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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Minus einhalb (analytische Fortsetzung)
Eingestellt am 23. 11. 2017 09:43


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Bernd
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Bekanntlich ist 1 + 1 + 1 + ... = −1/2
Wenn Ihr das nicht wisst, hat es keinen Sinn, weiter zuzuhören.
A. Slavnov und F. Yndurain

Hier klicken (Quelle englisch)



Nimm Eins plus Eins plus Eins plus Eins plus Eins
und stets noch weiter Eins plus Eins plus Eins
und immer weiter Eins plus Eins plus Eins,
summiere weiter Eins plus eins plus eins.

Dazu noch Eins plus Eins plus Eins plus Eins
und stets noch weiter Eins plus Eins plus Eins
und immer weiter Eins plus Eins plus Eins,
summiere weiter Eins plus eins plus eins.

Und weiter Eins plus Eins plus Eins plus Eins
und stets noch weiter Eins plus Eins plus Eins
und immer weiter Eins plus Eins plus Eins,
unendlich weiter Eins plus eins plus eins.

Das ist minus einhalb, recht unerwartet,
wenn man, wie ich, mit dem Summieren startet.


__________________
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Mondnein
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Ich glaube es zu verstehen, lieber Bernd,

wenn ich mir vor den ersten Satz oder besser noch in in hinein - gleich als ersten Schritt nach dem operativen Imperativ ("Nimm!") - hinzudenke:

quote:
Nimm Null plus Eins plus Eins plus Eins plus Eins

Ein Klavier, dessen Tasten allesamt denselben Ton erklingen lassen (1). Und die linkeste Taste ist ohne Saitenanschlag (0).
Nun hau ich mit den Unterarmen alle zugleich an. Dann erklingt der Ton aller zugleich genau eine Oktave tiefer (1/2). NatĂŒrlich nur, wenn ich auch die stumme Tast mit dem Ellebogen treffe.

Oder ich gleite mit dem Zeigefinger von rechts nach links, bis zur Nulltaste. Dann konvergiert alles auf diesen eineoktavetieferen Ton.

Seufz. Diese Zeta Jones Carmina SĂ€nger sind noch schlimmere Dichter als die rumpelstelzenden Kreter, tibetischen GebetsmĂŒhlendreher und Logarithmentafelnauswendiglerner.

grusz, hansz

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sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Trainee
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quote:
Seufz. Diese Zeta Jones Carmina SĂ€nger sind noch schlimmere Dichter als die rumpelstelzenden Kreter, tibetischen GebetsmĂŒhlendreher und Logarithmentafelnauswendiglerner.

grusz, hansz

Mein Dank fĂŒr diesen zutreffenden und erhellenden Kommentar.

Und natĂŒrlich fĂŒr das Sonett, das den Zusammenhang von Mathematik und Musik auf so anschauliche Weise dokumentiert.
Zudem handelt es sich um ein Werk von eigener, strenger Ästhetik, das sich noch dazu tatsĂ€chlich experimentell daherrechnet.
Jedoch trifft auf mich ganz besonders zu:

quote:
Das ist minus einhalb, recht unerwartet,
wenn man, wie ich, mit dem Summieren startet.



Gern durchgrĂŒbelt und erleuchtet worden.
(Obwohl ich selber es viel verstÀndlicher finde, wenn 13 in Folge 4 ergibt ...)

LĂ€chelnde GrĂŒĂŸe
Trainee
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Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen / Von fern bin ich Zora, von Nahem: Sabinchen (Simone Borowiak)

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Bernd
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Vielen Dank fĂŒrs Lesen und kommentieren.

Ich habe noch den Titel geÀndert, er ist jetzt einfacher zu verstehen und mathematisch exakter.

Diese Art der Reihen sind sehr interessant fĂŒr mich, das waren sie schon in der Schule, dort wurden sie in der Abiturstufe nur kurz behandelt, Vorrang hatten die konvergenten Reihen. Dabei verhalten sich die nichtkonvergenten viel interessanter.

So ein Gedicht entwickelt sich und erfordert einiges an Feinjustierung.

Dreizehn in Folge ergibt vier, wenn man die Quersumme bildet.

---
Mit dem Klavier ist eine gute Idee.

Die erklÀrt auch, warum die Grandi-Reihe 1 - 1 + 1 - 1 + 1 - 1 + 1 + ... = 1/2 ist.

Dabei ist
(1 - 1) + (1 - 1) + (1 - 1) + ... = 0
und
1 + (- 1 + 1) + (- 1 + 1) + (- 1 + 1) + ... = 1

Also 0 = 1.

Der Durchschnitt ist 1/2, wenn man nach Cesaro summiert.

Mathe hat mir in der Schule soviel Spaß gemacht, weil es eng mit der Dichtkunst verbunden ist.

Einige der Mathematischen Dichte sind darĂŒber "verrĂŒckt" geworden. (Das sagt man aber heute nicht mehr. Es ist nicht politisch korrekt.)

Zu ihnen gehört auch Cantor, der viel Zeit in Nervensanatorien verbrachte, nachdem er mathematisch bewiesen hatte, das die Menge der ganzen Zahlen genauso groß ist, wie die der geraden oder ungeraden und der gebrochenen Zahlen, aber die Menge der reellen Zahlen grĂ¶ĂŸer ist. Und die Feststellung, dass es die Menge aller Mengen nicht gibt, gab einigen bekannten Mathematikern den Rest.

Bekanntlich stellte der englische Mathematiker Russell fest, dass es problematisch ist, wenn der Barbier derjenige ist, der alle die frisiert, die sich nicht selbst frisieren. Viel spÀter ging er zu OstermÀrschen und wurde einer der Friedensaktivisten im Kampf gegen die Atombombe.


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Mondnein
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Die drei von mir genannten Beispiele, lieber Bernd,

von Dichtungsmustern, die noch von dem Mathematikern ĂŒbertroffen werden, sind ganz gute Keimanlagen fĂŒr poetische Entwicklungen:

Den Kreter haben wir ja schon gern umgesetzt.

Die tibetische GebetsmĂŒhle - Text emanzipiert sich von Kommunikation - das wĂ€re was. Gibts da nicht ein paar Gedanken von poststrukturalistischen französischen Philosophen? Derrida? Nehm ich gleich zur Hand.

Logarithmentafel - was fĂŒr Anaphern! Übertrifft darin noch das Telephonbuch.
Nein, das ist gemein. In Wirklichkeit gehören logarithmische Reihen zum Schönen, weil sie die arithmetischen Zahlenreiche krĂŒmmen, konzentrieren, ineinanderschieben und die Operationen mehrschichtig-simultan machen. (Ich denk da an meinen Rechenschieber.)

grusz, hansz


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Bernd
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Dazu kommt noch das chinesische Zimmer ...
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