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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Money, Honey
Eingestellt am 02. 02. 2014 10:09


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Rhondaly DaCosta
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Money, Honey

Stefan spielt ganz gut Gitarre. Sein Gesang ist so lala.
Er ist sichtlich stolz darauf, dass er ihr dieses Lied von Roy Black vorsingen kann.
Der Song stammt wohl aus den 80er Jahren. Und das Original hat Chuck Berry gesungen; Anno `57 oder weiĂź der Geier wann.

Der kleine Pool sieht schick aus im Licht der Mittagssonne. Und der Garten ist verdammt groß. So einen großen Garten hat sie noch nie gesehen, höchstens im Fernsehen.
Na gut, hier draußen in der Eifel sind die Grundstücke natürlich noch sehr viel erschwinglicher als in den Städten.
Das Haus ist geräumig, sehr geräumig. Sie hat sechs Zimmer gezählt und ein Riesenbad mit Whirlpool. Das ist ihr beim Rundgang besonders aufgefallen.
Aber die sonstige Einrichtung ist überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Alles wirkt schon ein bisschen älter. Teilweise hat der Typ unmögliche Möbel hineingestellt. Einige Stücke sehen wirklich aus wie Gelsenkirchener Barock - grausam.
ZurĂĽck zum Pool; der Pool ist absolut Spitze. Hier kann man es im Sommer prima aushalten und sich sogar nackt sonnen. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen.
Ein paar Kilometer weiter gibt es einen Autobahnanschluss. Da ist sie ruckzuck in Köln; schließlich ist hier nicht ewig Sommer.

Stefan ist noch ganz gut in Schuss. Die Unterschenkel wirken ein wenig zu dünn. Aber viele Männer haben Storchenbeine.
Sein Haar ist schon schütter. Geföhnt wirkt es noch voll. Wenn der Wind hindurch weht, dann sieht man kahle Stellen.
Der Mann wirkt nicht direkt wampig, aber einen hervorstehenden Bauch hat er schon. Das kommt davon, dass er den ganzen Tag im BĂĽro sitzt.
Sein Transportgeschäft läuft anscheinend blendend. Er ist seit mehr als zwanzig Jahren im Geschäft. Gestern hat er sie ganz stolz in seiner Firma herumgeführt. Er beschäftigt mehr als ein Dutzend Angestellte – nur im Büro. Da muss ja etwas an Umsatz herauskommen - und an Gewinn.
Sie ĂĽberlegt. Stefan ist vierundfĂĽnfzig Jahre alt, sagt er. Er raucht, er arbeitet viel, treibt keinen Sport - wie alt wird so einer? FĂĽnfundsiebzig? Sie rechnet nach. Dann ist sie vierundvierzig.
Das geht ja noch, da kann sie noch etwas aufmachen.

Langsam, mit kreisenden Bewegungen, zieht sie ihren Slip herunter …


Version vom 02. 02. 2014 10:09

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USch
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Rhondaly,

da mußt du noch etwas Feinschliff walten lassen. Hier ein paar Vorschläge
:
Der kleine Pool sieht schick aus im Licht der Mittagssonne. Und der Garten ist verdammt groß. So einen großen Garten hat sie noch nie gesehen, höchstens im Fernsehen.
Na gut, hier draußen in der Eifel sind die Grundstücke natürlich noch sehr viel erschwinglicher als in den Städten.
Das Haus ist geräumig, sehr geräumig. Sie hat sechs Zimmer gezählt und ein Riesenbadezimmer mit Whirlpool. Das Bad ist ihr beim Rundgang besonders aufgefallen.
Aber die sonstige Einrichtung ist überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Alles wirkt schon ein bisschen älter. Teilweise hat der Typ unmögliche Möbel hineingestellt. Einige Stücke sehen wirklich aus wie Gelsenkirchener Barock - grausam.
ZurĂĽck zum Pool; der Pool ist absolut sSpitze. Hier kann man es im Sommer prima aushalten. Hier kann sie und sich sogar nackt sonnen. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen.
Ein paar Kilometer weiter gibt es einen Autobahnanschluss. Da ist sie ruckzuck in Köln; schließlich ist hier nicht ewig Sommer.

Stefan ist noch ganz gut in Schuss. Die Unterschenkel wirken ein wenig zu dünn. Aber viele Männer haben Storchenbeine.
Sein Haar ist schon schütter. Geföhnt wirkt es noch voll. Wenn der Wind hindurch wehrtweht, dann sieht man kahle Stellen.
Der Mann wirkt nicht direkt wampig, aber einen hervorstehenden Bauch hat er schon. Das kommt davon, dass er den ganzen Tag im BĂĽro sitzt.
Sein Transportgeschäft läuft anscheinend blendend. Er ist seit mehr als zwanzig Jahren im Geschäft. Gestern hat er sie ganz stolz in seiner Firma herumgeführt. Er beschäftigt mehr als ein Dutzend Angestellte – nur im Büro. Da muss ja etwas an Umsatz dabei herauskommen - und an Gewinn.

