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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Mord in der Wohngemeinschaft
Eingestellt am 28. 01. 2016 10:43


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helmutagnesson
Schriftsteller-Lehrling
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Mord in der Wohngemeinschaft
Eine sichtlich aufgel√∂ste Frau hatte in der Mordkommission angerufen, um dort den Tod ihrer Mitbewohnerin zu melden. Sie gab an, dass sie von der Diskothek nach Hause gekommen sei und ihre Mitmieterin offensichtlich erstochen auf dem K√ľchenfu√üboden gefunden hatte. Sie hatte das Messer im ersten Schock an sich genommen.

Dass sich Martinas Fingerabdr√ľcke auf der Tatwaffe befanden, √ľberraschte die Kommissare nicht. Schlie√ülich handelte es sich bei dieser um ein gew√∂hnliches gro√ües und scharfes Haushaltsmesser, das nicht nur zum Schneiden von Brot und Fleisch geeignet ist, sondern auch beim √Ėffnen st√∂rrischer Gl√§ser wertvolle Hilfe bietet. Nachdem mit einem solchen Messer einmal in den Deckel eines Gurken- oder Marmeladenglases eingestochen wurde, l√§sst sich dieses ohne jede Schwierigkeit √∂ffnen. Auff√§llig war vielmehr, dass es auf dem Messer keine weiteren Fingerabdr√ľcke und insbesondere keine des Opfers oder eines gelegentlichen Besuchers der Wohngemeinschaft gab. Offensichtlich war das Messer nach der Tat vom T√§ter gr√ľndlich abgewischt worden.

Die Kommissare schickten ihre Praktikantin nicht nur zum Kaffeekochen, sondern lie√üen die junge Frau auch an ihren √úberlegungen teilhaben. Olga hatte sich schlie√ülich um ein Praktikum beworben, um zu testen, ob sie sich zur Kommissarin eignete. Bei der Besprechung dachte sie laut dar√ľber nach, dass Martina das Messer absichtlich nach der Tat an sich genommen haben k√∂nnte. Schlie√ülich lie√üen sich so ihre Fingerabdr√ľcke auf der Tatwaffe erkl√§ren. Gegen diese Theorie sprach aus der Sicht der Kommissare, dass die Abdr√ľcke von Marita auf dem Messer in jedem Fall vollkommen unproblematisch seien, da sie als Bewohnerin selbstverst√§ndlich Zugriff auf dieses hatte. Sie h√§tte also ganz einfach nur keinerlei Fingerabdr√ľcke abwischen m√ľssen, wenn sie die T√§terin gewesen w√§re. Das h√§tte letztendlich weniger Misstrauen als die jetzige Situation ausgel√∂st.

Olga war nicht vollkommen √ľberzeugt, zumal Martina ihnen bei einer sp√§teren Befragung mitteilte, dass ihre ermordete Mitbewohnerin Hanna versucht hatte, ihr den Verlobten auszuspannen. Die zu den Vorg√§ngen in der WG befragten Nachbarn wussten sogar zu berichten, dass sie mehrfach eindeutige Ger√§usche aus der Wohnung geh√∂rt hatten, als Martina ganz sicher in der Uni war. Es gab allerdings einen weiteren Grund, sie als T√§terin auszuschalten. Die Tat wurde laut kriminaltechnischer Untersuchung mit der linken Hand durchgef√ľhrt und Olga war den Beobachtungen der Kommissare und der Praktikantin zufolge Rechtsh√§nderin. Sie hatte ihre Vernehmungsprotokolle mit der rechten Hand unterschrieben und auch den Kaffee mit dieser Hand getrunken.

Die Befragung von Thomas, der gleichzeitig mit Martina verlobt war und mit Hanna eine Affäre unterhalten hatte, brachte keine neuen Erkenntnisse. Er stand nicht zwingend unter Verdacht und hatte zudem den Tatabend mit seiner Expartnerin, mit der er sich weiterhin gut verstand, und deren neuen Lebensgefährten zugebracht. Martina war ebenfalls eingeladen gewesen, wollte aber lieber tanzen gehen. Sie hatte von der Affäre ihres Verlobten erfahren und wollte ihn an diesem Wochenende nicht sehen. Das Alibi der Exfreundin alleine wäre möglicherweise zweifelhaft, denn dieses könnte aus Gefälligkeit und dem Wunsch nach dem Wiederaufleben der Beziehung gegeben worden sein. Wenn die Ex aber wieder einen neuen Partner hat und dieser die Angaben bestätigt, sind Zweifel kaum angemessen. Dass der neue Lebensgefährte keine Schwierigkeiten mit der Freundschaft seiner Partnerin zum Ex hat, setzt eindeutig voraus, dass die Frau mit der alten Beziehung tatsächlich abgeschlossen hatte.

