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Leselupe.de > Kurzprosa
Mistwetter
Eingestellt am 27. 12. 2017 21:39


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StefanOhliger
AutorenanwÀrter
Registriert: Dec 2017

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Ich schaue aus dem Fenster, entscheide mich fĂŒr den dicken Pullover und die lange Regenjacke. Mein Hund möchte seinen Lieblingsplatz an der Heizung eigentlich nicht verlassen, ich rede ihm gut zu, langsam trottet er zur TĂŒr. Als ich nach dem Schirm greife, schaut er mich misstrauisch an.
Schlaues Tier.
Als ich die HaustĂŒre öffne, schaut er kurz nach oben und dreht sich sofort um, will wieder ins Haus. Sein Blick will mir suggerieren: ‚ich muss gar nicht, ich halte es locker aus bis morgen frĂŒh, ehrlich!‘ Aber es hilft alles nichts, wir gehen noch eine Runde. Widerwillig schleicht er hinterher. Statt wie sonst, jedes zweite Eck, genauestens zu beschnĂŒffeln und sich genau zu ĂŒberlegen an welcher Stelle er sein Bein hebt, markiert er jetzt ohne zu beachten, wo er ist alle paar Meter. Er lĂ€uft sozusagen auf drei Beinen.
Die Nachbarin von schrĂ€g gegenĂŒber begegnet uns mit ihrem nervigen kleinen KlĂ€ffer. Heute wird nicht geklĂ€fft, es regnet zu stark. Mein Hund drĂ€ngelt gegen meine Beine, will mit unter den Schirm. Das nĂŒtzt ihm aber nichts, der Wind ist zu stark. In Rekordzeit ist auch ein PlĂ€tzchen gefunden fĂŒr das große GeschĂ€ft. Ich fummele eine TĂŒte aus meiner Jacke und sammle auf, was aufzusammeln ist. Den Schirm klemme ich unter meinen Arm. Dabei lĂ€uft mir ein Schwall Regen mit wenig mehr als o Grad ins Genick. Fluchend knote ich die TĂŒte zu, mein Hund schaut mich an, sein Blick gibt mir zu verstehen: ‚du wolltest raus, ich kann nichts dafĂŒr‘.
Jetzt schnurstracks nach Hause, den Umweg zum nĂ€chsten MĂŒlleimer spare ich mir und werfe das SĂ€ckchen beim Nachbarn in die MĂŒlltonne. NatĂŒrlich wartet mein Mistvieh, bis er im Zimmer ist und schĂŒttelt sich erst dann. Außerdem hinterlĂ€sst er auch noch eine deutliche Spur auf dem Laminat bis zu seinem Platz an der Heizung. Als ich alles aufgewischt habe und der Hund trocken gerubbelt ist, schaue ich ein letztes Mal aus dem Fenster bevor ich den Rollladen herunterlasse, es hat aufgehört zu regnen.
Petrus ist manchmal ein richtiges 


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Wipfel
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Hi StefanOhliger, du beschreibst in deiner Kurzprosa ein alltĂ€gliches Geschehen. Gassi gehen mit einem Hund. Das Problem dabei: was man tĂ€glich lebt und kennt, will niemand lesen. Selbst wenn es dabei regnet. Handwerklich okay, doch vom Plott - und sei es nur eine Kurzprosa - zu kurz gesprungen. Lass Irgendetwas passieren. Hund beißt BrieftrĂ€ger, Herrchen verliebt sich, Baum stĂŒrzt um oder so. Reiß mich raus aus dem Regeneinerlei. Zwei SĂ€tze, die den Text verĂ€ndern.

GrĂŒĂŸe von wipfel

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StefanOhliger
AutorenanwÀrter
Registriert: Dec 2017

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Hallo Wipfel,

zuerst mal Danke fĂŒr Deine Meinung.
Ich erlebte diese Situation so Ă€hnlich und musste spĂ€ter, zusammen mit meiner Partnerin, sehr darĂŒber lachen.
Das hat mich dazu gebracht diese kleine Begebenheit zu Papier zu bringen.
Vielleicht kann nur ein Hundebesitzer darĂŒber lachen.

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aligaga
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2014

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Lass dich von dieser unqualifizierten "Kritik" nicht irremachen, o @Stefan - dass eine Miniatur rĂŒberkommen mĂŒsste wie ein Blockbuster, glauben nur SprachschwĂ€chlinge, die LĂ€rm mit Musik verwechseln.

Dein StĂŒckerl lebt von der genauen Beobachtung des Hundchens, dessen Miene und dessen Verhalten nicht vermenschlicht, sondern exakt und wohltuend artgerecht interpretiert wird. Das beherrscht nicht jeder Autor, und deshalb hat diese Impression ihre QualitĂ€t. Sie lĂ€sst uns auf vergnĂŒgliche Weise doppelt fĂŒhlen, was "Mistwetter" ist und wie es Herrn und Hund gleichermaßen fordert.

Um das zu erkennen, muss man kein Hundeliebhaber sein.

Heiter

aligaga





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Marie-Luise Wendland
???
Registriert: Aug 2006

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Hallo Stefan,
ich schließe mich dem Kommentar von @ali voll und ganz an.
Ich ging oft mit einer Freundin und deren Hund „Gassi“. Man hat wirklich das GefĂŒhl, dass die Hunde sich so „ihre Gedanken machen“.
Du hast alles so erlebt. Warum sollst du die Geschichte durch Fiktives verlÀngern?
Ich habe sie mit Schmunzeln gelesen.

Viele GrĂŒĂŸe
Marie-Luise

__________________
Marie-Luise Wendland
Carpe diem!

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Lord Nelson
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2018

Werke: 4
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Hallo StefanOhliger,

du hast eine alltĂ€gliche Episode super nett beschrieben. Man fĂŒhlt mit dir ebenso wie mit dem klugen Vierbeiner. Mich hat deine Geschichte hervorragend unterhalten.

Viele GrĂŒĂŸe
Lord Nelson

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