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Leselupe.de > Kindergeschichten
Monster
Eingestellt am 27. 10. 2003 18:05


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SchattenfÀngerin
???
Registriert: Sep 2003

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Es gibt so viele von ihnen, meistens verhalten sie sich unauffĂ€llig, um nicht gleich erkannt zu werden. Monsterentdecker gehen ihnen natĂŒrlich nicht auf den Leim. Sven ist so einer, fĂŒnf Jahre alt, Sommersprossen und mit dem Blick fĂŒr Monster. Seine Eltern wollten nichts von der besonderen Gabe ihres Sohnes wissen. Er hatte sie zwar schon mehrfach darauf hingewiesen, dass sich ein Schrankmonster in ihrem Schlafzimmerschrank breit machte, aber sie nahmen seine Warnungen nicht ernst. Sven hatte es höchstpersönlich entdeckt. Es war riesig groß, fĂŒllte den ganzen Schrank aus und war manchmal leuchtend gelb, tiefblau, grasgrĂŒn, oder purpurrot. Es Ă€nderte jeden Tag seine Farbe, als es Mamas gelbe Bluse zum FrĂŒhstĂŒck ablutschte, war es Sekunden spĂ€ter leuchtend gelb, Papas blaue Krawatte, durchgekaut zum Monsterabendessen, lies es tiefblau aussehen. Sven hatte es mit seinen eigenen Augen gesehen und lange Zeit heimlich beobachtet, als er seine Entdeckung Mama und Papa am FrĂŒhstĂŒckstisch erzĂ€hlte, lĂ€chelten sie und Mama sagte: „Sven, lass doch den Quatsch, es gibt keine Monster im Schrank, wann wirst du endlich aufhören solche MĂ€rchen zu erzĂ€hlen?“ „ Mama, ich erzĂ€hle keinen Quatsch, das Monster wohnt wirklich im Schrank, glaub mir doch!“ „ Schluss jetzt Sven, es ist Zeit fĂŒr den Kindergarten“, sagte Mama und zog ihre Jacke an.

Sven hatte keine Lust auf den blöden Kindergarten, er wollte lieber durch das Haus streifen und Monster entdecken und konnte es kaum erwarten wieder auf Monsterentdeckungstour zu gehen.
Am Nachmittag holte ihn Papa aus dem Kindergarten ab. Sie fuhren sofort nach Hause. Papa war etwas in Eile, denn er wollte noch den Rasen mÀhen, bevor es dunkel wurde.
Zuhause angekommen machte sich Sven sofort an die Arbeit. Er durchsuchte jedes Zimmer im Haus sehr grĂŒndlich und musste feststellen, dass in jedem Raum ein anderes Monster hauste. Im Schlafzimmer der Eltern das Schrankmonster, in der KĂŒche das alte KĂ€semonster, im Wohnzimmer das hĂŒpfende Sesselmonster, im Badezimmer das patschnasse Waschlappenmonster,die kleinen Kartoffelmonster wohnten im Keller, nur in Svens Zimmer war kein einziges Monster zu entdecken. Woran lag das bloß? Hatten die Monster etwa Angst vor Sven?

Am Abend belauschte Sven die kleinen Kartoffelmonster im Keller. Er wollte sich eine Flasche Mineralwasser im Keller holen, als er ein FlĂŒstern hörte. „ Nein, geh nicht in die Menschenwohnung. Es ist gefĂ€hrlich dort oben, es gibt dort einen kleinen Menschen der den magischen Blick besitzt. Er wird dich sofort entdecken und wenn du sein Zimmer betrittst kannst du es nicht mehr verlassen, denn dort herrscht Sven der Monsterentdecker mit seiner Magie. Kein Monster hat es je geschafft dieses Zimmer wieder zu verlassen.“ Sven war sehr ĂŒber das was sich die kleinen Kartoffelmonster sich erzĂ€hlten. Wo waren all die Monster die es angeblich nicht mehr aus seinem Zimmer geschafft haben geblieben. Er musste wohl doch noch einmal genauer in die Ecken schauen. Hastig lief er die Treppe hinauf,zu seinem Zimmer, und öffnete die TĂŒr mit einem Ruck bis zum Anschlag. Kein Monster zu sehen, nur ein Fesselballon, der am geöffneten Fenster angebunden war und dessen Seil sich wie von Zauberhand langsam löste. Aus dem Ballon schaute das Schrankmonster hinunter auf Sven. Heute war es dunkelblau und kaute auf einer Socke von Papa herum.

