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Leselupe.de > Humor und Satire
Monolog eines Kritikers
Eingestellt am 06. 11. 2007 07:19


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Reggy
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2007

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Bitte nicht missverstehen: Dieser Text ist reinste Fiktion, spiegelt in keiner Weise meine Ansichten und ist auch keine Reaktion auf eine Kritiker. Er ist just for fun...



Hmm, was ist das denn schon wieder?
Noch ein Laie, dem der Größenwahn eingeflüstert hat, er könne schreiben. Noch einer, der zu tanzen versucht, obwohl er nicht einmal krabbeln kann. Noch einer, der meine Zeit verschwendet, die ich viel lieber damit verbringen würde, in GUTER Literatur zu schwelgen.
Ach je, es gibt zu wenige Texte, die man dazu zählen kann. Wenn man kritisch liest und sich nicht von der ersten Euphorie tragen lässt – eigentlich gar keine.

Warum tue ich mir das an? Woher kommt dieser selbstzerstörerisch-noble Drang, Schreiberlingen zu helfen, die es mit ihren abgedroschenen Ideen und ihrem miserablen Wortschatz sowieso nie zu etwas bringen werden? Ich besitze eindeutig zu viel Herzensgüte, das ist einer der wenigen Punkte, in denen ich mit meinem Psychotherapeuten übereinstimme.
Vielleicht leide ich aber auch an einer subtilen Form des Masochismus – würde es mir sonst Spaß machen, mich so zu quälen… mit Verbesserungsvorschlägen für Geschreibsel, dessen Verschwinden die einzig gültige Verbesserung wäre?
Nun denn, lasst die Folter beginnen.

Gleich der erste Peitschenhieb: Ich-Perspektive! Meine Hände zittern zu sehr, als dass ich ein Kreuzzeichen machen kann. Mir läuft es kalt den Rücken runter. Diese Erzählform wird ausschließlich von pubertierenden Möchtegern-Märchenerzählern verwendet. Wer glaubt, die Ich-Perspektive taugt zu was, der glaub auch, die Vergangenheitsform von „gehen“ lautet „gang“. Ein Verlangen ergreift von mir Besitz, den Ich-Erzähler mit einer spitzen Feder anzustupsen, damit er sich zu meiner Erlösung von dieser Klippe stürzt.

Aber wir wollen mal nicht so sein. Nur weil 3 Texte in der Ich-Perspektive unzumutbar waren, heißt es nicht, dass es bei diesem auch so…
Barmherziger! Dieser Autor kann „Spannung“ noch nicht einmal buchstabieren! Der Name des Protagonisten wird schon in der ersten Zeile verraten. Ich hatte ja keine Ahnung, dass eine solche Stillosigkeit möglich ist. Wo bleibt denn da die Erwartung und die Neugierde? Mit solch einem simplen Geheimnis kann man den Leser halbwegs bei der Stange halten, wenn die Unfähigkeit des Schreibers kein Geheimnis ist.

Wie soll ich einem Autor helfen, dessen Vokabular gerade für die 5. Hauptschulklasse reicht und der in seinem Text nicht einmal genug verschleiern kann, um den Leser denken zu lassen? So etwas Sinnentleertes ist noch nie unter meine müden Augen gekommen: Keine akribischen Gedankengänge, stattdessen eine widerwärtig klare Struktur aus „Ursache und Wirkung“. Da bleibt kein Platz mehr für philosophische Einsichten des Protagonisten – aber welche kann dieser schon haben, wo er doch einer Landkarte der Niederlande gleicht?

Dieser Stümper wäre wirklich besser damit beraten, Programmieren zu lernen… obwohl ich nicht glaube, dass er dafür genügend Intelligenz besitzt.

__________________
"...dann existiere ich auch nicht!"
Filmzitat

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Marius Speermann
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Tja, da muss ich jetzt doch den Kritiker raushängen lassen.

Von vorneweg: Dein Text funktioniert nicht, sprich: er ist nicht lustig. Und ich sage Dir genau, warum er nicht tut:

Du beginnst zwar gut mit Stereotypen zum Kritiker, aber dann erzählst Du aus der Sicht des Kritikers (des Stärkeren), wie er sich über den Text eines Autors (der Schwächere) lustig macht.
Sich über jemand anderen lustig machen funktioniert nur in eine Richtung: vom Schwächeren zum Stärkeren. Vom (machtlosen) Staatsbürger der sich über den (mächtigeren) Politiker lustig macht. Vom (machtlosen) Fan, der sich über einen (mächtigeren, angeseheneren) Promi lustig macht.

Wie aber klingt es, wenn sich ein Politiker über einen Staatsbürger lustig macht? (z.B. George Bush als Gouverneur von Texas wie er eine Todeskandidatin nachäffte). Genauso klingt es in Deinem Setup.

In Deinem Fall muss(!) der Humor auf den Kritiker zurückfallen, sprich der Kritiker muss am Ende der Dumme sein. Alle anderen Richtungen wirken in 99,9% der Fälle nur unsympathisch (z.B. der mächtigere Stefan Raab macht sich über die arme Frau mit ihrem Maschendrahtzaun lustig). Umgekehrt funktioniert es nur, wenn der Autor ein überdrüber Superstar ist, arrogant etc. Aus Deinem Text ist das aber nicht zu erkennen.

Weiters ist auch die vermeintliche Schlusspointe nicht wirklich originell.

