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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Momentaufnahmen
Eingestellt am 11. 05. 2003 19:49


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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

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Zerstreut laufe ich durch die Fu├čg├Ąngerzone und sehe die vielen Gesichter vor mir. F├╝r einen Augenblick sehen sie mich an, kurz darauf sehen sie wieder weg. Erst hier beginne ich mich zu fragen, welchem Moment ich Bedeutung schenken muss und welcher Bedeutungslos bleibt. Es sind die Gesichter, die mir zuweilen im Kopf h├Ąngen bleiben und bei denen ich mich frage, welchen Sinn sie eigentlich haben. Da sind es lachende Gesichter, dort traurige Mienen und die, deren Augen ausdruckslos in den Tag scheinen, bei denen sp├╝re ich dieses besondere Gef├╝hl in mir. Wie eine Momentaufnahme, die meinen K├Ârper elektrisiert und mich f├╝r eine ganze Weile festh├Ąlt. Ich sehe sie an und als w├Ąre ihr Leben eine Selbstverst├Ąndlichkeit, ignorieren sie die kleinen Dinge, die das Leben schm├╝cken. Ich erkenne diesen Blick und manchmal habe ich das Gef├╝hl, ihn sogar sp├╝ren zu k├Ânnen. Es ist, als h├Ątte eine Zeitlupe Bestimmung ├╝ber mein Leben erlangt. Ich sp├╝re jeden einzelnen Moment, ich sp├╝re, wie sich meine Lungen mit Luft f├╝llen und das ungew├Âhnliche Brennen darin, dass mich immer daran erinnern wird, welches Gl├╝ck ich eigentlich habe, hier zu sein.
Nach einiger Zeit f├╝hle ich mich kraftlos und bleibe stehen, halte inne und sehe die Menschentrauben, die sich durch die Fu├čg├Ąngerzone qu├Ąlen. In meinen Ohren rauscht der bet├Ąubende L├Ąrm der Unterhaltungen unter den vielen Menschen und das Klappern der Abs├Ątze bleibt trommelnd zur├╝ck. Ein brennender Schmerz legt sich mir auf die Augen, der mich fast erblinden l├Ąsst. Es ist das grelle Licht der Sonne, das meine Haut so sch├Ân zu w├Ąrmen vermochte. Meine Sinne entf├╝hren mich in einen Horror-Trip zwischen Hoffnung und Wahnsinn. Und als ich meinen Mund ├Âffnen will um laut zu schreien, bringe ich keinen Ton heraus. Pl├Âtzlich aber mache ich einen Schnitt zwischen diesen beiden verworrenen Welten, in denen ich mich verloren glaube. Ein kraftloser Schritt zur Seite in den Schatten des gro├čen Baumes erleichtert mich. Schwankend suche ich Halt an meiner Einkaufst├╝te, die mich zu Boden zieht. Und so sinnlos alles in diesem Augenblick erscheint, muss ich schmunzeln, als all die Stimmen um mich herum verstummen. Als der L├Ąrm versiegt und das grelle Licht der Sonne mich nicht mehr blenden kann. Ich sp├╝re die wiederkehrende Kraft in meinen Beinen, die wohlige Stille in meinen Ohren und das Selbstbewusstsein, das sich ├╝berall in mir verbreitet. Es ist wie eine Gratwanderung zwischen Gl├╝ck und Verderben und je ├Âfter ich nach diesem Selbstbewusstsein greife, so sehr n├Ąhere ich mich dem Abgrund, der mich zutiefst ersch├╝ttern w├╝rde.
Als die Aufmerksamkeit meiner Umwelt gegen├╝ber wieder zur├╝ckkehrt, entdecke ich mich in dieser Zwischenwelt wieder. Sprachlos mache ich einen Schritt nach vorn und sp├╝re die Zeitlosigkeit auf meiner warmen Haut. Es ist so, als st├╝nde die Zeit still. Als h├Ątten die anderen nicht mehr die Chance, den sprichw├Ârtlichen Schritt voraus zu sein.
Ver├Ąngstigt begreife ich, dass die Menschen stillstehen, einfach so. Ich f├╝rchte mich davor, einen Schritt zu machen und aufzufallen, da ich einen Fehler begehen k├Ânnte. Aufgew├╝hlt von der Tatsache, dass ich mich in einem zeitlosen Augenblick befinde, sp├╝re ich die l├Ąhmende Erscheinung in mir, allein zu sein. Der Atem der Menschen liegt in der Luft und hinterl├Ąsst einen merkw├╝rdigen Schauder auf meinem R├╝cken. Er ist weder kalt, noch l├Ąsst er mich diese Angst sp├╝ren, die mich sonst zusammenfahren l├Ąsst.
