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Leselupe.de > Kindergeschichten
Mondriesel
Eingestellt am 29. 06. 2003 21:34


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Petra
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Registriert: Dec 2000

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Mondriesel

An einem der Mondh├Ârner, am unteren, wenn man es genau betrachtet, war eine Schaukel angebracht, nicht allzu gro├č, auch nicht sehr tief reichte sie, aber ein ge├╝bter Seher konnte sie mit blo├čem Auge erkennen vom Erdplaneten aus, sofern er sich einige M├╝he gab. Er musste sich allerdings schon sehr anstrengen, vielleicht auch den Hals ein wenig in Richtung der Sterne recken. Gl├╝cklich, wer ein Fernglas besa├č!
Auf diese Schaukel nun also sprang mit einigem Anlauf der Mondmann hinunter in der Hoffnung, diese nicht zu verfehlen, und begann umgehend, nachdem ihm dies gegl├╝ckt war, voll Freude und sehr kraftvoll zu schaukeln. Hin und wider. Vor und zur├╝ck. Immerfort.
Doch irgendwie verhielt es sich eigent├╝mlich mit dieser doch recht ungew├Âhnlich anmutenden Schaukel, denn mit jedem neuerlichen Schwung verl├Ąngerte sich nicht nur die von ihr zur├╝ckgelegte Bahn; es verl├Ąngerten sich jedesmal auch um ein Weniges zu beiden Seiten die geflochtenen Hanfseile, mittels derer die Schaukel an den H├Ârnern des ├╝ber ihr holdselig l├Ąchelnden Mondes befestigt war. Und so sank der Mondmann denn schaukelnder Weise tief und tiefer mit jedem neu geholten Schwung hinab gen Erde. Immer mehr n├Ąherte er sich, immer genauer vermochte man ihn zu erkennen, und bei jedem Her, aber ebenso bei jedem Hin, rieselte es herab von beiden Seiten der Mondenschaukel, ein Staub wie von Diamanten und Silber, hauchfein, millionenfach, weithin vom Lichte des Mondes beschienen; langsam und in immer weitreichender schwingenden Viertelkreisen sank er, der Mondriesel, herab. Er tanzte f├Ârmlich, es drehte und wirbelte sich unaufh├Ârlich um einander und sich selbst und verteilte sich in die Finsternis der Nacht, zwischen die Sterne und legte sich nieder. Und immer mehr davon folgte nach, nichts vermochte es aufhalten - es sei denn, der Mondmann hielte nun inne mit seiner Schaukel, aber er dachte nicht im mindesten daran.
Auch die Tr├Ąume, die der Mondriesel in zarten Schweifen nach sich zog, sanken behutsam nieder und legten sich letztlich, hauchzart, samtweich, auf die Herzen der Welt und woben sie ein; sie durchdrangen - gemeinsam mit Wohlgefallen und Ruhe - die Seelen der Schlafenden, sie drangen bis tief hinein ins Innerste, Unerforschliche und erzeugten, w├Ąhrend die M├╝den fortfuhren zu schlummern, Wohlgef├╝hl und Geborgenheit.

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