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Leselupe.de > Ungereimtes
Mondmilch
Eingestellt am 03. 04. 2006 19:56


Autor
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Perry
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Mondmilch


Vor allem nachts
wenn er nicht schlafen kann
immergleiche Fragen
aus dem Lichtkegel schie├čen
sich in sein Gehirn brennen
wie die Striemen auf dem R├╝cken

Dabei hat er l├Ąngst alles gesagt
was er wusste, glaubte zu wissen
der Lohn war nur Schweigen
tagelange Einzelhaft
Wie viel Stille ertr├Ągt ein Geist
bevor er ver├Âdet

Vor allem nachts
wenn er keinen Liegeplatz findet
mit geschlossenen Augen
den Mond bittet sein Freund zu sein
trinkt er in vollen Z├╝gen
das bleiche Licht des Vergessens


2. Fassung:

Mondmilch


Vor allem nachts ...

wenn die immergleichen Fragen
font├Ąnengleich aus dem Lichtkegel
der Verh├Ârlampe schie├čen
sich als Lavatr├Ąnen
ihre Spur talw├Ąrts brennen
er sogar das Echo verr├Ąt
nur um Ruhe zu finden

wenn die Ungewissheit
das sp├Ąrliche Gr├╝n
auf den Nordh├Ąngen abweidet
bis zur Wurzel
nur spitzer Fels bleibt
auf dem er barfuss
zum Morgen humpelt

wenn er wieder und wieder aufschreckt
den Mond ├╝ber fremden Bergen
bittet sein Freund zu sein
er in vollen Z├╝gen
sein bleiches Licht trinkt
nur um einmal noch
Muttern├Ąhe zu sp├╝ren

fehlt ihm ihre Hand

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Joneda
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amnestie

Guten Morgen Perry,

meine erster Gedanke, ein Folteropfer.
Ein sehr intensiver Text. Grausam.

LG Joneda
__________________
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Perry
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Hallo Joneda,
Folter ob k├Ârperlich oder geistig ist leider immer noch in vielen Gef├Ąngnissen zu finden. Ich habe versucht mich lyrisch mit dieser Unmenschlichkeit und dem Leid der Betroffenen auseinander zu setzen.
Danke f├╝rs Lesen und LG
Manfred

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Prosaiker
Guest
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die mondmilch ist sehr gelungen, erinnert nat├╝rlich sofort an celans schwarze milch.
der rest ist absolut nichts, was dem thema gerecht wird.
eine viel zu schwache sprache, die gemeinpl├Ątze beisammen h├Ąlt. der text schockiert mich nicht. weder sein inhalt, noch seine aufmachung erreichen mich. viel zu brav, viel zu bieder. w├╝rdest du den leser wenigstens mit zynismus o.├Ą. provozieren - nichts dergleichen.
es tut mir leid, aber das liest sich f├╝r mich wie: "jetzt hab ich wenigstens auch mal was zum thema folter geschrieben!"
ich m├Âchte dir nicht deine intention und deinen guten willen absprechen.
das in ein gedicht zu packen ist jedoch, meiner meinung nach, misslungen.
viele gr├╝├če,
Prosa.

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Joneda
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Betroffenheit

Guten Abend Prosaiker,

es braucht nicht immer aufgeschnittene Leichen, deren Blut noch frisch ├╝ber die wei├čen Bl├Ątter rinnt.
Betroffenheit entsteht so oft aus Unerwartetheit.
Wer vermutet hinter Mondmilch so ein Bild?
Gerade das ruhige,"normal", Beschreibende schockt, macht aus dem Allt├Ąglichen des Opfers einen Teil unseres Alltags.
LG Joneda
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Perry
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Hallo Prosaiker,
danke f├╝r deine offene Meinung, die mir allerdings nicht wirklich weiterhilft, denn Zynismus d├╝rfte bei diesem Thema wohl fehl am Platz sein. Die Mondmilch umschreibt die einzige Hoffung des Gefangenen, die er in vollen Z├╝gen trinkt, die aber bleich ist wie das Licht des Mondes und keine W├Ąrme spendet.
Paul Celans "schwarze Milch er Fr├╝he" ist meiner Meinung nach viel elementarer angesetzt und dr├╝ckt die direkte Todesn├Ąhe aus. Mir geht es mehr um die Verweigerung von Grundrechten.
Tut mir leid, dass ich dir keinen "Schocker" bieten konnte, war auch nicht meine Intention.
LG
Manfred

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