Und da ist er, dieser Blick. Ausdruckslos scheint er in die Leere zu schweifen. Es ist wie das Schwarz und das Wei├č in einem Bild, als wenn er aus der ganzen Menge zu erkennen ist, ohne wirklich lange suchen zu m├╝ssen. Es ist dieser augenscheinliche Fleck im Bild, der sofort ins Auge sticht. Dieser Moment, der alles ver├Ąndert, ohne dass du dich dagegen wehren kannst. Und genau dieser Moment nimmt dich gefangen, in eine Welt, die die seine zeigt. W├Ąhrend alle anderen Gesichter einer zwar unverst├Ąndlichen Normalit├Ąt gleichen, so ist dieser Blick eine Momentaufnahme, die dich entf├╝hren will. Wenn ich in diese Augen blicke, dann scheint es so, als k├Ânne ich die andere Seite der Welt entdecken. Und immer wieder ist es so, als sehe ich meine eigenen Augen darin. Erst dann wird mir klar, dass nicht die anderen diese ausdruckslosen Augen haben, sondern ich derjenige bin, der mit diesem Problem zu k├Ąmpfen hat. Und selbst wenn dieses Bild der stillstehenden Menschen in einer Welt der Zeitlosigkeit stattfindet, so beginne ich zu sp├╝ren, dass nicht sie diejenigen sind, die stillstehen, sondern ich. W├Ąhrend ein Ruck durch meinen K├Ârper jagt und das Rauschen des Blutes in meinem Ohren zu h├Âren ist, verschwimmt das scharfe Bild vor meinen Augen in ein schwarzes, tiefes Loch. Kurz darauf finde ich mich in einer Menge Menschen wieder, die an mir vor├╝berzieht, als w├╝rde ich nicht existieren. Erst jetzt verstehe ich, dass ich der Mittelpunkt in einer Geschichte bin, die ich mir selbst auferlegt habe. Nachsichtig trete ich aus der Menge zur Seite und beobachte die gl├╝cklichen und die weniger gl├╝cklichen Gesichter. Und als ich spontan in die Menge schaue, sehe ich es wieder, dieses Gesicht mit den ausdruckslosen Augen. Es ist nur ein kleiner Moment, den ich davon erhasche, aber mein Herz steht f├╝r diesen Moment still, als mir klar wird, dass diese ausdruckslosen Augen mir geh├Âren.
Warme Tr├Ąnen laufen mir ├╝ber die Wangen und ich versuche sie zu verbergen, in dem ich schluchzend mit meinem Unterarm quer ├╝bers Gesicht fahre. Niemand soll diese traurigen, salzigen Geburten meiner selbst erkennen. Die Zeit vergeht so schnell, ohne dass wir es wirklich wahrnehmen. Und die Menschen um uns herum sind so schnell, dass wir den Augenblick verlieren, wirklich frei zu sein. Weder sp├╝ren wir den Atem der Zeit, die Luft auf unserer Haut, die warmen Sonnenstrahlen, noch sp├╝ren wir den Sinn unseres Lebens, der uns dazu bringt, ├╝ber die Dinge im Leben nachzudenken, die uns bewegen. Menschen gehen auf Partys, trinken Alkohol um ihre schlechten Erinnerungen zu vergessen, andere versuchen ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben, in dem sie sich selbst zerst├Âren, durch Drogen oder einen Verzweiflungsakt. Ich kann von mir sagen, dass ich bereits an diesem Abgrund gestanden habe und mir die Frage stellte, mit welchem Kreuzzug mich Gott gesegnet haben mag. Ich glaube, die Antwort auf diese Frage ist, dass ich Menschen helfen muss, ihren richtigen Weg zu finden. Vielleicht schaffe ich das durch diese Worte, vielleicht aber auch nur durch das Gef├╝hl, nicht allein auf dieser Welt zu sein. Wir haben nicht viel Zeit um zu erkennen, wer wir eigentlich sind und ehe wir uns dazu aufraffen, in den Spiegel zu schauen und uns selbst zu sehen, wie die Augen langsam verblassen, ist es zu sp├Ąt. Wir alle m├Âchten gerne kleine Helden sein, wir m├Âchten das Gl├╝ck sp├╝ren, die Zufriedenheit in unseren Gesichtern sehen, aber wenn wir uns keine Gedanken dar├╝ber machen, dass auch nur ein Moment das ganze Leben ver├Ąndern kann, dann k├Ânnen wir auch nicht erwarten, dass uns die Hand des Gl├╝cks ber├╝hrt. Wir k├Ânnen lachen, wir k├Ânnen uns freuen, aber wir haben keine funkelnden Augen, da wir im innern jenes Gl├╝ck suchen, nachdem wir uns sehnen. Doch haben wir die Chance, etwas zu ├Ąndern, wenn man M├╝he und Kraft daf├╝r einsetzt, ein Ziel zu erreichen, welches man sich im Leben gesetzt hat. Es ist der Glaube an etwas, der uns Hoffnung schenkt und Vertrauen in eine Sache, die uns bewegt.

