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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Moby Dick (gelöscht)
Eingestellt am 23. 07. 2003 23:35


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lapismont
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blaustrumpf
???
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Huhu, lapismont

Das kleine freche Mädchen tritt mich manchmal auch in die Wade.

In Sachen "Moby Dick" bin ich mit dem Rotzlöffelchen, dem reizenden, allerdings nicht ganz einer Meinung. Ich glaube nicht, dass es das langweiligste Buch im Universum ist. Aber ich hab ja auch schon ein bis drei mehr Bücher gelesen, so in der Zwischenzeit...

Vielleicht lag meine Enttäuschung in Sachen "Wal, da bläst er!" auch ein bisschen daran, dass die Übersetzung von "sperm whale" (Physeter macrocephalus) in der deutschen Fassung so prosaisch ausfällt. Viel Spaß also beim Lesen. Und wenn es sauer wird: es gibt Langweiligeres.

Als wenn das ein Trost wäre...

Schöne Grüße von blaustrumpf
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Dafür bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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lapismont
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Liebes Tagebuch,

es ist ein besonders erstaunliches Gefühl, während des Lesens einzuschlafen. Man bekommt gerade noch so mit, dass die Augen den Satz nicht mehr richtig fokussieren können und schon erwacht man, leicht irritiert und stellt fest, dass der letzte Satz völlig anders weitergeht, als man ihn im Gedächtnis hat!
Und es ergeben sich die erstaunlichsten Fortsetzungen! Manche Bücher erhalten dadurch eine besondere Tiefe.
Nun hat es aber überhaupt nichts mit dem Werk von Melville zu tun, das ich heute in der Bahn beständig mit zufallenden Augenlidern kämpfte. Ich mache dafür doch eher eine leicht ungesunde Lebensführung verantwortlich. Besonders das viel zu frühe Aufstehen und zur Arbeit springen, scheint meinem Körper zu viele Reserven zu entziehen.
Dieses Grundübel einer technisierten Verwaltungsgesellschaft wird leider besonders von den Krankenkassen nicht ernst genug genommen. Lediglich die Gewerkschaften kämpfen für eine Verkürzung der Arbeitszeit.
Allerdings finde ich den völligen Verlust der Arbeit auch nicht gut.
Dieses System befindet sich scheinbar noch in der Erprobungsphase, zumindest wissen die Beteiligten noch nicht ganz genau, wofür oder wogegen sie gerade streiten, ja nicht einmal das Warum ist ausreichend geklärt.
Wichtig erscheint mir, liebes Tagebuch, das es derartige Probleme auch schon zu Melvilles Zeiten gegeben hat.
Mit doch recht großer Befriedigung las ich seine Ausführungen zum Wirken von Ozon.
Dem kleinen Mann bläst demnach der Wind ins Gesicht, was dazu führt, das sich der hinter ihm befindliche, ja ich nenne ihn ruhig so: Bonze all die natürlichen Gerüche der preiswert Ernährten einhandelt.
Nun bin ich kein großer Freund von Unterwürfigkeit, aber Liebes Tagebuch, wir sitzen nun einmal alle im gleichen Boot.
Einen derartig aktuellen Roman hab ich tatsächlich nicht erwartet und bereits zu so früher Zeit meiner Lektüre muss ich gestehen, alles spricht dafür, das es die Erstmalige ist.
So hielt mich denn die Müdigkeit davon ab mit dem Harpunierer ins Bett zu steigen, aber ich bin mir gewiss, dass es sich ausgeruhter besser mit ihm liegen lässt. Ich werde Dir die Details natürlich nicht vorenthalten.


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lapismont
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Dritter Tag

