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Leselupe.de > Gereimtes
Mount Everest
Eingestellt am 29. 05. 2003 23:27


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Udogi-Sela

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Heut’, vor fĂŒnfzig Jahren hat
Edmund Hillary, anstatt
faul an einem Strand zu liegen,
den Mount Everest bestiegen.

War das allererste Mal,
dass nach kurzer, schwerer Qual,
mit dem Eis und steiler Wand,
wer auf diesen Gipfel fand.

Welche Pein! Entbehrung pur!
Aufstiegskampf mit der Natur,
mit sich selbst und mit den Göttern,
dĂŒnner Luft und Wind und Wettern.

Einsam fand er seinen Weg,
schaffte sich ein Privileg.
Nein, genau genommen zwei,
denn ein Sherpa war dabei.

---

Auf den höchsten Punkt der Erden
pilgern seither ganze Herden.
Dieser Berg, genau genommen,
ist zum „Touri-Spaß“ verkommen.

Jeder meint, dass nix passiert,
wenn er grad’ mal rauf spaziert.
Jeder kann nach kurzem Suchen,
„Gipfelsturm“-Pauschale buchen.

Womit soll man jetzt noch glÀnzen?
Guinness Buch zeigt die Tendenzen:
Einmal sah man auf der Spitzen
achtundachtzig Leute sitzen.

Alte MĂ€nner, junge Knaben,
alle woll’n die „Ehre“ haben,
dass man voller Ehrfurcht sagt:
„Ihr habt Euch hinauf geplagt!“

Darf’s auch mal ein Blinder sein?
Oder wer mit einem Bein?
Selbst schon Adel-Kaffeetanten,
ihren Weg nach oben fanden.

Wann wird es dem Berg zuviel?
Der Betrieb und all’ der MĂŒll?
Wer mag seine Ruhe achten? –
Mat’rial- und Camping-Schlachten!

Keiner fragt mehr nach GefĂŒhl,
weil man sie nicht sehen will;
hat den Blick sich gar verboten,
auf die hundertsiebzig Toten.

Dort am Aufstiegstrampelpfad,
hat der Berg sie aufgebahrt.—
Jeder Steiger denkt bei sich:
„Das hier ĂŒberlebe ich!“

Mancher Mensch, der will verstehn,
und an seine Grenzen gehn,
wissen, wo sein Limit liegt,
auch wenn er sich ganz verbiegt.

Mir dagegen reicht es schon,
schreib’ ich ein Gedicht davon.
Sitz’ im Garten, ganz allein,
trinke still ein GlÀschen Wein.

Immer wird es Menschen geben,
die stets gern am Abgrund leben.
Jeder ist, wie man’s auch sieht,
seines eig`nen GlĂŒckes Schmied.

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

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Hallo, Udogi-Sela!

Hier hast Du ein glĂ€nzendes Gedicht in Deinem Garten geschrieben - Ă€hnliches wĂ€re Dir wohl beim GipfelstĂŒrmen nicht eingefallen, weil Dir vorher die Luft ausgegangen wĂ€re!

(Eine Klammerbemerkung zu Deinem "Nick": Was heisst das? Udo/Gisela?)

WĂŒnsche Dir ein schönes Wochenende!
Schakim

__________________
§§§> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim AufblĂŒhen <§§§

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Stoffel
gesperrt
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Guten Morgen,

das Thema hat noch gefehlt..
fein gedichtet...gefÀllt mir.

Ich konnte diese Bergsteiger nie leiden, die haben fĂŒr mich..alle nen Knall.
Gegens Skifahrn war ich auch, ok, dann hab ich mit Snowborard angefangen, nun bi ich wieder so weit alles zu verdammen, weil einfach die Natur wegen solchem Mist (Profitgier) geschÀndet wird.

lG
schönen Tag
Stoffel

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LuMen
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Hallo Udogi,

Du hast den Finger auf eine der vielen Wunden unserer Konsumgesellschaft gelegt, und das mit dem nötigen - satirischen - Nachdruck! Ich hatte mir auch schon Gedanken gemacht, ewas dazu zu schreiben, aber diesmal bist Du vorweg!

Herzlichen Gruß
LuMen

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Udogi-Sela

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Hallo,

Schakim, Stoffel, LuMen,

Danke fĂŒr Eure Kommentare.
Ich schrieb das Gedicht tatsĂ€chlich am Vatertags-Morgen im Garten, bei herrlichstem Sonnenschein und besagtem Glas Wein. Dann gab’s eine Unterbrechung (bei: „Das hier ĂŒberlebe ich!“, weil ich zum „Vatertags-Trip“ abgeholt wurde. Nun wollte ich aber die Zeilen noch am gleichen Tag in die LL loswerden; sonst hĂ€tte die erst Zeile wieder nicht gepasst…
Also habe ich mich nach dem Genuss etlicher Bierchen nach meiner Heimkehr noch spĂ€t abends an den PC gesetzt und im berauschten Kopp schnell die letzten drei „Strophen“ runtergetippt. Auch ein Gipfelsturm!

Schakim, zu Deiner „Klammerbemerkung“: Ja. Mein Nick heißt nichts anderes als UDO GISELA, nur anders getrennt. Jetzt taucht natĂŒrlich die Frage auf: Bin ich Udo oder Gisela? Ich glaube, das hat sich aber mit meiner Bemerkung zum „Vatertags-Trip“ erledigt. (Und Gisela heißt meine Frau)

Stoffel, int’ressiert, teils amĂŒsiert, lese ich eine gewisse Auseinandersetzung bei „Tausend Mal berĂŒhrt…“

LuMen, schön, dass wir Àhnliche Ideen haben, siehe Vatertag.

Herzlichst,
Udogi

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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