ÔÇ×Vielleicht braucht es ein ganzes Leben, um f├╝nf Minuten Gl├╝ck zu haben.ÔÇť

__________________
cu
M.

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Rote Socke
Guest
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Hallo Costner,

diesen Ausflug in die Fu├čg├Ąngerzone habe ich mit gr├Â├čter Lesebegeisterung mitgemacht.
Ich habe mir nicht einmal die M├╝he gemacht Dein Werk als Kritiker zu betrachten, sondern habe mich einfach dem Leserhythmus hingegeben, bin gerne Deinen Gedanken gefolgt. Und dieses soll Dir ein ganz dickes Lob sein!!!

Beste Gr├╝├če
Socke

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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

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:-)

Danke,
dass ist sehr nett von dir! Freue mich ganz besonders ├╝ber solche Antworten auf meine Geschichten. Es war, oder ist eine melancholische Phase in mir, die mich zu solchen Beitr├Ągen "zwingt". :-)

Liebe Gr├╝├če

__________________
cu
M.

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Klabautermann
???
Registriert: Feb 2003

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Zerstreut laufe ich durch die Fu├čg├Ąngerzone und sehe die vielen Gesichter vor mir. F├╝r einen Augenblick sehen sie mich an, kurz darauf sehen sie wieder weg.
Du verwendest oft das Wort "sehen", durch Variation wie blicken mich an, suche in Gesichtern etc. wirkt das Bild noch ein wenig lebendiger.
Erst hier beginne ich mich zu fragen, welchem Moment ich Bedeutung schenken muss und welcher Bedeutungslos anstelle dem 2. Bedeutung k├Ânntest Du "Belang" schreiben, schon ist die Wiederholung weg, der Sinn bleibt sehr gut und Abwechslung hast Du auch bleibt. Es sind die Gesichter, die mir zuweilen im Kopf h├Ąngen bleiben und bei denen ich mich frage, welchen Sinn sie eigentlich haben. Da sind es lachende Gesichter, um "Gesichter" als Wiederholung zu vermeiden und auch um ein wenig Verscheidenheit einzubringen, k├Ânntest du dort die Menschen aktiv werden lassen: lass sie lachen, traurig sein, etc. dort traurige Mienen und die, deren Augen ausdruckslos in den Tag scheinen, bei denen sp├╝re ich dieses besondere Gef├╝hl in mir. Wie eine Momentaufnahme, die meinen K├Ârper elektrisiert und mich f├╝r eine ganze Weile festh├Ąlt. Ich sehe sie an und als w├Ąre ihr Leben eine Selbstverst├Ąndlichkeit, ignorieren sie die kleinen Dinge, die das Leben schm├╝cken, ihm Farbe geben. Ich erkenne diesen Blick und manchmal habe ich das Gef├╝hl, ihn sogar sp├╝ren zu k├Ânnen. Es ist, als h├Ątte eine Zeitlupe Bestimmung ├╝ber mein Leben erlangt. Ich sp├╝re jeden einzelnen Moment, ich sp├╝re, wie sich meine Lungen mit Luft f├╝llen und das ungew├Âhnliche Brennen darin, das mich immer daran erinnern wird, welches Gl├╝ck ich eigentlich habe, hier zu sein. sch├Ân formuliert

