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Leselupe.de > Ungereimtes
Mir ein Leid zu tun
Eingestellt am 19. 08. 2004 18:56


Autor
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lapismont
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Mir ein Leid zu tun

Heut ist ein schöner Tag!
Ich mal mir Sorgen ins Gesicht,
versprich,
mich auszulachen,
sonst spĂŒr ich nicht,
wie fad das ist.

Die Hitze reißt
den Kiefern ihre Rinde auf.
Das Harz verklebt mir fest die HĂ€nde,
es ist was Teuflisches daran!
Die hellen Nadeln
fallen einfach so zu Boden,
bilden viele Siegeszeichen.
Welch ein Tag,
meine Sandalen
auf ihre flache Seite
fest zu setzen!

Gut, daß du nicht fragst,
ich hÀtte nein gesagt.
Nicht mit dir schlafen -
warten will ich.

Schau, die Nacht ist schwarz!

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Dorothea
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Fallende Siegeszeichen?

Hallo Lapismont,

der Text hat mir beim Durchlesen spontan sehr gut gefallen. Es stecken so viel Ideen und Bilder darin. Er bettet sich nicht in das Gipsbett eines stupenden Versschemas. Wie gesagt, alles das sehr schön. Nur verstehe ich nicht, wie fallende Kiefernnadeln Siegeszeichen sein können.
Herzlichen Sommergruß.
__________________
Dorothea Gebauer
----------------------
Sein ist mehr als Haben.

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lapismont
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Hallo Dorothea,

Kiefernnadeln fallen im Paar und sind an der Wurzel verbunden. Auf dem Boden fand ich daher viele krumme V's liegen.

dankende GrĂŒĂŸe zurĂŒck vom
lap
__________________
Kunst passiert.

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gareth
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Liebe Dorothea,

zufÀllig kam ich hier des Wegs und las deine Frage, oder besser Feststellung:

Nur verstehe ich nicht, wie fallende Kiefernnadeln Siegeszeichen sein können

manchmal, Dorothea, geschieht es uns wohl allen, dass wir einen Text weniger aufmerksam lesen. In diesem Fall ist es so, dass gar nicht gesagt ist, die Nadeln wĂŒrden das Siegeszeichen 'fallend', also wĂ€hrend sie noch im Fallen begriffen sind, bilden, sondern es ist gesagt:

Die hellen Nadeln
fallen einfach so zu Boden,
bilden viele Siegeszeichen.

Die hellen Nadeln fallen also einfach so zu Boden und bilden dann*) viele Siegeszeichen. So gelesen kannst du das schöne Bild sicher annehmen :o)

*) erltd. Einfg. d. d. Komm.

Es grĂŒĂŸt
gareth

p.s. lapismont hat seine Antwort praktisch gleichzeitig geschrieben und ich hab was ĂŒber Kiefernnadeln gelernt :o)

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

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lieber lap,

in "dazwischen" und "im plan " illusioniert
das lyrische ich seine handlungsvollmacht
ĂŒber das eigene subjekt.
es glaubt die fÀden in der hand zu haben
und ist in realitÀt doch hilflos.

in diesem text hat dein "subjekt"
seine herrschaft ĂŒber sich selbst in der hand.
ich staune ĂŒber die prĂ€zision der poetischen bilder
und den scheinbar gebrochenen rythmus in diesem text.
den meister hÀtte es sicher gefreut.
und an ihn sei auch in diesem zusammenhang erinnert.
kommen doch seine texte ebenso unspektakulÀr daher,
wie die deinen.

meint

montgelas



Georg Trakl

Hinter Grodek
treibt der Abend seine Hunde
ĂŒber die Weide,
kein Löschblatt saugt die Schwermut
dieser Stunde auf.

SpÀter,
im Gehölz der Nacht,
hier schnitt uns der Schrei
den Mantel in StĂŒcke,
begegnete er dem Engel,
verkleidet,
schwarz.

Bruder,
du musst die Toten
in deinem eigenen Leben
begraben.

Schwesternwort,
lesbar,
wenn der Dezemberwind kommt.

(Hanns Cibulka) gest. am 20. juni 2004


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presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

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Hallo lapismont,

dein Gedicht dringt bereits beim ersten Lesen unglaublich tief in den Leser hinein, doch ich glube, man muss es wirklich oft Lesen und ĂŒberdenken, um alle Bilder aufzuschlĂŒsseln...

...soweit bin ich noch nicht...

...doch von der Stimmung her drĂŒckt der Text fĂŒr mich diese seltsame Lethargie aus, die uns manchmal grundlos befĂ€llt, und uns dazu bringt, uns selbst und anderen unbegrĂŒndet "ein Leid zu tun".

Das lyr. Ich sieht, dass es eigentlich ein schöner Tag ist, einer von diesen Tagen, an denen man doch eigentlich "mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht", sogar die Kiefernadeln deuten in Richtung "Sieg".

Und doch ist das lyr. Ich, wie Montgelas schon sagte, handlungsunfĂ€hig, schwelgt in seiner aufgesetzten schlechten Laune, die es nur allzu gern seinem GegenĂŒber prĂ€sentiert. Und die Schuld daran gibt es dem Teufel, oder der SchwĂ€rze der Nacht - es will warten (aber worauf?), und trĂ€gt diese PassivitĂ€t fast mit Stolz.

Auch diese AtmosphĂ€re der Hitze gibt dem Ganzen etwas ermĂŒdendes, etwas... *mir fehlt ein Wort* ;-)

Hmm, ich bin froh, dass ich das gerade aufgeschrieben habe, denn nun reiht sich fĂŒr mich alles wunderbar ein. Ich hoffe, das trifft auch nur annĂ€hernd das, was du ausdrĂŒcken wolltest ;-).

Aber auch wenn nicht:
ein wirklich beeindruckender Text!

LG,
presque_rien

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