Siehe dazu auch unser Humor 1x1, das sehr ausfĂĽhrlich darauf eingeht.

Marius
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Marius Speermann
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Ich lass den Text dann diesem Forum.

Ad Privatfehde: so kommt der Text eben (fĂĽr mich) rĂĽber.

Generell würde ich Dir aber raten, den Text zu überarbeiten. Wenn Du schon nicht das Setup selbst ändern willst, dann arbeite zumindest an den Pointen.

Z.B. der letzte Satz ist nicht wirklich elegant oder originell:
"Dieser Stümper wäre wirklich besser damit beraten, Programmieren zu lernen… obwohl ich nicht glaube, dass er dafür genügend Intelligenz besitzt."

"Stümper" ist zu plump, und es ist nicht unbedingt eine Beleidigung, wenn man jemanden das Nichtkönnen von Programmieren vorwirft. Diese Pointe verpufft somit völlig.

Mach etwas wie "Dieses geistige Unterseeboot hat gerade genug Talent, professioneller Briefmarkenabschlecker zu werden."

Analog solltest Du an den anderen Vergleichen arbeiten. Fünftklässler, etc. klingen zu brav und damit fad.

Apropos: ein Kritiker normalerweise würde sich mit so einem Autoren gar nicht abgeben, sondern eher ein "würdigeres" Ziel suchen. Und dann schon gar keine Verbesserungsvorschläge machen, das ist dann nämlich mehr ein Lehrer.

Marius
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gueko
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Marius ist der humorvollste

Also wenn Marius diese Entscheidung realisiert hätte, dann klopfte ich mir vor Lachen auf die Schenkel - das wäre echt komisch, wenn tiefgründiger Humor aus der Rubrik Humor & Satire in die Rubrik Essays und Kommentare verbannt würde.

Konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen steht dir besser an Marius, das ist die Unterstützung die auch ich von Moderatoren erhoffen würde. Das find ich besser - weiter so!

gueko

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petrasmiles
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Hallo Marius,

ohne mich über die Lustigkeit des Textes auslassen zu wollen, was mir zu individuell erscheint, habe ich Dein Schema nicht erkannt, das Du vorherrschend siehst: Das oben/unten bzw. mächtig/ohnmächtig.
Das Thema ist ja überhöht, die 'Kritik' fällt auf den Kritiker zurück, weil am Ende der Eindruck entsteht, dass man als Autor gar nichts richtig machen kann und der Herr Kritiker mit einem '1x1' ans Kritisieren geht und gar nicht das Gesamt eines Textes auf sich wirken lässt, sondern Merkmale abzuhaken scheint.
Das wĂĽrde ich als 'satirisch' ansehen.

Lieber Reggy,

die Pointe ist eigentlich keine, und der Blick auf das komischen Element wird von zu vielen Worten verstellt und Vergleichen, die nicht 'sitzen'.

Viel SpaĂź noch beim TĂĽfteln.

Liebe GrĂĽĂźe
Petra
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Marius Speermann
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Hi Petra,

Stimmt, natĂĽrlich. Aber wenn ich zum zigsten Male hier im Forum als Ausrede von einem Autor lese, dass ihr/sein "Humor ist mehr tiefgrĂĽndig" oder er/sie "wollte keinen Schenkelklopfer" oder "es ist mehr stiller Humor", dann ist das fĂĽr mich ein Zeichen, dass der Autor/die Autorin nicht am Text arbeiten wollte/will und eine leichte Entschuldigung sucht.
Es ist hier nun einmal das Humor&Satire-Forum und Autoren kommen hier rein, um ihren Text "konstruktiv kritisiert" zu kriegen, und Leser(!), damit sie was zu lachen haben. Und ich tue alles, dass die Leser und Autoren auf ihre Rechnung kommen.

Das ist ja so, als ob im Krimiforum ein Text steht, wo kein Verbrechen passiert, weil das sonst zu brutal ist, und es keinen Täter gibt, weil alle so gut zueinander. Oder ein Horrortext, der keinen Horror hervorruft sondern von Blümchen spricht. Dann habe ich das Thema verpasst.

Es gibt einige kleine Techniken, um Texte satirisch/humoristisch viel stärker zu machen. Humor&Satire zu schreiben ist vermutlich viel schmerzvoller als andere Texte, weil das Ziel der Humor ist. Deshalb habe ich aus verschiedensten Quellen das Humor 1x1 kompiliert, weil man sich das Schreiben solch eines Textes (hart) erarbeiten/erlernen muss. Und so nebenbei lernt, dass Humor verschiedene Auswirkungen hat.

Als Leser komme ich in dieses Forum mit einer ganz bestimmten Erwartung: ich will lachen/schmunzeln/gackern - und nicht erst den Witz mühsam herausarbeiten und interpretieren müssen. Vor allem auch will ich das Problem verstehen, um darüber lachen zu können.

Ich hoffe, dass ich genug konstruktive Kritik an diesem Text gegeben habe, um den armen Reggy nicht zu sehr zu verschrecken.

Aber das Problem dieses Humor&Satire-Forums ist es, dass wir direkt gegen gedruckte satirische Texte aus anderen Quellen und dem Kabarett bestehen müssen. Das ist was Leser darunter mal verstehen. Wenn wir zu voreingenommen und überwältigt von unseren eigenen, vermeintlich lustigen Texten sind, dann kommen wir nie auf den nächsten Level, sondern bleiben Amateure.

Marius
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