Nach einiger Zeit f├╝hle ich mich kraftlos der ├ťbergang von Kraft und dann Kraftlosigkeit erscheint noch ein wenig abrupt. Vielleicht ein kleiner R├╝ckbezug auf die Fu├čg├Ąngerzone? und bleibe stehen, halte inne und sehe betrachte, bestaune, beobachte etc. die Menschentrauben, die sich durch die Fu├čg├Ąngerzone qu├Ąlen. In meinen Ohren rauscht der bet├Ąubende L├Ąrm der Unterhaltungen unter den vielen Menschen und das Klappern der Abs├Ątze bleibt trommelnd zur├╝ck. sch├Ân Ein brennender Schmerz legt sich mir auf die Augen, der mich fast erblinden l├Ąsst. Es ist das grelle Licht der Sonne, das meine Haut so sch├Ân zu w├Ąrmen vermochte. Meine Sinne entf├╝hren mich in einen Horror-Trip ist Horror-Trip nicht ein wenig zu stark inmitten der sch├Ânen Worte? Vielleicht f├╝hren sie Dich ein eine Traumwelt, in einen Zustand, der zwischen Realit├Ąt und Illusion nicht zu unterscheiden vermag? zwischen Hoffnung und Wahnsinn. Und als ich meinen Mund ├Âffnen will um laut zu schreien, bringe ich keinen Ton heraus. Pl├Âtzlich aber mache ich einen Schnitt zwischen diesen beiden verworrenen Welten, in denen ich mich verloren glaube. Ein kraftloser zittriger Schritt zur Seite in den Schatten des gro├čen Baumes erleichtert mich So eine Ellipse w├╝rde sich hier sehr gut machen!. Schwankend suche ich Halt an meiner Einkaufst├╝te, die mich zu Boden zieht. Und so sinnlos alles in diesem Augenblick erscheint, muss ich doch schmunzeln, als all die Stimmen um mich herum verstummen. Als der L├Ąrm versiegt und das grelle Licht der Sonne mich nicht mehr blenden kann. Ich sp├╝re die wiederkehrende Kraft in meinen Beinen, die wohlige Stille in meinen Ohren und das Selbstbewusstsein, das sich ├╝berall in mir verbreitet. Es ist wie eine Gratwanderung zwischen Gl├╝ck und Verderben und je ├Âfter ich nach diesem Selbstbewusstsein greife, , je tiefer ich mich in diese Welt fallen lasse, umso mehr n├Ąhere ich mich dem Abgrund, der mich zutiefst ersch├╝ttern w├╝rde.
Als die Aufmerksamkeit meiner Umwelt gegen├╝ber wieder zur├╝ckkehrt, entdecke ich mich in dieser Zwischenwelt wieder. Sprachlos mache ich einen Schritt nach vorn und sp├╝re die Zeitlosigkeit auf meiner warmen Haut. Es ist so, als st├╝nde die Zeit still. Als h├Ątten die anderen nicht mehr die Chance, den sprichw├Ârtlichen Schritt voraus zu sein.
Ver├Ąngstigt begreife ich, dass die Menschen stillstehen, einfach so. Ich f├╝rchte mich davor, einen Schritt zu machen und aufzufallen, da ich einen Fehler begehen k├Ânnte. Aufgew├╝hlt von der Tatsache, dass ich mich in einem zeitlosen Augenblick befinde, sp├╝re ich die l├Ąhmende Erscheinung in mir, allein zu sein. Der Atem der Menschen liegt in der Luft und hinterl├Ąsst einen merkw├╝rdigen Schauder auf meinem R├╝cken. Er ist weder kalt, noch l├Ąsst er mich diese Angst sp├╝ren, die mich sonst zusammenfahren l├Ąsst.es ist nicht so ganz klar, ob Dein Protagonist das nun so empfindet, oder ob es wirklich so aussehen soll, als st├╝nde die Zeit still. Wenn ersteres zutreffen soll, dann m├╝sstest Du vielleicht W├Ârter wie "es schien mir, ich glaubte..." verwenden
Und da ist er, dieser Blick. Ausdruckslos scheint er in die Leere zu schweifen. Es ist wie das Schwarz und das Wei├č in einem Bild, als wenn er aus der ganzen Menge zu erkennen hm, der Blick ist zu erkennen, d.h. jemand anderer sieht ihn. und dann schreibst Du, dass er, der Blick nicht lange suchen muss. Da liegt ein Grammatikalischer Bezugsfehler vor. Vielleicht noch ein klein wenig umformulieren ist, ohne wirklich lange suchen zu m├╝ssen. Es ist dieser augenscheinliche Fleck im Bild, der sofort ins Auge sticht. Dieser Moment, der alles ver├Ąndert, ohne dass du dich dagegen wehren kannst. Und genau dieser Moment nimmt dich gefangen, in eine Welt, die die seine zeigt. W├Ąhrend alle anderen Gesichter einer zwar unverst├Ąndlichen Normalit├Ąt gleichen, so ist dieser Blick eine Momentaufnahme, die dich entf├╝hren will. Bleib lieber in einer Personenperspektive, Du wechselst mal vom