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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Moralische Höllenhunde – ungezähmt
Eingestellt am 10. 11. 2006 02:08


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DayDreamer
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Registriert: Oct 2004

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Wir schreiben das Jahr 2000. Die politische Wende ist der Jahreswende gefolgt. Die österreichische Gewerkschaftsbewegung – ungeeint wie eh und je – tritt vor die geeinte Pressemannschaft und fasst ein solidarisierendes Plädoyer für die Umtriebigkeiten eines US-Hedgefonds. Man stelle sich das einmal vor. Eine Ansichtssache.

Ende 2006. Manche Vorstellungen haben es so an sich, dass sie nicht nur den Sprung in die Realität schaffen sondern alles Vorstellbare übertreffen. Am Beispiel der „Liquidierung des Gewerkschaftsvermögens“ – was für ein Pathos - soll nun das Vorstellbare vorexerziert werden.

Der US-Hedgefond „Cerberus“ hat sich am Bieterwettstreit um die BAWAG, die Gewerkschaftsbank, beteiligt. Und – verfolgt man die bereits angelaufenen PR-Umtriebigkeiten dieser Vereinigung – offensichtlich nicht einmal schlechte Chancen das Rennen zu machen.

Doch wo liegt hier jetzt die moralische Fehlleistung? Daran, dass mit US-Pensionsgeldern – diese stellen nämlich einen Hauptbestandteil des Cerberus-Kapitals - österreichische Arbeitsplätze wegrationalisiert werden? Daran, dass die Höhe von Pensionen offenbar steigt, wenn Firmen Mitarbeiter entlassen? Oder gar daran, dass der Österreichische Gewerkschaftsbund dieses Treiben noch aktiv unterstützt?

Kritiker mögen meinen, dass bereits eine Arbeitsplatzgarantie seitens Cerberus abgegeben wurde und nur mit den Besten aller besten Absichten agiert wird. Niedlich – was werden sie wohl sonst zu sagen haben?

Die moderne Sozialdemokratie hat sich anscheinend wieder auf die Wurzeln besonnen und hält es wie Berthold Brecht, der in der Dreigroschenoper sinnierte: „Zuerst kommt das Fressen – dann die Moral.“?

Daran sollte sich die SPÖ und ihre roten Gewerkschafter das nächste Mal gut erinnern, wenn sie Sonntagsreden anstimmen. Auch der Sozialistischen Jugend dürfte damit klarer sein, wo sie ihre nächste Demonstration gegen Neoliberalismus und Wirtschaftsraubrittertum zu halten hat.

Geld hin, Geld her.
Die Überfahrt über den Styx dürfte für den ÖGB allemal drinnen sein.

Neu ist nur, dass dieses Geld vom Höllenhund selbst kommt.

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