Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92266
Momentan online:
98 Gäste und 2 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Mit der Grillzange auf Merkur.
Eingestellt am 25. 07. 2003 08:45


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 173
Kommentare: 57
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um pleistoneun eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Das einzige, was dieser Planet nicht hatte, war ein ordentlicher Supermarkt, wo man Briketts, Blutwurst und all das Zeug zum Grillen kaufen konnte. Zudem war hier das Grillen wegen akuter Brandgefahr sowieso gänzlich verboten worden und auch die vom Arzt verschriebene Diät hätte ein solches kulinarisches Desaster nicht vorgesehen; ich war nämlich auf Kur, auf viel mehr Kur (Merkur) als zuhause.

F√ľr mehr Kur wurde ich also auf den Merkur geschickt, damit sich durch die gro√üe Sonnenn√§he die Fettreserven schneller verbrennen lie√üen. Und in der Tat passierte das hier auch: man konnte dem Verbrennungsvorgang beinah zusehen, wie sie dahinschmolzen die Kalorien, das Schmalz, der Speck, die Fettigkeit. Das Aufsteigen der Hitze verursachte dieses wohlbekannte Flimmern in der Luft und so entstand ein √ľberaus zittriges Bild der Umgebung, in der ich mich seit geraumer Zeit schon aufhielt. Dieses Luftflimmern verursachte bei vielen √úbelkeit, die aber beim Ausbruch ihrerselbst durch die starke Hitze nur dampfend den Mund verlie√ü. Ich war also umgeben von flackernden Menschenbilder, denen Rauch aus dem Mund stieg. Abends, wenn die Hitze allm√§hlich nachlie√ü, sah man deutlich die Spuren der Hitzekur. Ausged√∂rrte Kurg√§ste sa√üen im Speisesaal des Hotels und stocherten in ihrem trockenen Essen, das sofort br√∂selte und radioaktiv zerfiel. Obwohl man sich besondere M√ľhe gab, staubte es beim Essen und man kontaminierte seine Nachbarn. Als Nachtisch gab¬īs immer feinen Sandkuchen.

Ich erinnere mich, dass ich mich gedanklich von diesem Horrorszenario erhob und wieder von diesem paradiesischen Supermarkt tr√§umte, mit den Briketts, der saftigen Blutwurst und all dem Zeug zum Grillen, als der Notarzt bei mir zuhause im Garten eintraf. Eine Art Bewusstlosigkeit hatte mich zu Sturz gebracht und als Liegender war ich ein willf√§hriges Opfer f√ľr den gierigen Magenabsaugschlauch des Arztes, den er mir tief in ebensolchen schob. W√§hrend die Blutwurst am Grill verbrutzelte und die Fleischzange in meiner rechten Hand rhythmisch zum W√ľrge- und Brechtakt zuckte, wusste ich noch nicht, dass ich einem der h√§ufigsten Unf√§lle des Freilandgrillens zum Opfer gefallen bin: einem akuten Bierrausch vom Fleischaufguss. Mein Magen hatte viel zu erz√§hlen an diesem sch√∂nen Sommertag auf dieser sch√∂nen Sommerwiese.
__________________
http://www.1yl.at/pleistoneun

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur√ľck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!