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Leselupe.de > Kurzprosa
Momentaufnahme
Eingestellt am 05. 03. 2006 20:00


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Perdita Alexan
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2006

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Momentaufnahme

In allen Notf├Ąllen Ruhe bewahren. Das Schild h├Ąngt an der T├╝r zur Notaufnahme.

Ich will doch nur Hilfe, denkt die junge Frau vor der T├╝r. Ich bin ganz ruhig. Doch wie lange noch, bis ich anfangen werde zu rufen und zu schreien und panisch um mich zu schlagen? Ich werde all dies nicht tun. Und zum Dank daf├╝r k├Ânnten sie sich nun endlich um mich k├╝mmern.

Ich bin zu m├╝de um noch zu helfen, denkt der alte Mann jenseits der T├╝r. Mein Tag war 40 Stunden lang, und ich bin ganz ruhig. Ich kann nicht mehr k├Ąmpfen und mich wehren f├╝r die anderen. Ich werde einfach nur hier sitzen und hoffen, dass heute Nacht keiner mehr kommt und nach mir fragt.

Ich leuchte Tag und Nacht, summt die Lampe ├╝ber der T├╝r zur Notaufnahme. Sie w├Ąrmt gr├╝ne Farbe und einen wei├č leuchtenden L├Ąufer. Besser Notaufnahme als Todaufnahme, sinniert die Lampe. Ich sorge 24 Stunden am Tag daf├╝r, dass sie den Weg durch die T├╝r finden. Damit Helfer und Notf├Ąlle zusammen kommen.

Ich decke alle zu, fl├╝stert die Decke. Meine raue Oberfl├Ąche gibt denen Halt, die Schmerzen und Angst erleiden. Mit meinem Schweigen bringe ich Ruhe f├╝r die Ersch├Âpften. Ich d├Ąmpfe das Licht, das die M├╝den blendet. Ich bedecke die Augen der Toten.

Momente in der Notaufnahme: vor der T├╝r oder hinter der T├╝r, licht oder dunkel. Begegnungen, die keine sind. Weil keiner sie sieht. Notmomente. Aufnahme aus Not. Momente der Not. Ein Moment in der Notaufnahme.

Und die junge Frau schreit vor Schmerzen.

Und der alte Arzt steht bei ihr mit rot ger├Ąnderten Augen.

Er deckt sie zu, bis ├╝ber das Gesicht.

Es ist beinahe still im Raum.

Nur die Lampe ├╝ber der T├╝r zur Notaufnahme summt weiter.


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xzar
Guest
Registriert: Not Yet

hallo,

eine sehr sch├Âne und interessante idee.

Mein Tag war 40 Stunden lang, und ich bin ganz ruhig.
falls die subjektive ├╝bertreibung intention war, will ich nichts sagen. allerdings hab ich den verdacht du meinst mit 40 stunden die woche und nicht den tag, zumal den anderen protagonisten (der lampe zb) solcherlei ├╝bertreibung nicht zugestanden wird.

Momente in der Notaufnahme: vor der T├╝r oder hinter der T├╝r, licht oder dunkel. Begegnungen, die keine sind. Weil keiner sie sieht. Notmomente. Aufnahme aus Not. Momente der Not. Ein Moment in der Notaufnahme.
dieser absatz gibt mir keine neuen informationen. es scheint fast wie eine zusammenfassung des gesagten, die unn├Âtig ist.

ein lob der idee, gegenst├Ąnde zu protagonisten zu machen.

lg
co

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Perdita Alexan
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2006

Werke: 4
Kommentare: 2
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Hallo xzar,

vielen Dank f├╝r Deine Zeit und Gedanken zur "Momentaufnahme".

Die ├ťbertreibung beim Arzt habe ich tats├Ąchlich so gemeint - und das ist ja auch relativ realit├Ątsnah. Die junge Frau w├╝rde nie ├╝bertreiben, sie hat genug damit zu tun, nicht die Kontrolle zu verlieren. Und eine Lampe ├╝berhaupt zu Wort kommen zu lassen ist ja auch schon ├ťbertreibung genug, oder? ;-)

Den von Dir angemerkten Abschnitt habe ich als eine Art ├ťbergang verstanden, ein Innehalten zwischen den beiden sehr extremen Tempi innerhalb der Geschichte. Du hast Recht, es ist mehr ein Kommentar, ohne Information; bringt aber meiner Meinung nach eine neue Perspektive.


Ich w├╝nsche Dir frohes Schreiben!

LG,
Perdita Alexan

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Asgar
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2006

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Gr├╝├če,

ich finde die Idee ebenfalls gut, die Geschichte kurz, aber sch├Ân.

quote:
Notmomente. Aufnahme aus Not. Momente der Not. Ein Moment in der Notaufnahme.

Gerade dieses kleine Wortspiel hat mir gut gefallen
(die Geschm├Ącker sind halt verschieden ^^)

Ich w├╝nsche weiterhin viel Spass am Schreiben, W├Ârterschmied
(ich LIEBE diese Wort XD)

mfg Asgar
__________________
"Ich wei├č nicht mit welchen Waffen der 3. Weltkrieg gef├╝hrt wird, aber der 4. wird mit St├Âcken und Steinen gef├╝hrt."- Albert Einstein

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