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Leselupe.de > Humor und Satire
Mission Delta
Eingestellt am 21. 03. 2003 23:49


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Muffin
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Mission Delta

Mir war von Anfang an klar, dass mich diese Mission bis ans Äußerste fordern wĂŒrde. Das war nicht irgendein Auftrag, es war der Auftrag. Ich durfte ihn nicht vermasseln, aber das wĂŒrde nicht vorkommen, ich war ja nicht irgendein Agent. Ich war Agent 01 und ich war der einzige, der fĂŒr diese Mission in Frage kam. 03 und 04 waren noch zu unerfahren und 02 hatte keine Zeit, also wĂ€hlte Big Daddy mich aus. Zweifellos eine gute Wahl, denn es ging um Geld, viel Geld.
Am Morgen des 18.03. um 10.15 Uhr traf ich die ersten Vorkehrungen. Ich schlich mich aus dem Haus und hinterließ als falsche FĂ€hrte einen Zettel, auf den ich schrieb: Bin auf der Sonnenbank und Schaumfestiger kaufen.
Das wĂŒrde den Feind fĂŒr eine Weile zu denken geben.
Als ich also um genau zehn Uhr achtzehn, getarnt mit einer verspiegelten Sonnenbrille in die U-Bahn stieg, war ich noch frohen Mutes diese Mission erfolgreich zu beenden. Mein Plan war idiotensicher. Selbst 04 hÀtte das nicht vermasselt.
Etwas nervöser eilte ich wenig spĂ€ter durch ein gewisses Einkaufzentrum, unterwegs zum GiV (GeschĂ€ft ihres Vertrauens). Ein Ziehen in der Magengegend zeigte mir wie nervös ich wirklich war. Was, wenn die Sache, die große Sache, nicht mehr da war? War die Sache in die Hand des Feindes gefallen, den Big Daddy immer nur die Person X nannte?
Ich pirschte mich an, robbte unter einem WĂŒhltisch durch und erreichte die gewisse Stelle. Meine Angst war natĂŒrlich unbegrĂŒndet. Da hing sie. Die geheime Sache. Ich riss sie an mich. Was ich habe, habe ich. Nun musste ich nur unbemerkt an meinen V-Mann herankommen. Ich erblickte die ViV (VerkĂ€uferin ihres Vertrauens) und hastete, von einigen KleiderstĂ€ndern verdeckt auf sie zu und drĂŒckte ihr die Sache in die Hand.
„Haben sie das Geld?“ flĂŒsterte sie.
„Ich wollte erst sicher gehen, dass sie die Sache auch haben.“ Die ViV nickte.
„Ich hinterlege sie ihnen an der Kasse, damit die GeldĂŒbergabe stattfinden kann.“
Sie riss ein kleines Zettelchen von der Sache und klebte noch schnell einen kleinen Aufkleber darauf.
„Hier.“
Ich nahm den Zettel zögernd entgegen. Konnte man dieser Frau trauen? Einer Frau voll Profitgier? Was, wenn sie die Sache einfach an jemand anderen verkaufte?
Wie auch immer, mir blieb keine Wahl. Ich holte das Geld. Ich schlich mich zur Bank, duckte mich dort hinter einen Kontoauszugsautomaten und versuchte verzweifelt mich an meine Geheimnummer zu erinnern. Wir wĂŒrden das Geld von meinem Konto abheben. Ein genialer Schachzug von Big Daddy, weil sein Konto ĂŒberwacht wurde. Wir wĂŒrden die Sache von Schwarzgeld finanzieren: Baukasse. Als der Geldautomat frei war, holte ich das Geld. Zweihundert Euro in bar.
Ich also zurĂŒck zum GiV. Ich stellte mich da in eine verdĂ€chtig aussehende Schlange.
Es war die Falsche.
Als ich schließlich die Richtige gefunden hatte, war es schon viertel nach elf. SpĂ€t, zu spĂ€t. Zu spĂ€t fĂŒr Plan Alpha. Plan Alpha sah vor, die Sache, wĂ€hrend der Abwesenheit der Zielperson, ins Haus zu schmuggeln. Die besagte Person war jetzt aber wieder zu Hause.
