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Leselupe.de > Ungereimtes
Mondsüchtig sei sie sagt die Sonne
Eingestellt am 03. 09. 2008 22:35


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ENachtigall
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Mondsüchtig sei sie sagt die Sonne


und leckt so ungeniert dem Morgen
das Grauen aus den milchigen Augen
wie ein munterer Hund das alte Fahrrad
bepinkelt das schläft an seinem Lieblingsbaum
als sei die Welt nur Leberwurst und Klingeling
und nicht diese eingefleischte Schwärze
in meinen Pupillen um die ich weiß
so wahr ich Stimmenfühler spüre
weißestes Weiß gemalt habe
um diese Wendeltreppe ins Schattenreich
zu meistern nicht hinabzustürzen
wenn ich nach Spuren deines versunkenen
verwundeten Spiegelbildes suche - da
wo kein Gott mehr ein Auge drauf hat


© Elke Nachtigall


Version vom 03. 09. 2008 22:35

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penelope
Guest
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liebe elke,

wenn ich nach Spuren deines versunkenen/verwundeten Spiegelbildes suche - da/wo kein Gott mehr ein Auge drauf hat, finde ich dein wort: eine mehr als platonische idee gewinnt in scheinbar "profanen" bildern eine lyrische ausdruckskraft ohnegleichen, eine nacktheit, die weich ist und rein, dass sie so nahe herankommt an die nacktheit des herzens, weil, die wörter, die ich lese, einfach mit herzblut geschrieben sind...

dein treuester fan...

lg penelope

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Ohrenschützer
???
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Dieser Text hat mir im Zuge der Wahl zur Leselupen-Anthologie so gut gefallen, dass ich ihn nicht nur gewählt, sondern auch gelesen habe (was die Autorin zu meiner Freude auch goutiert).

Wie heißt es so schön in irgendeiner hohen hiesigen Bewertung: Ich habe *nichts* zu meckern. Es ist ein unglaublich mitreißender Text, wie ich finde und daher empfehlenswert, sich näher damit zu befassen, weil genug Tiefe vorhanden ist, in die man eintauchen kann. Oder wie heißt es auf der Podcast-Seite:

"Ein Text, dessen Zeilen mit unsichtbaren Fäden miteinander verwoben sind und sich schlussendlich wie eine homogene Kugel vor dem geistigen Auge des Lesers zusammensetzt."

Zu hören unter
http://ohrenschuetzer.podspot.de

Applaus der Autorin! Schönen Gruß,
__________________
Der Ohrenschützer

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HerbertH
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Liebe Elke,

ich muss ein wenig Essig in den Wein gießen: Die beiden Zeilen

quote:
so wahr ich Stimmenfühler spüre
weißestes Weiß gemalt habe


fallen ein wenig ab gegen den Rest des Gedichtes, insbesondere Stimmenfühler. Davor liest es sich sehr gut, die Ideen fliessen ineinander. An dieser Stelle empfinde ich einen Bruch im Gedicht.

De gustibus ...

Ich hoffe, Dir ist recht, wenn ich meine - wohl nicht mehrheitsfähige - Meinung hier offen äußere .

Liebe Grüße

Herbert
__________________
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ENachtigall
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Lieber Herbert,

es ist mir sogar sehr recht, deine Meinung zu hören; ich schätze dich sowohl als kritischen Leser und auch findigen wie fähigen Autoren.

Ich verstehe gut, dass die genannte Stelle als sperrig empfunden wird.
Nun möchte ich aber aus verschiedenen Gründen nicht auf sie verzichten, weil sie zum Einen das erste "weiß" in eine Doppeldeutigkeit bindet, zum Anderen eine erstaunliche Entdeckung in meinem vogelnamigen Leben markiert: bis dato wußte ich nämlich nicht, dass im wahren Leben eigentlich nur die Vogelmännchen "richtig" singen (Imponier- und Balzgehabe), wogegen die Weibchen sich mehr nur piepsend verständigen. Dafür verfügen Letztere aber über die besagten Stimmenfühler, um sich aus der Sängerschar den gewünschten Gatten herauszulauschen. Sie leben also ob ihrer Unscheinbarkeit in Federkleid und Stimmvirtuosität sicherer mit deutlich geschärften Sinnen.
Was das nun mit dem Gedicht zu tun hat? Es tangiert nur periphär. Aber wie so oft ist es ein schöner Schleichweg, Dinge sichtbar/bekannt zu machen, die man außer in verrückten Gedichten/Geschichten kaum irgendwo erfahren würde.

Und was wäre eine Lyrik, ohne unsere unverkennbar persönlichen Spuren? Vermutlich eine seltsam dichte Wortkonserve.

Danke, dass du mir durch deine berechtigte Skepsis Gelegenheit gegeben hast, mich zu den Stimmenfühlern zu äußern, Herbert.
Auch wenn die Stelle dadurch natürlich nicht weniger sperrig wird, ...

Herzliche Grüße,

Elke

PS: Tatsächlich glaube ich auch an die Existenz eines adäquaten Mechanismus bei uns (sensiblen) Menschen ;-)

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HerbertH
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Liebe Elke,

_nach_ der Erklärung Deiner Gedanken zu Stimmenfühler kann ich ungefähr verstehen, warum dieser Begriff Dir wichtig ist.

Ich vermute allerdings, dass _vor_ der Erklärung die meisten gar nicht nach dem Sachverhalt, sondern nur dem lyrischen Klang nach dieses Wort gelesen und verstanden haben. Oder irre ich mich und alle außer mir wußten genau was gemeint war?

Liebe Grüße

Herbert
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ENachtigall
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Lieber Herbert,

ich gebe dir recht in allen Punkten; wahrscheinlich wissen sowas nur Ornithologen, Voglierenbesitzer und Waldemar Hammel (den ich sehr schätze).
Manche Worte sind so unbekannt, dass wir sie glatt für erfunden halten.

Liebe Grüße,

Elke

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