Bevor das Seil des Fesselballons ganz außer Reichweite war, packte Sven die Gelegenheit beim Schopf und hielt das Seilende fest in seinen HĂ€nden. Er flog in schwindelerregender Höhe, am Seilende hĂ€ngend, ĂŒber die nĂ€chtliche Stadt und versuchte hinauf zu klettern. Anstrengend war es, ihm taten schon die Arme weh, aber er schaffte es den Rand des Ballonkorbes zu erreichen. Mit einem letzten Klimmzug schob er sich in den Korb. Er entdeckte viele bekannte Monster unter den Passagieren und einen Mann mit spitzem Bart und ZipfelmĂŒtze der den Fesselballons bediente und den Mitfahrern kurze Kommandos zurief: „ Ballast abwerfen, wir mĂŒssen steigen“, oder „ Nicht so weit ĂŒber den Korbrand beugen, das ist zu gefĂ€hrlich!“ Dieser Mann stand plötzlich vor Sven und sagte: „ Sven, was machst du denn hier, es fahren sonst nur Monster mit zum Planet des Vergessens, dem Urlaubsort fĂŒr gestresste Monster?“ „Woher kennst du mich?,“ fragte Sven. „Na, ich habe schon oft Monster an deinem Fenster abgeholt, es ist eine Haltestation des Monsterballonflughafens. Meistens holte ich sie mitten in der Nacht ab, wenn du schon lĂ€ngst geschlafen hast. Ich bin der Sandmann und lade in meinem Ballon die Hausmonster ein, deren Dienstvertrag abgelaufen ist, die dringend Urlaub brauchen und sich erholen mĂŒssen. Mein guter Freund, der Mann im Mond, bringt die ausgeruhten Monster wieder zurĂŒck zu den HĂ€usern der Menschen, damit sie dort etwas Verwirrung stiften. Das Sockenmonster frisst zum Beispiel immer nur einzelne Socken und die Menschen sind wochenlang auf der Suche nach einem verschwundenen Socken,ohne Erfolg natĂŒrlich. Das Schrankmonster sorgt dafĂŒr, dass sich die Menschen immer mal wieder etwas neues zum anziehen kaufen mĂŒssen, weil ihre alten Sachen ihnen irgendwie farblos erschienen. Leider hat es zur Zeit mit einer Farballergie Probleme und braucht deshalb dringend ein paar freie Tage. Dich können wir leider nicht mitnehmen, deine Eltern wĂŒrden sich zu viele Sorgen machen. Wir bringen dich zurĂŒck zur Erde“. Kaum gesagt, schon getan. Ein kurzer Zug an der Leine und der Ballon sank, hielt an Svens Fenster und der stieg aus dem Ballon in sein Kinderzimmer. „ Jetzt legÂŽ dich in dein Bett, es ist sehr spĂ€t geworden,“ sagte der Sandmann und blies eine Hand voll Traumsand in das Zimmer. Sven ging zum Bett und legte sich unter seine kuschelige Decke, sofort fielen ihm die Augen zu und er schlief tief bis zum nĂ€chsten Morgen. Mama musste ihn wecken und kaum hatte er sich den Schlaf aus seinen Augen gerieben, erzĂ€hlte er ihr die Geschichte vom Sandmann in seinem Fesselballon.......
„ Alles nur getrĂ€umt,“ sagte Mama.
Sven wusste es besser, schließlich war er der Monsterentdecker hier im Haus...........

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Walter Walehn
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Registriert: Oct 2001

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Hallo SchattenfÀngerin,

das ist ja eine sĂŒĂŸe Geschichte, hat mich etwas zurĂŒck geworfen, in meine Kindheit. Wirklich schön zu lesen. Toll!

Lieber Gruß
Walter

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SchattenfÀngerin
???
Registriert: Sep 2003

Werke: 18
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Hallo Walter,

Vielen Dank!
Freut mich das Dir die Monster gefallen haben.

Mit ebenfalls lieben GrĂŒssen,
die SchattenfÀngerin

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