LG USch

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Rhondaly DaCosta
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Hallo Uwe,

danke für deine Vorschläge. Ich habe die meisten gleich umgesetzt. Der verdammt große Garten und das geräumige, sehr geräumige Haus haben es der Deern allerdings angetan.

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
Liebe GrĂĽĂźe. Rhondaly.

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poetix
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Hallo Rhondaly,
dein Text ist gelungen. Du nimmst einen bestimmten Typ von berechnender Frau aufs Korn. Und: getroffen. Als Pointe wäre vielleicht noch möglich, dass sie sich verrechnet, dass der Mann alles anderen Erben hinterlässt oder dass sie ihn jahrelang pflegen muss oder beides. Mir hat es gefallen.
Viele GrĂĽĂźe
poetix
__________________
lineam rectam sequere

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lilaluna
g e s p e r r t
Hobbydichter

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Hallo Rhondaly,

mit einigem Vergnügen hab ich Deinen kurzen Text gelesen; er enthält ein paar wirklich nette Gesichtspunkte – die Spinnenbeine des Protagonisten, den Gelsenkirchener Barock und die Bahnverbindung in die Metropole. Und natürlich den putzigen Versuch des Gerontos, mit der Klampfe und „Sweet Little Sixteen“ bei dem Mädel zu punkten.

Damit wären wir beim kritischen Teil angelangt. Wenn meine Rechnung stimmt, dann ist die Protagonistin zum Zeitpunkt ihrer Entblößung 23 Jahre alt. Ein Mädchen dieses Alters kennt – falls die Geschichte in diesem Jahrhundert spielen sollte – weder Herrn Höllerich noch Chuck Berry. Es würde sich in aller Regel einem Oldie wie dem beschriebenen – nur für ein nicht einsehbares Gartengrundstück, einen Whirlpool, ein „sehr geräumiges“ Haus und die allenfallsige Aussicht, mal auf eine Currywurst eingeladen zu werden – niemals so mir nichts, dir nichts hingeben. Es sei denn, sie würde „professionell“ denken.

Das tut Deine Protagonistin aber nicht. Es wird dem Leser nicht nachvollziehbar, warum das Mädchen sich mit dem Typen einlassen sollte. Ist sie von einem Gebrechen belastet, das ihr vermeintlich keine andere Wahl lässt? Ist „Stefan“ so etwas wie eine verlorengegangene und neu gesuchte Vaterfigur? Oder hat er etwas Besonderes an sich, das ihn attraktiv machen könnte? Der Geschichte fehlt der eigentliche Clou: Was bringt ein Mädchen dazu, sich in das geschilderte, immobil wie menschlich gleich dürftige Ambiente zu legen wie in einen Sarg, und zwar gleich für die nächsten 25 Jahre?

Der Titel „Money, Honey“ hängt also leider ein bisschen in der Luft. Mag sein, dass manche unattraktiven und schlecht oder gar nicht ausgebildetem Mädchen in den frühen 50ern des vorigen Jahrhunderts (oder davor) noch so dachten – heute tun sie’s im Normalfalle nicht mehr. Und wenn, dann müsste etwas ganz anderes winken als ein Spießer wie der hier vorgestellte.

Du solltest dem Leser glaubhaft machen, warum das Mädchen sich mit dem Spediteur hinlegt. Mit 23 ist man nämlich, wofern nichts Besonderes vorliegt, ziemlich romantisch veranlagt. Du hast das Potential, das Deine Geschichte enthielte, leider noch gar nicht ausgenutzt. Tu es!

Liebe GrĂĽĂźe

lilaluna

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Rhondaly DaCosta
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Hallo lilaluna,

gut getroffen! Hier sind meine Antworten:

quote:
Ein Mädchen dieses Alters kennt – falls die Geschichte in diesem Jahrhundert spielen sollte – weder Herrn Höllerich noch Chuck Berry
Er hat ihr vorher stolz von diesen Größen seiner Jugendzeit erzählt. Sie kann die Geschichten dann auch nicht so recht zuordnen; daher: weiß der Geier.

quote:
… vermeintlich keine andere Wahl lässt? Ist „Stefan“ so etwas wie eine verlorengegangene und neu gesuchte Vaterfigur? Oder hat er etwas Besonderes an sich, das ihn attraktiv machen könnte?
Ja. Und nein. It`s up to you. Ich lasse in der Geschichte Spielraum. Dann kann jede/r Leser/in sich sein/ihr eigenes Bild malen.

Danke fĂĽrs Lesen und liebe GrĂĽĂźe. Rhondaly.

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