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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Morgens an der Adria
Eingestellt am 05. 08. 2002 20:46


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Flori
Hobbydichter
Registriert: Dec 2000

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Sonnenaufgang

Grau liegt der Himmel ├╝ber der dunklen See. Wo beide aufeinander treffen, scheinen sie zu verschmelzen und bilden eine ├Âlige, verwaschene Schicht.
Es ist ruhig am Strand und auf dem Mehr, nur das sachte Flappen der Wellen, Vogelger├Ąusche.
Dann, der Bruch! Wie ein Schrei aus Licht durchbricht am Horizont ein glei├čend roter Streifen das Grau. Er wird immer fl├Ąchiger, wird warme, strahlende Farbe und bald ├╝berzieht er den halben Himmel mit einem kitschig zarten Rosa. Der Glutball steigt und steigt! Schon steht er als flammender Halbkreis ├╝ber den Wellen des Meeres. Mit stetiger, doch unmerklicher Bewegung erhebt sich die Sonne weiter ├╝ber das Wasser. Schaukelnd und schwappend, manchmal springend, wird ihr Licht in den Wellen des Meeres reflektiert. Die V├Âgel kreischen kehliger und der Sand ist fester als in der Dunkelheit.

Von der W├Ąrme des Lichts geweckt, beginnt die Luft zu zirkulieren. Der Wind weht nun zum Land hin, er tr├Ągt gut und die M├Âwe gleitet leicht ├╝ber den Schaumkronen der anbrandenden Wellen.
Unter ihr, der Sand, ist bedeckt mit Holz, Plastikteilen und menschlichen Abf├Ąllen aller Art. Die scharfen Augen des Vogels sp├Ąhen dazwischen nach etwas f├╝r ihn Wertvollem. Ein Zucken zwischen den Sandk├Ârnern und die M├Âwe schwingt sich abw├Ąrts. Die gelben Augen starren auf den Boden, die Fl├╝gel sind angewinkelt. Immer schneller schie├čt der schlanke Vogelk├Ârper dem Sandboden entgegen.

In der Mund├Âffnung des Krebses verschwinden Fleischr├╝ckst├Ąnde, faulige Pflanzenteile und Planktonbr├Âckchen in rascher Folge. Hastig sammeln seine Scheren alles irgendwie Verdaubare vom Sand auf und fl├Â├čen es dem Mund ein, denn zum Leben braucht er Energie. Die noch tiefstehende Sonne bestrahlt seinen Panzer, sie macht den Krebsk├Ârper geschmeidig und warm.
Pl├Âtzlich stocken seine einf├Ârmigen Fressbewegungen und seine vier Antennenaugen sp├Ąhen nach oben. Ein schwarzer Schatten ├╝ber ihm! Seine sechs Beine setzen den Krebs in Bewegung, hin zum sicheren Wasser.
Ein Pfeifen h├Ąngt in der Luft. Seine Beine Bewegen sich schnell und symmetrisch, doch der Schatten ├╝ber ihm wird immer gr├Â├čer, dunkler und bedrohlicher.

Das glei├čende Morgenlicht blendet meine Augen, ich muss es mit dem Handr├╝cken abschirmen. Schon ist die Sonne ein ganzes St├╝ck am Himmel hinauf gestiegen, sie hat eine Geschwindigkeit die kein Mensch ihr zutrauen w├╝rde, wenn sie hoch am Himmel steht.
Ich liege auf dem weichen Sand und beobachte sie. Ruhe, Entspannung, der Nebel in meinem Kopf beginnt sachte zu zerflie├čen. Ich liege im Sand und vor mir sch├Ąumen die Wellen, ein Vogel gleitet durch die Luft. Dann st├╝rzt er auf einmal nach unten. Hat er Futter entdeckt? Die Sonne blendet und ich verliere ihn aus den Augen, brausend bricht sich eine besonders gro├če Welle am Strand. In ihren sprudelnden Tropfen bricht sich das rote Licht zu einer Kaskade aus glei├čenden Blitzen. War da nicht ein M├Âwenschatten ├╝ber dem Strand? Dann, ein trockenes Knacken wie von Holz. Klingt so ein brechender Krebspanzer?

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