Plan Beta trat in Kraft. Aber Plan Beta war gefÀhrlich, sehr gefÀhrlich.
Die ViV packte mir die Sache in eine tarnfarbene P&C-TĂŒte.
Wiederum mit einer verspiegelten Brille und der tarnfarbenen TĂŒte bewaffnet, bestieg ich die U-Bahn auf dem Weg zu V-Mann II. Big Oma. Sie war zwar nicht eingeweiht, aber durchaus vertrauenswĂŒrdig. In Heißen stieg ich genau um 11.30 Uhr aus der U-Bahn.
Dies war feindliches Gebiet. Keiner weiß, wen man hier trifft. Jeder könnte ein Feind sein. Ich schlich unauffĂ€llig ĂŒber die Straße. Um nicht aufzufallen, stellte ich mich an der Bushaltestelle neben einen fremden Mann und tarnte mich als SchwarzhĂ€ndler.
„Ssssch,“ sagte ich leise. „Willst du ein A?“
„Ein A?“ rief er.
„Ssch,“ machte ich. „Ja, ein A.“
„Quatsch, was will ich mit einem A?“ schrie er.
„Ssch,“ machte ich wieder. „Ich habe auch ein B.“
Es hatte geklappt. Die Leute hielten mich fĂŒr komplett ĂŒbergeschnappt.
Halb in den VorgĂ€rten laufend, halb zwischen Autos geduckt, ging ich eine gewisse Straße hinab um zu Big Oma zu kommen. Der letzte Weg bis zur TĂŒr war der gefĂ€hrlichste. Es gab keine Deckung. Ich rannte geduckt zur TĂŒr und klingelte. Niemand machte auf. Verdammt. Auch Treten gegen das Kellerfenster, um Big Opa zu rufen, misslang.. Niemand zu Hause. Plan Beta war schief gelaufen. Es war an der Zeit Plan Delta einzurufen. Das einzige Problem war, es gab keinen Plan Delta. Ich hatte zwar noch zwei andere V-MĂ€nner, aber Little Oma konnte den Mund nicht halten und Steinbeißer Lotte war arbeiten. Es war etwas anderes angesagt: Panik.
Aber Ruhe. Ich bin Profi. Vielleicht ist Big Oma nur einkaufen. Ich schlich an den GeschÀften vorbei. Optiker, Schreibwarenladen, Fahrschule, nichts. Doch da! Beim BÀcker! 02! Meine Rettung. Agent 02 sah mich irritiert an. Schnell war er eingeweiht. In seinem MarschgepÀck schmuggelten wir die Sache ins Haus an der Zielperson vorbei.
Geschafft!
Ich nahm sofort telefonisch Verbindung mit Big Daddy auf.
„Mission erfolgreich, wenn auch knapp, beendet,“ sagte ich.
„Prima, Töchterchen. Mama wird sich ĂŒber die Lederjacke zum Geburtstag sicher sehr freuen.“
Sicher.


__________________
Denken ist allen erlaubt;
vielen bleibt es erspart.
(Curt Goetz)

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Michael Schmidt
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Hallo Muffin,

Wir wĂŒrden die Sache von Schwarzgeld finanzieren: Baukasse.

?

Und das Ende, tja. Ein wenig mehr Effekt, da könntest du dran arbeiten, aber sonst hat es mir echt gefallen.

Bis bald,
Michael

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Muffin
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Hallo Michael,

tja, mit dem Effekt tu ich mich immer schwer. HĂ€ttest Du einen Tipp fĂŒr mich, wie man es besser machen könnte?

Muffin
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Michael Schmidt
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Hallo muffin,

vielleicht am Ende noch ein wenig die Spannung und das Geheimnis ( agentenmĂ€ĂŸig ) aufrechterhalten und auf die Lösung hinarbeiten.

Bis bald,
Michael

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