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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Mit dem Vorortzug nach B.
Eingestellt am 06. 05. 2004 06:05


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Herzog
???
Registriert: Apr 2004

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Mit dem Vorortzug nach B.


Der Blick auf die Bahnhofsuhr und die beruhigende Gewi√üheit: Du kannst es Dir noch anders √ľberlegen. - Es ist egal, was Du gesagt hast, mit klopfendem Herzen und Deinem Verlegenheitslachen in der Stimme: "Aber sicher, versprochen ist versprochen." Vielleicht ist das alles nur ein Spiel. Vielleicht gibt es einen Sieger und einen Verlierer. Sein Risiko, wenn Du nun doch nicht...

Der Triebwagenzug ist neu, mit so einem bist Du noch nie gefahren. Das Resedagr√ľn der Sitze pa√üt gut zu dem hellen Beige der Wandverkleidung. Dein Blick durch das Fenster f√§llt immer noch auf die Bahnhofsuhr, verfolgt den Sekundenzeiger. Seltsam, wenn er die Zw√∂lf erreicht, z√∂gert er einen Moment und bewegt sich erst weiter, nachdem der gro√üe Zeiger einen Strich vorger√ľckt ist.

Als sich der Wagen ruckfrei in Bewegung setzt, merkst Du, wie ein St√ľck Anspannung von Dir abf√§llt. Du bist auf dem Weg, aber damit ist noch nichts entschieden. Du lehnst Dich zur√ľck und schlie√üt die Augen.

"Bringen Sie viel Zeit mit", hatte er am Telefon gesagt und dann noch ein nachdr√ľckliches "Bitte" hinterhergeschickt. Eine Stimme, die ein bi√üchen heiser war wie von einer Erk√§ltung, dabei aber eigentlich viel j√ľnger, als Du von einem F√ľnfzigj√§hrigen erwartet hattest. Auch auf dem Photo wirkt er j√ľnger, obwohl er Dich so seltsam ernst und bedeutungsvoll durch seine Goldrandbrille ansieht.

Du öffnest Deine Handtasche und nimmst den Brief heraus.

Er enthält wirklich nur das Nötigste: Wie alt er ist, wie groß, und daß er allein lebt. Dann aber Sätze, die keiner von den anderen geschrieben hat: Wir werden miteinander reden und wir werden zusammen schweigen. Ich werde Dich verwöhnen, wie Du vielleicht noch niemals zuvor in Deinem Leben verwöhnt worden bist...





Du reichst dem Schaffner Deine Fahrkarte und blickst wieder in den tr√ľben Novembernachmittag hinaus. Ja, das stimmt: Verw√∂hnt worden bist Du bisher wirklich nicht. Aber damit hattest Du Dich abgefunden, schlie√ülich, was soll man nach zwanzig Jahren Ehe noch erwarten. Er hatte sein Hobby, diesen Fu√üballverein, und einerseits warst Du ja auch ganz froh, da√ü er erst nur alle zwei, drei Wochen, und dann kaum noch einmal im Monat zu Dir kam.... Das mu√üte wohl so sein. Doch dann bist Du einmal fr√ľher aus dem Gesch√§ft nach Hause gekommen, und da sa√ü er dann
mit diesem jungen Mann auf dem Ledersofa.... ‚Äď wie Schuppen fiel es dir von den Augen. - "Keine Scheidung", hatte Angelika gesagt, und wenn Dich auch der Mensch in seinem Arm, diese √§ngstlich aufgerissenen Augen, als Du nichtsahnend hineinplatztest in diese Idylle, noch bis in Deine Tr√§ume verfolgten - es war schon besser so. Da waren die Kinder und das Haus, die Nachbarn - und schlie√ülich: Er war Dir einfach nicht wichtig genug, als da√ü Du Dich h√§ttest von ihm trennen m√ľssen...

Angelika, die Gute, hatte Dir dann Verschiedenes vorgeschlagen, aber auf die Idee mit der Anzeige warst Du ganz allein gekommen. Ein bi√üchen stolz bist Du schon darauf, auch wenn der erste Bewerber sich als Kretin entpuppte: Er war verheiratet und gab das nicht zu. Au√üerdem roch er schlecht und war so angespannt, da√ü er immer nur vor sich hinstieren konnte. Du hattest ihn angelacht, wolltest Dir zun√§chst nicht eingestehen, da√ü dieses Kaffeetrinken ein Fehlschlag war. Aber er hatte keine Miene verzogen, Schwei√ü stand auf seiner Stirn, und kein Lachen kam zur√ľck. Nach einer halben Stunde schlie√ülich warst Du aufgestanden und gegangen.

Der Zug legt sich in eine leichte Rechtskurve und Du hast den Blick frei √ľber die Gleise hinweg auf den kleinen Kurort, das Thermalschwimmbad, die sanften H√ľgel, in denen Du vielleicht schon bald mit dem gro√üen Unbekannten spazieren gehst... Aber Vorsicht: Keine voreiligen Tr√§umereien. Sonst wird es wieder solch ein Reinfall wie beim erstenmal. Jedenfalls wirst Du die gelbe Rose erst einmal in der Tasche lassen. Es ist ja ganz einfach: Du steigst mit den anderen Fahrg√§sten aus, musterst ihn unauff√§llig, und wenn es sich nicht lohnt, wirst Du ein paar nette Stunden im Kurpark verbringen, einen Tee trinken, den Brief an Deine Mutter schreiben, der schon so lange f√§llig ist...