An dieser Stelle bestand ein Widerspruch zu Martinas Aussage. Sie hatte von den Versuchen ihrer Mitbewohnerin, sich an ihren Verlobten heranzumachen, berichtet. Sie hatte aber nicht nur nicht erw√§hnt, dass Hanna dabei bereits Erfolg gehabt hatte, sondern eine bereits aktive Aff√§re ihres Partners mit der Mitbewohnerin ausdr√ľcklich verneint. Die Kommissare luden sie erneut zum Verh√∂r vor, wobei sie die nicht vollkommen unplausible Erkl√§rung abgab, die tats√§chliche Aff√§re vergessen und um ihren Verlobten k√§mpfen zu wollen. Olgas Gef√ľhl, dass Martina die T√§terin war, verst√§rkte sich. Die erfahrenen Kommissare zeigten sich ihrem Bauchgef√ľhl, das durch zahlreiche Indizien erh√§rtet wurde, zwar grunds√§tzlich zug√§nglich. Sie verwiesen aber darauf, dass der T√§ter oder die T√§terin eindeutig Linksh√§nderin oder Linksh√§nder sein musste und dass dieses auf Martina offensichtlich nicht zutraf.

Der Fall schien unl√∂sbar zu sein. Ein Raubmord schied aus, da keinerlei Wertgegenst√§nde fehlten. Ein weiteres Motiv lie√ü sich auch nicht finden. In der Wohngemeinschaft lie√üen sich noch DNA-Spuren weiterer Personen finden. Diese konnten aber innerhalb kurzer Zeit als zu Kommilitonen und Kommilitoninnen geh√∂rig identifiziert werden, die zu pers√∂nlichen Besuchen oder f√ľr Referatsgruppen zu Gast in der WG gewesen waren. Irgendwelche Anhaltspunkte, die auf m√∂gliche Konflikte hinwiesen, waren nicht erkennbar.

Die Auflösung gelang Olga, als sie außerhalb ihrer Dienstzeit ein Verbraucherportal aufrief und dabei auf einen Bericht zur Beidhändigkeit stieß. Das Profilbild der Verfasserin zeigte eindeutig Martina. Olga las den Beitrag und hatte die Lösung des Falles gefunden.

Am n√§chsten Tag wurde Martina erneut zum Verh√∂r gef√ľhrt. Als sie den ausgedruckten Bericht, den sie wenige Monate zuvor auf gruezi.de ver√∂ffentlicht hatte, auf dem Tisch des Vernehmungsraumes liegen sah, wusste sie, dass ihre Tat aufgedeckt worden war. Sie gestand, ohne dass die Kommissare viel reden mussten. Sie hatte es in der Diskothek nicht ausgehalten und war nach Hause gegangen. Dort traf sie auf ihre Mitbewohnerin Hanna, die sich gerade Fotos ansah, auf denen sie zusammen mit Thomas zu sehen war. Martina stellte sie zur Rede und griff im anschlie√üenden heftigen Streit, bei dem Hanna sie mit Worten schwer verletzt hatte, zum Messer, das sie ihrer Rivalin und Mitbewohnerin mit voller Wucht und der linken Hand ins Herz rammte. Dass sie mit links zugestochen hatte, lag schlicht daran, dass sie rechts neben dem Messerblock stand und somit die linke Hand n√§her an den Messern war. H√§tte sie andersherum gestanden, w√§re die Tat h√∂chstwahrscheinlich mit der rechten Hand ausgef√ľhrt worden. Sie hatte zun√§chst die Fingerabdr√ľcke von der Tatwaffe abgewischt. Dann fiel ihr ein, dass sich ihre Abdr√ľcke doch aufgrund der regelm√§√üigen Verwendung auf dem Messer befinden m√ľssten, so dass sie es absichtlich noch einmal anfasste. Dass sie aufgel√∂st war, musste sie der Polizei am Notruf gar nicht vorspielen, denn sie hatte sich selbst erschrocken, als sie Olga auf dem Fu√üboden liegen sah.

Bei den anschlie√üenden polizeilichen Befragungen hatte sie stets darauf gedacht, ausschlie√ülich die rechte Hand zu verwenden, da sie aus zahlreichen von ihr gesehenen Kriminalfilmen wusste, dass die Polizei gezielt nach einem Linksh√§nder oder nach einer Linksh√§nderin als T√§terin beziehungsweise T√§ter suchen w√ľrde. Martina war allerdings √ľberrascht, dass niemand auf die Idee kam, ihren Verlobten oder einen der anderen befragten Bekannten danach zu fragen, ob sie tats√§chlich die von ihr gespielte reine Rechtsh√§nderin sei. Von sich aus ma√ü niemand der Beteiligten der Frage nach der H√§ndigkeit irgendeine nennenswerte Bedeutung zu, so dass sich keine einzige Erw√§hnung von Martinas Beidh√§ndigkeit in den Protokollen fand.

