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Leselupe.de > Gereimtes
Montagsgrantler
Eingestellt am 11. 10. 2005 20:52


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Inge Anna
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Montagsgrantler


Hast du 'nen Montags-Amtstermin,
so rat' ich dir, verschiebe ihn;
denn die Behördenoberhand,
gelenkt vom Wochenanfangsgrant,
macht ungern einen Finger krumm -
und wenn, haut's dich am Ende um.

Du meinst, dass sich am Wochenend'
genĂŒgend Zeit zum Ausruh'n fĂ€nd';
gut Ausgeschlaf'ne seien fit -
Beamte spielen da nicht mit.
An freien Tagen wird gezecht,
geht's ihnen hinterher auch schlecht.

So sesseln sie, verkatert, schlapp
im Montagsgrant acht Stunden ab;
und wehe, wenn sich wer beschwert,
im Ton des Unmuts aufbegehrt,
dem schneit ein fetter Schrieb ins Haus -
und der kommt nicht vom Nikolaus.

Mit reichlich Formularenkram
ich meinen Weg zum Rathaus nahm.
Es war ein Freitag, wohlbemerkt,
hatte zuvor mich noch gestÀrkt
mit einem Schoppen Billigwein,
um locker fĂŒrs GesprĂ€ch zu sein.

Ein Herr empfing mich, grĂŒĂŸte knapp,
schaute an mir hinauf, hinab,
beroch die Mappe und auch mich -
mit einem "Puuuh" verzog er sich.
Des Pförtners Olle sagte mir,
am Freitag sei nur einer hier.
__________________
Die ĂŒber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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Vera-Lena
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Liebe Inge Anna,

sollte ich mal aufs Amt mĂŒssen, werde ich mir mal den "Mittwoch" vormerken. Ich fĂŒrchte nur, da lĂ€sst sich dann auch wieder etwas Hinderliches fĂŒr die Arbeitswut finden.

Schön ironisch Dein Schluss, der uns darĂŒber aufklĂ€rt, dass die Amtsbesatzung nicht nur ein Wochenende, sondern mit einer Ausnahme ein um den Freitag verlĂ€ngertes Wochenende hatte. Ja, nach 3 Tagen sollte man eigentlich ausgeschlafen sein.

Aber heutzutage, da auch im personellen Bereich der StÀdte eingespart wird, muss, glaube ich, jeder schuften, besonders wenn er demnÀchst nicht mehr nach Dienstjahren sondern nach Leistung entlohnt wird.

Vielleicht funktionieren ja die Komputer, die ja bekanntlich keine Fehler machen, demnÀchst auch bei Abwesenheit des Personals, so dass es gar keine personellen sondern nur noch dinghafte Schwierigkeiten geben wird. Und das Ding kann einen dann noch nicht einmal beschnuppern. *Grusel*

Dir einen fröhlichen Tag!
Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Udogi-Sela

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Geht ein Beamter zur Arbeit...

Hallo Inge-Anna,

so hat jeder seine Erfahrungen in Amtsstuben..

Nicht grundlos gibt es eine Menge Beamtenwitze.

Ich habe auch mal ein Gedicht geschrieben, in dem es darum ging, dass einer zu einem Amt geht, und ein bestimmtes Dokument braucht, aber keiner dort sich zustĂ€ndig fĂŒhlt. Nach tagelangem Herumirren ĂŒber amtliche Flure schließlich bricht der Mann zusammen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Als er aufwacht, findet er dann doch ein paar amtliche Dokumente in der Tasche, die ein paar plötzlich aufgeschreckte Beamte dort rein gesteckt hatten.

Deine letzte Strophe könnte missverstĂ€ndlich sein; Du hast sicher gemeint, dass der Beamte sein „Das stinkt mir jetzt aber“ ausdrĂŒckt und nicht, dass Du selbst etwas anrĂŒchig erscheinst.
Und wieso schreibst Du von des Pförtners Ollen, anstatt (z.B.) „Der Pförtner Heinrich sagte mir, ...“
Was macht seine Olle da?

fragt sich
Der Udo

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Inge Anna
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Montagsgrantler

Liebe Vera-Lena,
mit Ämtern habe ich so meine Erfahrungen gemacht - AntrĂ€ge und so. Ja, der Mittwoch ließ sich da noch einigermaßen an; aber Montag... Einmal und - nie wieder.
Danke fĂŒr Deine Antwortzeilen.
Liebe GrĂŒĂŸe kommen von
Inge Anna
__________________
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Inge Anna
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Montagsgrantler

Hallo Udo,
danke fĂŒr Deinen Kommentar zu meinen Montagsgrantlern. Ich meine, mich zu erinnern, dass Reinhard Mey es auch mal mit den Ämtern hatte. Der Titel hieß, glaube ich: "ein Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars".
Die letzte Strophe möchte ich erst mal so belassen und noch andere Meinungen abwarten. Falls sich MissverstÀndnisse hÀufen, werde ich versuchen, zu korrigieren.
Liebe GrĂŒĂŸe kommen von
Inge Anna
__________________
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