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Leselupe.de > Ungereimtes
Montag im Mai
Eingestellt am 16. 05. 2002 23:51


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Paul
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2000

Werke: 286
Kommentare: 62
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Montag im Mai
7.00Uhr: Radiowecker, oldies but goldies...
7.15Uhr: 1 Kanne Kaffe, die erste Selbstgedrehte, Computer an:
nach e-mails gucken, Literaturforen abgrasen und surfen, heute:
Hier klicken, suche ein Kunstposter, ein Bild ĂŒber den Schreibtisch, eine Inspiration,
wenn der Blick schweift. Eine Muse. Vielleicht auch ins Schlafzimmer. Eine Muse.Die "Madonna" von Edvard Munch soll den Job wahrscheinlich ĂŒbernehmen...
8.30Uhr: raus! Aufs alte Klapperfahrrad. Die Sonne lacht! Penner liegen noch eingemummelt in HauseingÀngen. Andere trinken schon das erste Billigdosenbier. Rote Gesichter.
Glasiger Blick. Die Stadt erwacht. Beim BĂ€cker Apfelkrapfen. Ich liebe diese Wort,
APFELKRAPFEN! Und schmeckt. Zeit die gelbe Sonnenbrille aufzusetzen. Alles erscheint noch sonniger. Wonniger. Hm, die meisten GeschĂ€fte haben noch geschlossen. Dann ab ins Bauhaus. Da ist schon Betrieb. Tja, der deutsche Hobbyhandwerker ist frĂŒh auf den Beinen. FrĂŒher Vogel fĂ€ngt den Wurm.
Hat einen schrecklichen Teppichbodengeschmack, der deutsche Handwerker. Und kann sich nicht entscheiden. Das dauert. Viel zu lang. Warten. Wie der Panther...
Endlich dran Eine Rolle blauen PVC fĂŒrs Badezimmer und ab. Aufs Fahrrad. Die
Rolle geschultert. Auf dem RĂŒckweg bei Karstadt vorbei. Hat nun auch offen. Ein
Satz Blumentöpfe solls sein. FĂŒr die 10 kleinen Kakteen. Die ich gestern fĂŒr 6 Euro.
Auf dem Fischmarkt. Ein SchnĂ€ppchen. Und so hĂŒbsch. Die brauchen Platz. Erde.
Wasser. Sonne...
11.00Uhr: Kurzer Abstecher zu Haus. Alles ablegen.
11.10Uhr:Wieder aufs Fahrrad. Im Kitschladen noch einen Duschvorhang. Mit Fischen drauf.
Im Elektrofachhandel noch einen Ghettoblaster. Den kleinsten. Und billigsten. Auch fĂŒrs Schlafzimmer. Hm, einschlafen mit klassischer Musik. Massieren. Poppen.
11.30Uhr: fettes FrĂŒhstĂŒck. endlich. 2 Brötchen, Ei, MĂŒsli mit frischen FrĂŒchten, Kuchen. Wieder Kaffee.
12.00Uhr: Erneuter PC-Check. Dann geht's an die Arbeit: Projekt KĂŒche. Alles raus, was
stört, sperrige GegenstĂ€nde mit Plane ĂŒberzogen. Alles geplant... .
13.00Uhr: Telefonat mit einem Freund. Kommt nachher auf einen Kaffee vorbei. Bringt einen
"Kumpel" mit. Wieder in die KĂŒche. AusrĂ€umen. Abdecken. AbrĂ€umen. Zudecken.
14.00Uhr: Es klingelt. Der Freund. Und Kumpel. Ersterer bringt mir eine Jeans mit. TrĂ€gt er nicht mehr. Großartig. Schwarz gefĂ€llt mir. "Eine Mustang", sagt er, "mit Knöpfen." Kaffee ist bereits fertig. Schon wieder Kaffee. Mein Herz... . Der Kumpel ist wortkarg. Ein wenig verschĂŒchtert. Trotz Nasenpiercing. Er möchte lieber Bier.
Hat rote Augen.
14.45Uhr: Projekt KĂŒche. Streichen. Weiß. Höchste Eisenbahn. 3 Jahre Nikotinabusus hĂ€ngen da. Der neue Ghettoblaster tut dabei bereits wunderbare Dienste. Metallica. Dandy