Die Staatsanwaltschaft klagte Martina wegen Mordes an, da sie den von ihr geschilderten seelischen Ausnahmezustand als Schutzbehauptung bewertete. Der Rechtsanwalt pl√§dierte auf eine Verurteilung wegen Totschlags in einem minder schweren Fall, da die Untreue des Opfers ma√ügeblich zur Tat beigetragen hatte. Der vorsitzende Richter und die Sch√∂ffen sahen einheitlich zwar den Tatbestand des Totschlags und nicht den des Mordes als verwirkt an, konnten aber keine zwingenden Gr√ľnde f√ľr einen minder schweren Fall erkennen und verurteilten Martina zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren. Thomas hatte sich gleich nach der Verhaftung von ihr getrennt. Olga entschied sich nach dem Praktikum zum Eintritt in den Polizeidienst und strebt mittelfristig einen Posten in der Mordkommission an.



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jon
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Weil man am besten von "au√üen nach innen" lektoriert - also die erheblichen Schwachpunkte vor den Details nennt -, sag ich mal: Das ist ein Bericht, vielleicht auch ein brauchbarer Plotbasis-Entwurf, aber keine Geschichte. Daraus ergeben sich fehlender Spannungsbogen, leblose Figuren und trockener Klang. Also: Mach doch mal eine Geschichte daraus! Bei der Gelegenheit solltst du unbedingt nochmal den Inhalt checken: Z. B. taucht pl√∂tzlich eine Marita auf und Olga liegt ‚Äď ganz aus heiterem Himmel ‚Äď am Boden.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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domino
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Ich kann Jon nur zustimmen. Leser wollen in Geschichten eintauchen, sie miterleben - das ist hier nicht möglich, da nur Fakten aufgezählt werden.
Übrigens: Wer kann kann bei dem Telefonat sehen, dass die Frau aufgelöst ist?
Zitat: "Eine sichtlich aufgelöste Frau hatte in der Mordkommission angerufen, ..."

Noch zwei Anmerkungen zur indirekten Rede:
Zitat: "Sie gab an, dass sie von der Diskothek nach Hause gekommen seiund ihre Mitmieterin offensichtlich erstochen auf dem K√ľchenfu√üboden gefunden hatte."
Warum einmal den Konjunktiv sei, und einmal den Indikativ hatte?
Den Konjunktiv verwendet man z. B., wenn man lediglich eine Information weitergibt (Sie sagte, sie sei dort gewesen.), man aber nicht weiß, ob es die Wahrheit ist. In dem oben zitierten Satz kann sie nicht im Zweifel sein, dass sie nach Hause gekommen ist.

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aligaga
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quote:
Den Konjunktiv verwendet man z. B., wenn man lediglich eine Information weitergibt (Sie sagte, sie sei dort gewesen.), man aber nicht weiß, ob es die Wahrheit ist. In dem oben zitierten Satz kann sie nicht im Zweifel sein, dass sie nach Hause gekommen ist.
Im korrekten Hochdeutsch steht die indirekte Rede stets im Konjunktiv I: Er, sie, es sagte, er, sie, es sei dort gewesen.

Wenn die Aussage unglaubhaft ist, also anzunehmen ist, dass er, sie, es l√ľgt, dann ist nicht der Konjunktiv I, sondern der Konjunktiv II dran - der "Irrealis". Es hei√üt dann korrekt: Er, sie, es sagte, er, sie, es w√§re dort gewesen.

Mit den doitschen Konjunktiven isses wie mit jewissen Bonbons: Sind sie zu stark, bist du zu schwach ...

Vergn√ľgt auf den "Konstruktive Vorschl√§ge oder eine tiefere Analyse"-Button klickend

aligaga

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domino
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Konjunktiv

Hallo, aligaga, du bist im Irrtum.

Ich habe einmal allerlei zusammengestellt, weil habe, h√§tte, sei, w√ľrde, w√§re usw. oft munter durcheinandergew√ľrfelt werden.

Hier einmal drei Möglichkeiten:

Man sagt, Herr B. ist gewählt worden. (Ich bezweifel es nicht.)
Man sagt, er sei gew√§hlt worden. (Ich wei√ü aber nichts dar√ľber.)
Man sagt, er wäre (beinahe) gewählt worden. (Er ist es aber nicht)

Bei der indirekten Rede ist die Erzählperspektive entscheidend.
Ob man Indikativ oder Konjunktiv verwendet, h√§ngt davon ab, was man ausdr√ľcken m√∂chte.


Der Indikativ, die sog. Wirklichkeitsform, beschreibt eine Gegebenheit oder Gewissheit. Er gibt der Aussage einen objektiven Charakter. Der Sprecher bleibt neutral.

Der Konjunktiv, die sog. Möglichkeitsform, ist die Aussageweise der Möglichkeit, Ungewissheit und Unwirklichkeit. Er gibt der Aussage einen subjektiven Charakter. Der Sprecher lässt eine Stellungnahme erkennen (Wunsch, Vermutung, Zweifel o.ä. oder er lässt offen, ob die gemachte Aussage in Wirklichkeit auch zutrifft.

Auf der Internetseite mein-deutschbuch.de werden dazu pdf-dateien zum Herunterladen angeboten.

Konjunktiv I / Indirekte Rede
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Konjunktiv II
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Konjunktiv II der Höflichkeit
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Ich klicke genauso vergn√ľgt mit besten Gr√ľ√üen,
domino

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