Ich zum Du dann wieder zum Ich. Bleib am besten beim ich. Man kann sich dennoch gut hineinversetzen Wenn ich in diese Augen blicke, dann scheint es so, als k├Ânnte ich die andere Seite der Welt entdecken. Und immer wieder ist es so, als sehe ich meine eigenen Augen darin. Erst dann wird mir klar, dass nicht die anderen diese ausdruckslosen Augen haben, sondern ich derjenige bin, der mit diesem Problem zu k├Ąmpfen hat. Und selbst wenn dieses Bild der stillstehenden Menschen in einer Welt der Zeitlosigkeit stattfindet, so beginne ich zu sp├╝ren, dass nicht sie diejenigen sind, die stillstehen, sondern ich. W├Ąhrend ein Ruck durch meinen K├Ârper jagt und das Rauschen des Blutes in [rec]meinen Ohren zu h├Âren ist, verschwimmt das scharfe Bild vor meinen Augen in ein schwarzes, tiefes Loch. Kurz darauf finde ich mich in einer Menge Menschen wieder, die an mir vor├╝berzieht, als w├╝rde ich nicht existieren. Erst jetzt verstehe ich, dass ich der Mittelpunkt in einer Geschichte bin, die ich mir selbst auferlegt habe. Nachsichtig trete ich aus der Menge zur Seite er steht doch ohnehin schon auf der Seite unter dem Baum... und beobachte die gl├╝cklichen und die weniger gl├╝cklichen Gesichter. Und als ich spontan in die Menge schaue, sehe ich es wieder, dieses Gesicht mit den ausdruckslosen Augen. Es ist nur ein kleiner Moment, den ich davon erhasche, aber mein Herz steht f├╝r diesen Moment still, als mir klar wird, dass diese ausdruckslosen Augen mir geh├Âren.
Warme Tr├Ąnen laufen mir ├╝ber die Wangen und ich versuche sie zu verbergen, in dem ich schluchzend mit meinem Unterarm quer ├╝bers Gesicht fahre. Niemand soll diese traurigen, salzigen Geburten meiner selbst erkennen. Die Zeit vergeht so schnell, ohne dass wir es wirklich wahrnehmen. Und die Menschen um uns herum sind so schnell, dass wir den Augenblick verlieren, wirklich frei zu sein. sch├Ân und treffend Weder sp├╝ren wir den Atem der Zeit, die Luft auf unserer Haut, die warmen Sonnenstrahlen, noch sp├╝ren wir den Sinn unseres Lebens, der uns dazu bringt, ├╝ber die Dinge im Leben nachzudenken, die uns bewegen. Menschen gehen auf Partys, trinken Alkohol um ihre schlechten Erinnerungen zu vergessen, andere versuchen ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben, in dem sie sich selbst zerst├Âren, durch Drogen oder einen Verzweiflungsakt. Ich kann von mir sagen, dass ich bereits an diesem Abgrund gestanden habe und mir die Frage stellte, mit welchem Kreuzzug mich Gott gesegnet haben mag. Damit kommst du nun in einen ganz anderen Gedankengang. Die Tatsache, dass Menschen Alkohol trinken, etc. klingt hier ziemlich allgemein und passt so gar nicht zu Deinen viel tiefgr├╝ndigeren Aussagen vorher. W├╝rde ich evtl. wirklich weglassen, nicht, weil es nicht stimmt, sondern weil es in diesen Text vielleicht nicht so passt. Ich glaube, die Antwort auf diese Frage ist, dass ich Menschen helfen muss, ihren richtigen Weg zu finden. Vielleicht schaffe ich das durch diese Worte, vielleicht aber auch nur durch das Gef├╝hl, nicht allein auf dieser Welt zu sein. Wir haben nicht viel Zeit um zu erkennen, wer wir eigentlich sind und ehe wir uns dazu aufraffen, in den Spiegel zu schauen und uns selbst zu sehen entdecken, wie die Augen langsam verblassen, ist es zu sp├Ąt. Wir alle m├Âchten gerne kleine Helden sein, wir m├Âchten das Gl├╝ck sp├╝ren, die Zufriedenheit in unseren Gesichtern sehen, aber wenn wir uns keine Gedanken dar├╝ber machen, dass auch nur ein Moment das ganze Leben ver├Ąndern kann, dann k├Ânnen wir auch nicht erwarten, dass uns die Hand des Gl├╝cks ber├╝hrt. Wir k├Ânnen lachen, wir k├Ânnen uns freuen, aber wir haben keine funkelnden Augen, da wir im Innern jenes Gl├╝ck suchen, nachdem wir uns sehnen. Doch haben wir die Chance, etwas zu ├Ąndern, wenn man M├╝he und Kraft daf├╝r einsetzt, ein Ziel zu erreichen, welches man sich im Leben gesetzt hat. Es ist der Glaube an etwas, der uns Hoffnung schenkt und Vertrauen in eine Sache, die uns bewegt.

