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Leselupe.de > Ungereimtes
Morgenkirschen
Eingestellt am 07. 02. 2004 13:54


Autor
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Mara Krovecs
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2003

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Morgenkirschen


wir zwei
verborgen in wilden G├Ąrten
zwischen Pfingstrosen und Disteln
haben unsere Betten
├╝ber verbogene Uhren geh├Ąngt

unsere Tage k├╝ssten sich - leichter
als mit Murmeln verspielt
schl├Ąngelten sich in warmen Sonnenlichtern
durch klare Fl├╝sse ins Weit

Sommerwege, wie auf Schneckenh├Ąuser geklebt
schritten auf uns zu, bis unsere Sohlen sie ber├╝hrten
wir beide, Hand in Hand, w├Ąhrend
Traurigkeiten hinter uns her schlichen, auf Zehenspitzen
Traurigkeiten die sich nicht h├Âren lassen wollten
ach, wie schmeckten unseren Lippen nach Vanilleeis
und deine Zunge, warm wie Schokoladenso├če
schlief so gern bei mir

an dem Tag, als die Sekunden wieder
an den Wegen drehten
trugen unsere F├╝├če uns ins Moos
vor die rauw├╝rzige Douglasie
die im Nebel wei├č verschleiert wartete
zwischen deren weichen Nadeln Limonen flammten
unter deren Zweigen
sich unsere Lippen, unser Herz
unsere H├Ąnde, verwirrten
bis unsere Sprache blutete
und wir, gefesselt
an Haut und Haaren
auf den Winter warteten - und wir
auf den Innenfl├Ąchen unserer vereisten H├Ąnde
gr├╝ne Sommerwiesen trugen
leuchtend, wie ein Aquarell.

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Wilhelm Riedel
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2003

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Liebe Mara,
dein Text ist stimmungs- und fantasievoll. Ich denke aber, er ist kein Gedicht, sondern ein Prosast├╝ck; du solltest ihn auch so schreiben, ohne Versgliederung.
Es ist eigenartig, wie ganz allm├Ąhlich aus der Gl├╝cksstimmung die Traurigkeit hervorgeht. Man glaubt es erst kaum, wird aber immer st├Ąrker in die Schwermut hinein gezogen.

Gr├╝├če von Wilhelm
__________________
Wilhelm Riedel

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silverbird
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2003

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Liebe Mara

mir gef├Ąllt deine Sprache. Beim Lesen deines wundersch├Ânen Textes sp├╝rt man f├Ârmlich die W├Ąrme des Sommers und man sieht vor sich die wilden G├Ąrten die Zeugen eurer Liebe sein durften.
Sch├Ânen Sonntag w├╝nsch ich dir
silver
__________________
es gibt immer Lichter in der Nacht, auch wenn die Augen sie erfinden m├╝ssen.
John Steinbeck

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Mir gef├Ąllt dein Text gut, Mara, die vielen Gedankenstriche zerreissen ihn aber, auch rein optisch gesehen. An manchen Stellen w├╝rde ich die eingeschobenen Gedanken stattdessen in Kommata setzen. Fein dosiert wirken die Gedankenstriche besser als wenn sie so massiv auftreten.

J├╝rgen
__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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Duisburger
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

Werke: 82
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Hsllo,

dann kann ich mich george nur anschliessen. Den selben Eindruck hatte ich auch. Etwas zu sehr fragmentiert.

Den Text selbst sehe ob seiner lyrischen Elemente in dieser Rubrik goldrichtig. Sehr sch├Ân und stimmig geschrieben nimmt die sanfte Sprache den Leser an die Hand und zeigt ihm Bild f├╝r Bild.

Wenn nun noch durch Straffung der S├Ątze der Lesefluss gef├Ârdert wird, gibt es nach meinem Daf├╝rhalten nichts mehr zu beanstanden.

lg

Uwe
__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige K├Ânig (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2003

Werke: 188
Kommentare: 609
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Lieber Wilhelm,

es freut mich, dass Du der Stimmung in dem Text folgen mochtest.So sind die Liebesdinge manchmal,erst unbegreiflich sch├Ân und dann folgen nach den sommerlichen Spuren fast unmerklich die des Herbstes und des Winters.

Ein Prosast├╝ck, ja k├Ânnte es vielleicht werden. Aber mir liegt an der von mir gew├Ąhlten Versaufteilung, weil ich n├Ąmlich so meine Worte in den portionierten Wichtigkeiten vermitteln kann, die meine Aussage am sinnvollsten unterstreichen.( Ein Knotensatz, ich wei├č *gg* )
Und es wurde ja schon in die Prosalyrikecke verschoben,was mich im Gro├čen und Ganzen nicht weiter st├Ârt.Schade ist es nur, dass die Prosalyrik thematisch nicht noch weiter unterteilt wird.
Also eine Liebe - und Erotik-Prosalyrik w├╝rde mir die Auswahl sehr erleichtern

Liebe Gr├╝├če zur├╝ck und eine sch├Âne Woche w├╝nsche ich Dir Mara


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