Warhols. The Who (live!).
18.00Uhr: Zack, die Zeit verflog wieder wie im Fluge. Zug wieder wie im Zuge. Dahin.
Telefonate: Thomas, der Mitinhaber eines Ladens auf St. Pauli. Dort kann ich im
Juni lesen. Pawel-Iwanowitsch tritt auf. FĂŒr umsonst. Das klappt wohl. LĂ€uft ja. Die Karriere... .
Ignaz geht auch ran. Der klingt auch wortkarg. Der Eremit. Gar depressiv. Ja, der
Blues. Der Wolf... Die Liebste ist nicht da. Quatsch ich auf den AB. Ein weiterer
Freund ist auch nicht da. Der Ab auch nicht.
18.30Uhr: PC-Check. Hab da ein neues Literaturforum aufgetan. Sind auch Hamburger mit am Werk. Klingt ganz sympathisch. Und haben wohl auch Ahnung. Und viel Lyrik
gibt's da. Werde ich im Auge behalten.
19.00Uhr: KĂŒche wieder abdecken. AufrĂ€umen. Aufdecken. EinrĂ€umen. Undso. dann noch
ein paar Pinselstriche im Bad. Blaue Decke jetzt. Himmel. Werkzeuge reinigen.
21.00Uhr: Telefonat mit der Liebsten. Alles im Lot. Das ist schön.
22.00Uhr: KĂŒche putzen. Akribisch. Und ausmisten. Alles. KĂŒhlschrank. Interessant, was sich das so alles angesammelt... .
0.00Uhr: Puh. Geschafft. Die KĂŒche glĂ€nzt. Strahlt. Funkelt. Feierabend!!!
Kurzer Pc-Check. Ein kurzes Computerspiel. HĂŒhnerkillen. ZĂ€hne putzen. Bett! Ah!
Schön. Liegen. Ruhe.
00.30Uhr: Glotze: der Schluß von "Polylux", eine meiner Lieblinssendungen. Satire. Aus dem Leben geschöpft.
00.45Uhr: taz lesen. Westerwelle. 18%. Kanzler... . Mir fĂ€llt ein, daß ich Mittagessen vergessen habe. Verg-essen... . Egal. Hab in meinem Buch nicht gelesen."Melancholie" von Jon Fosse. Nicht egal. Schade. Naja. Alles zu seiner Zeit. Glotze ist aus. Gedanken kommen in den Bahnhof. Ein und aus. Rattatrattat. Letztes Jahr im Mai schrieb ich ein Gedicht, in dem ich schrieb, daß ich nichts geschrieben hab.
01.00Uhr: Ich beginne zu schreiben. Montag im Mai. Aus meinem neuen Ghettoblaster
tönt Schostakowitsch. Tief. Wie Russland. Es ist dunkel. Nacht.
Nacht:
durchs offene Fenster weht frische Luft. Hafenluft. Meeresbrise. Brise Salz. Möwen. und Fisch. die Bastjalousie tĂ€nzelt ein wenig. im sanften Wind. der mir immer Geschichten erzĂ€hlt. an der TĂŒr ein Schatten. die Streifen der Bastjalousie. und darin der bizarre Scherenschnitt des Pfennigbaumes, der auf dem Fenstersims steht. stille Geschenke der Nacht. der Schatten erinnert mich an Spanien. bei offenem Fenster schlafen. in einem Billighotel in Barcelona. Barcelona. Dali. Lorca. Bunuel. die Gedanken schweifen. dezente GerĂ€usche der schlummernden Stadt. Einzelne Autos. Jugendliche. Disco. schweifen weiter ins Leere. da, ein wenig Sehnsucht. Wehmut. und doch - Erwartung. Und Dankbarkeit. Wohlwollen. NaivitĂ€t eines Kindes sei Dank. und Sinneszauber. Empfindung. meine Eltern. meine Schwester. Verwandte. Freunde. die Liebste. alle klopfen nochmal kurz an.
Oh, so spÀt noch eine Amsel zu hören. wahrscheinlich trÀumt sie laut. Oder die Katz. ich puste die Kerze aus. Gute Nacht.

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