt von einer sanft überheblichen Bemerkung über Durchschnittshandybenutzer. Wieder kein Humor dabei.

Weiter gehts:
Auf meiner Zufriedenheitsskala rangiert er [... der durchgehend telefonierende junge Mann...] Kopf an Kopf mit dem UmfragendurchfĂĽhrer und Adolf Hitler

Einen Vergleich von irgend wem oder was mit Adolf Hitler bemüht man wohl dann, wenn einem sonst wirklich überhaupt gar nichts mehr einfällt. Also fantasie- und humorlos.

Also kurz und gut.
Fazit: nix gefunden humormäßig, mit zwei Ausnahmen, die ich gerechtigkeitsmäßig zugeben will. Es handelt sich dabei um
1. die wörtliche Rede der Mittzwanzigerin und
2. den Schlussatz.

Grad nochmal GlĂĽck gehabt.

Aber meine Bitte an Dich wäre, lieber Harders, über meine Kritik ein bisschen nachzudenken. Sie ist in Wirklichkeit nicht böse gemeint und will Dir nur u.a. den Gedanken nahe legen, dass wahrer Humor immer eine gutmütige, menschenfreundliche Seite hat und sich dadurch sehr wesentlich und sehr wohltuend von einfacher Ironie und einfachem Zynismus abgrenzt oder besser: abhebt.

In diesem Sinne
gareth,

der sich natĂĽrlich auch irren kann (wenngleich das praktisch kaum vorkommt) :o) und der natĂĽrlich gerne auf die Gegenposition von Freifrau verweist.

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Harders
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2006

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Fasse das auch nicht als "böse" auf! Freue mich gar, dass es offensichtlich allzu unterschiedliche Auffassungen des Begriffes, bzw. des Verständnisses von Humor gibt. Zynismus und Ironie können ja schließlich Bestandteile des Humores sein, die der Einzelne, je nach Humorverständnis eher stärker oder schwächer in seinen persönlichen Spaßfaktor einbindet.
Kann ja auch nicht aus meiner Haut. Es warten also noch zahlose Themen, die es mit Zynismus zu zerreißen gilt...an der sich Freifrau und meine Wenigkeit die Seele schwärzen lassen können.

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