Liebes Tagebuch,

kleine Unverlässlichkeiten säumen den langweiligen Weg des Alltags, und daher sei mir gestattet, gerade während der Abarbeitung wöchenendlicher Pflichten, meine Lektüre zu versäumen.
Jedoch gelang es mir am Freitag noch, gegen den Trend, in den öffentlichen Verkehrsmitteln wach zu bleiben und Moby Dick weiterzuverfolgen.
Wahrscheinlich lag meine gesteigerte Aufmerksamkeit aber auch nur dem besonderen Thema.
Liebes Tagebuch, es ging um Kindererziehung.
Gemeinhin stellt man sich die klassische Erziehungsmethode in uralten Seemannsfamilien doch recht neunschwänzig vor.
Nicht so die die Erfahrungen Ismaels. So wurde er recht wirksam und prügelfrei mit der Verbringung seiner Freizeit im Bett bestraft. Am längsten Tag des Jahres schmorte der kleine Übeltäter im Bett und war sich bewusst, erst in unsäglich langen 16 Stunden ans Aufstehen denken zu können.
Eine erstaunliche Idee. Das hebt die regelmäßigen Elternbriefe des Jugendamtes in den Status von Weltliteratur, eine kleine Klassikwelle der Erziehung im Schatten der antiautoritären Experimente. Nicht, liebes Tagebuch, das ich diese ablehne, sie passt nur irgendwie nicht so richtig zu meinen Kindern.
Das war natürlich nicht der ganze Tagesablauf unseres Helden. Nach der letztendlich doch recht erholsamen und zärtlichen Nacht mit Quiqueg, verlies ich ihn in einer Kirche sitzend.
Zu recht fand er eine besondere Art der Totenehrung recht ungewöhnlich. So werden den im rauen Leben um genau dieses gebrachte Angehörige auf steinernen Plaketten in goldenem Andenken bewahrt, jedem Kirchenbesucher ein stilles und zeitvertreibendes Gedenken. Aber den genau so Unerreichbaren, nur Fortgereisten, gedenkt man nicht.
Vielleicht ist dieses Problem ja durch die deutlich effektivere und zeitnahere Kommunikation zu jedem noch so kleinen Archipel endlich gelöst, aber es ist etwas Wahres daran, das wir den Lebenden zu selten gedenken, liebes Tagebuch, es ist ein Zeichen, mehr mails zu versenden, alte Freunde und lang vergessene Bekannte miteinander bekannt zu machen, ein weltweites Netz an Sichverstehern zu gründen.
Globalisierung ist kein ferner Ort, es ist ein Platz tief in uns allen.
In dieser heiligen Stimmung verlies ich Ismael, an der Seite des wackeren Quiqueg und stürzte mich in das Wildlife der Stadt. Aber ich werde ihm weiter zuhören und Dir davon berichten.

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blaustrumpf
???
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Hallo, lapismont

Vielleicht sollte ich doch öfters Werke aus dem Katalog der Weltliteratur begiften, auf dass sie dann auch mal wieder neu gelesen werden...

Schöne Grüße von blaustrumpf
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Dafür bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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lapismont
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Vierter Tag

Liebes Tagebuch,

es geht voran.
Nach einigen Tagen der Abstinenz durfte ich heute wieder zur Arbeit fahren und somit auch unserem Freund Ismeal eine neuerliche Gelegenheit bieten, seine Geschichte fortzusetzen.

Und es bleibt spannend.

Ismael konnte in der Kirche einer Predigt über Jona verfolgen. Hier taucht dann auch zum ersten Mal der Wal als Teil der göttlichen Gewalt auf. Nun wissen wir, wohin Melville mit seinem Wal wird hin wollen.

Sehr amüsant und in seiner kindlichen Unschuld durchaus anrührend ist die wunderbare Beschreibung, mit der Melville die Freundschaft zwischen Ismael und Quiqueg einführt.
Liebes Tagebuch, es zeigt auch sehr deutlich, wie geprägt und verfangen in der eigenen Moral man ist.
Denn wer würde das zärtliche Übereinanderlegen von Männerbeinen unterschiedlicher Besitzer heute als Zeichen von inniger Freundschaft werten, ohne zumindest Hintergedanken zu haben?
Allein mein Gedanke, das Melville vielleicht doch etwas mehr als Freundschaft beschreibt, zeigt mir doch sehr deutlich, wie wenig oder wie viel heute erlaubt ist. Denn das Akzeptieren von Homosexualität als eine Normalität bringt auch eine Sensibilisierung mit sich.
War es früher eher unwahrscheinlich bei einer männlichen Bettkameradschaft an Sex zu denken, kann ich mich gegen diesen Gedanken gar nicht wehren. Und liebes Tagebuch, ich weiß nicht, ob meine Art der Prüderie nicht sogar restriktiver ist, als die Melvilles.

Interessant auch Melvilles beginnende Abrechnung mit den Quäkern, vielleicht sogar mit jeder scheinheiligen Doppelzüngigkeit, von denen der christliche Glaube so viele geboren hat.
Gewalt gegen Menschen abzulehnen, aber den Massenmord an Walen als kapitalistische Lebensgrundlage zu wählen, das ist schon schizophren oder typisch. Hey Mensch – das bist Du!
Kein Wunder, das Melville an ein Gottesgericht denkt.

Liebes Tagebuch, ich bin überwältigt, von den grazilen Beschreibungen, mit denen Melville sowohl Schiffe, als auch Menschen beschreibt.
Ich glaube, das kleine doppelzöpfige Mädchen hat entweder zu viele dieser Ergüsse genossen, oder fand einfach überhaupt keinen Gefallen daran; es deucht mir ein wichtiger Bestandteil dieses Werkes zu sein.

Ich werde nun also mit Ismael zusammen die Lay (Anteil am Nettogewinn = Verdienst) für seine Heuer aushandeln und Dir davon berichten, liebes Tagebuch.

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