Hallo Costner, Du verwendest in Deinem Text wirklich interessante Weisheiten. Manches Mal kannst Du sprachlich noch Passagen ausbauen. Vielleicht auch beim Inhalt ein wenig darauf achten, dass Du nicht abschweifst, d.h. von einem Gedankengang in den n├Ąchsten kommst. Oftmals f├Ąllt es dann nicht mehr so ganz leicht, die "Kurve" zu bekommen. Versteh meine Anmerkungen nur als Hilfestellung, als Vorschl├Ąge meinerseits.

liebe Gr├╝├če
vom
Klabautermann

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Rote Socke
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Registriert: Not Yet

Hallo Costner,

ich will nat├╝rlich trotz meiner positiven Kritik, die Vorschl├Ąge von Klabauti unterst├╝tzen. Da solltest Du Dir wirklich ein paar Gedanken dar├╝ber machen.
Wie gesagt, ich lie├č mich gerne entf├╝hren und da kam es mir auf die Form nicht so sehr an. Aber wichtig ist sie dennoch.

├ťbrigens, ich finde auch. Melancholische Phasen sind des Schreibers Sch├Âpferkraft.

Gruss
Socke

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Costner
Schriftsteller-Lehrling
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Wow!

Danke! Du bist mir wirklich eine Inspiration. Ich habe deine Vorschl├Ąge zur Kenntnis genommen und werde daran arbeiten. Ich habe schon oft Leute gehabt, die wirklich kleinlich waren und vor sowas hatte ich eigentlich auch meine Bef├╝rchtungen, hier wieder zu ver├Âffentlichen, aber das gibt mir auf jeden Fall den Mut, den ich brauche, um weiter zu schreiben! Danke nochmals.

Viele Gr├╝├če

__________________
cu
M.

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