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Leselupe.de > Gereimtes
Mir graut vor nichts
Eingestellt am 29. 05. 2009 12:59


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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Mir graut vor nichts


Es klatscht der Mohn mir ins Gesicht.
Die Sonne hält, was sie verspricht,
Und brennt ein Loch mir in den Pelz.
Der Amsel, die laut pfeift, gefällt’s.

Der Türkenmohn prallt feuerrot.
Ich denke nichts, das Hirn wie tot,
Und fahre Kreise um die Bäume.
Als ich das Gras beiseite räume,

Erahne ich, was Wüste heißt:
Die Stirne, die sich rasch verschweißt,
Erleuchtung trifft durch Sonnenstrahlen,
In denen sich die andern aalen.

Das Mähen ist mein Lieblingsjob:
Man fräst sich durch sein Biotop,
Verflucht die Büsche, die drin sitzen,
Gerät ins Grübeln und ins Schwitzen.

Der Grind ist dumpf, das Leben schwer,
Die Arbeit hart, die Flasche leer,
Der Rücken schmerzt, rot ist die Haut:
Wohl dem, dem nicht mal davor graut.

Das Kreiseziehn macht einen hin,
Und dem kann ich mich nicht entziehn.
Doch nach dem Mähen gibt’s ein Bier:
Bis dahin aber stirbt man schier.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 29. 05. 2009 12:59

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Ihr müsst aber ein großes Grundstück haben, geschätzter Walther ...

Allerdings muss ich mich jetzt als Treckerliebhaberin outen ... mag aber nur die kleinen knuddligen. Wenn ich einen solchen sehe, frage ich stets, ob ich `ne Runde drehen darf ... ich liebe die Teile!

Dein Gedicht ist aber auch gut.

Herzlichst
Heidrun

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presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

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Also ich find's auch gut, lieber Walther. Sehr sogar.

Wie kann man hier nur eine 4 geben? Das erschließt sich mir einfach nicht. Der Text ist formal sauber (nur Verse 4 und 13/14 könnte man vielleicht noch anprangern, wenn man kleinlich sein wollte) und sehr unterhaltsam. Einige Formulierungen sind wirklich witzig:

quote:
Und brennt ein Loch mir in den Pelz.

quote:
Die Stirne, die sich rasch verschweißt,
Erleuchtung trifft durch Sonnenstrahlen,
quote:
Das Mähen ist mein Lieblingsjob:
Man fräst sich durch sein Biotop,
Verflucht die Büsche, die drin sitzen,
quote:
Das Hirn ist dumpf, das Leben schwer,
Die Arbeit hart, die Flasche leer,
(Obwohl ich "Hirn" nur einmal verwendet hätte.. die "leere Flasche" ist aber toll als Steigerung des halbleeren Glases )

Ich kann mir das ganze Prozedere jedenfalls bildlich vorstellen, und mich dabei prächtig auf deine Kosten amüsieren .

Besonders gelungen finde ich aber, dass du wirklich sehr lebensnah dieses Alles-Doof-Gefühl schilderst, das beim Verrichten dieser Art von Arbeit aufkommen kan. Und das in Kombination mit dem Titel. Sehr schön. .

Lg presque

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Lb. presque-rien,

ed jibbt hier Personen, die ham mich lieb, richtich lieb. Da dient das Werten als Rache für Unbotmäßigkeiten. Das, ihr lieben Rachewerterchens, jeht mia aba irjentwo vorbei, wat heißt, ich mach weiter wie bisher.

Das Gedicht ist in der Tat was für Frustmäher, deren 150 qm Zierrasen von ungefähr 12 Büschen und Sträuchern durchzogen sind, von den Beeten und Wiesenblumen, die man ja stehen lassen muß, ganz zu schweigen. Das 2. "Hirn", was mir manchmal guttäte, habe ich durch dessen möglichen bzw. wahrscheinlichen Aufenthaltsort ersetzt (manchmal ist es ja woanders, wie wir wissen).

Einen Preis wollte ich damit nicht gewinnen, aber etwas zur Erheiterung beitragen. Und wenn das bei der einen oder dem anderen gelungen ist, soll mich der Rest einfach mal gern haben.

Danke Dir für Deine Ermunterung.

Lieber Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Marie-Luise Wendland
???
Registriert: Aug 2006

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Mir graut vor nichts

Hallo Walther,
presque und Heidrun haben soviele Lobesworte gefunden, die ich nicht mehr überbieten kann. Ich schließe mich denen einfach an.

Viele Grüße
Marie-Luise

__________________
Marie-Luise Wendland
Carpe diem!

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Lieber Walther,

schade dass man nachts nicht mähen darf, dann hättest Du es doch etwas kühler. Der mondbeschienene Rasen hätte eine zauberhafte Ausstrahlung und da die Gänseblümchen ihre Köpfchen geschlossen haben, würdest Du es noch nicht einmal merken, wieviele von denen Du jetzt umgenietet hast.
Ich frage mich natürlich auch, wie Du das machst, dass Du bei dem Mähgeräusch trotzdem noch die Amsel flöten hörst.

Das Bier nach getaner Arbeit würde ja auch zur Mitternacht noch auf Dich warten. Also, wie wäre es mit einer kleinen Zeitverschiebung?

Spaß beiseite, der Text ist Dir gut gelungen pfiffig und amüsant.

Liebe Grüße
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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