Als die T√ľren des Triebwagens sich mit leichtem Zischen √∂ffnen, z√∂gerst Du einen Moment. Eine Frau mit einer gro√üen Einkaufstasche dr√§ngt sich vorbei, und Du folgst ihr. Nat√ľrlich schl√§gt Dir das Herz bis zum Hals, aber das merkt man Dir nicht an.

Der Mann mit der gelben Rose steht neben der Abfahrtstafel.

Du siehst seine Augen auf Dich gerichtet. Und mit einemmal wird Dir ganz leicht.

Du sp√ľrst, wie Du sein L√§cheln erwiderst...




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Herzog
???
Registriert: Apr 2004

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Rechtschreibung

... sorry, etwas √ľberholt, versehentlich die "alte" Fassung erwischt...

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Cirias
Häufig gelesener Autor
Registriert: May 2004

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Hallo Herzog,
als Kurzgeschichte mag der Text ja noch funktionieren, in diesem Forum allerdings hat er wirklich nichts zu suchen. Deine Story ist so erotisch wie ein Auszug aus dem Verzeichnis deutscher Postleitzahlen. Du arbeitest zudem mit recht vielen Klischees und abgegriffenen Formulierungen("wie Schuppen von den Augen", die Goldrandbrille, die Rose und...)
Was mich aber wirklich √§rgert, ist deine nachgeschobene Erkl√§rung, was die Rechtschreibung angeht. Wie w√§re es denn dann, diese "alte Fassung" einfach mal zu √ľberarbeiten, bevor du sie den Lesern hier pr√§sentierst? Ich dachte immer, das w√§re eine Minimalforderung, was die Beziehung zwischen Autor und Leser angeht...Au√üerdem sind es so viele Rechtschreibm√§ngel (die pers√∂nliche Anrede wird z.B. in jedem Fall immer klein geschrieben), dass ich deine Entschuldigung nicht ganz ernst nehmen kann, es sei denn, du wei√üt es nicht besser. Ich schlage also vor, du √ľberarbeitest den Text oder bist du der Auffassung, der Leser m√ľsse sich erst einmal durch ein Minenfeld orthographischer und grammatischer Unzul√§nglichkeiten bewegen, um sich deiner Texte w√ľrdig zu erweisen?
Wie auch immer- ich finde den Text vom Aufbau und der sprachlichen Qualität her sogar ansprechend, bei Erotik muss es auch keinesfalls zur Sache gehen- aber wenn du ehrlich bist, können wir unter diesen Voraussetzungen rund ein Drittel der unter "Kurzgeschichte, Erzählungen, Kurzprosa" etc veröffentlichten Texte sofort in dieses Forum verschieben. Die Figuren bleiben einfach blass, vielleicht auch weil du die sehr distanzierende "du"- Form gewählt hast und wir diese Reisen zum ersten Date auch schon tausendmal beschrieben bekommen haben.
Sorry, aber wo gehobelt wird,...
Gruß, Cirias

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Herzog
???
Registriert: Apr 2004

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Schon klar, wo gehobelt wird... - aber ...

Hallo Cirias,

vielen Dank f√ľr deine Anmerkungen.

1. Was die Einordnung des Textes im ‚ÄěErotik‚Äú-Forum angeht, stimme ich dir zu. Der Text enth√§lt zwar einige erotisch eingef√§rbte Passagen, k√∂nnte aber genau so gut unter ‚ÄěKurzgeschichten‚Äú erscheinen.
2. Zur Frage der Rechtschreibung habe ich mich schon geäußert. Deine Aufgeregtheit in diesem Punkt kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber ich verspreche, mich zu bessern.
3. Zu dem mit gro√üem Anfangsbuchstaben geschriebenen ‚ÄěDu‚Äú: Bei der Kurzgeschichte handelt es sich m. E. um einen ‚Äěinneren Monolog‚Äú, so dass das Du als Anredepronomen fungiert ‚Äď was nach der alten Rechtschreibung Gro√üschreibung verlangte.
4. Die von dir kritisierte Klischeehaftigkeit mancher Wendungen erkl√§rt sich m√∂glicherweise aus dem Umstand, dass es sich bei der Heldin der Geschichte eben nicht um einen gro√üen, stets um Originalit√§t bem√ľhten Erz√§hler handelt, sondern um eine einfache Frau aus dem sogenannten Volk. Ich finde, die darf solche Wendungen denken ...

Alles Gute und freundliche Gr√ľ√üe, Herzog

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Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

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hallo,

ich denke jede Frau die sowas schon mal mitgemacht hat, kann es nachvollziehen. Es ist schlicht und einfach auf den Punkt gebracht.
Ich habe es sehr gerne gelesen und muss mich √ľber eine Goldrandbrille nicht ereifern. Allerdings ist es wohl wirklich im falschen Forum. Die Beschreibung der Vorfreude auf die sexuelle Begegnung und ihr Wunsch danach ist zwar anregender, als manche detaillierte Beschreibung, die es in diesem Forum zu lesen gibt, doch reicht es wahrscheinlich nicht aus.

Silberstreif
__________________
will man, was man muss?

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