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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Muezzingesang
Eingestellt am 24. 01. 2003 10:23


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pfifficus
Manchmal gelesener Autor
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Muezzingesang

Am Ende einer beschwerlichen Reise durch die karge Landschaft des Ostens, durch Moscheen, Hamams, durch geschlossene M├Ąrkte, in denen Kinder unabl├Ąssig Schuhe klebten, Felle gerbten und Tee ausschenkten und ihr „Alman, alman,“ hinterherriefen, hatte sie sich nach Ruhe gesehnt, danach das Meer wiederzusehen, die langen Blusen├Ąrmel gegen einen Bikini einzutauschen, einzutauchen, ihre Augen zu k├╝hlen und schwerelos auf der Wasseroberfl├Ąche zu treiben. Sie hatte sich ein ruhiges bescheidenes Hotel gesucht und war die Hafenmole auf der Suche nach einem Tauchschiff entlanggewandert. Gem├Ąchlich schaukelte das kleine Schiff in den Wellen, auf dem ein junger Mann wenige Tauchanz├╝ge, die an den B├╝geln schwankten, zurechtr├╝ckte, wie um sich mit irgend etwas zu besch├Ąftigen.
Es war besonders gewesen in diesem Land, in dem man sieht, gesehen wird, stets angesprochen wird, in dem im Alltag kein Platz f├╝r R├╝ckzug und Einsamkeit ist. Es war besonders gewesen, dass dieser junge Mann sie nicht ansprach, obwohl sie sich offensichtlich f├╝r sein Schiff interessierte. Ein Stern hatte verschmitzt mit dem linken Auge gezwinkert und sich einen Spa├č erlaubt. Gegen ihre Vors├Ątze mit schwebenden Seifenblasen in der Brust war sie mit ihm hinausgefahren in die schmale Steinbucht. Es war ihr falsch vorgekommen, dass ihre Handt├╝cher so weit voneinander entfernt lagen. Brennende Sonne vermischt mit dem Salz des Meeres, begleitet vom Fl├╝stern des Windes auf nackter Haut hatten sie sich z├Âgernd ├╝ber hohen Wellen die Hand gereicht. Sie hatte Hitze, Verlangen und den gro├čen Abstand zwischen ihnen nicht mehr ausgehalten, war weit hinausgeschwommen, den leuchtenden Badeanzug am Strand zur├╝cklassend. War es ein Meerestier, das sich aus der Tiefe zu ihr hinaufzwirbelte, nur eine Arml├Ąnge entfernt? Ihr ausgestreckter Arm verharrte inmitten der k├╝hnen Bewegung. Helle lustvolle Augen starrten sie herausfordernd an und sie genoss, legte sich auf die wellige Oberfl├Ąche, lie├č die dunklen Brustspitzen die Sonne anl├Ącheln und sich vom nassen Salz tragen. Begehren und begehrt werden, den Moment anhalten, Meeresbrise tief in die Gedanken saugen, sie ausf├╝llen und ihnen im Inneren einen Spazierweg zeigen.




Ungewohnt, nicht bel├Ąstigt zu werden, sich auszuziehen, keine langen ├ärmel, keine Kopft├╝cher, kein Muezzingesang, einfach nur nackt und voller Begehren zu sein, ohne einen zu schnellen Schritt, eine zu schnelle Bewegung. Einfache Fragen begleiteten einfache Antworten.
Er schob ihren Kopf zwischen seine Schenkel. „K├╝ss’ ihn. Ich steh’ da drauf.“ „Gef├Ąllt er dir?“ „Mmhmmm,“ murmelte sie. Sie verga├č ihre Fragen, als ihrer beider weiche Haut sich k├╝sste und er sich verlangend einen geraden Weg direkt in die Abgr├╝nde ihrer Lust bohrte. „Ich will dich,“ ihre Lippen umschlangen sein Ohr. „Ich wei├č doch.“ ‘Ein Mann, ein Meerstern,’ sang sie, w├Ąhrend er sie mit breiten H├Ąnden leicht aufhob, sie drehte und wendete, sie aufspie├čte, verlangte er ihr St├Âhnen, ihr Schreien, ihre Forderungen und sie gab es ihm, unterbrochen vom Stottern und Atemstillstand der Orgasmen, vom Zucken und Aufschrei der Venus.
Glitzerndes gl├Ąnzendes Fleisch, schmatzend verschlang es die Nacht, w├Ąhrend vor dem blauen Gitter des Fensters die Eulen pfiffen. Sie h├Ârten es nicht, h├Ârten nicht das Zirpen der Grillen im Zimmer, nicht das Bellen der Hunde vor den einsamen H├Ąusern. Die Katze schlief, als er seinen Mund zu einem runden O formte, sich aufb├Ąumte und in die Fluten versank, in die sie schon lange vor ihm eingetaucht war.


__________________
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AliQuelle
Festzeitungsschreiber
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Hallo Pfifficus!
Ich habe mehrfach versucht, den Text "langsam" zu lesen.
Es ist mir nicht gelungen. Dann geh├Ârt das halt zu diesem Text dazu, dass man mit den Augen dr├╝berhastet und am Ende das Gef├╝hl hat, etwas verpasst zu haben. Ich mag den Text, obwohl ich eigentlich Fan von Texten bin, die mich zur Ruhe bringen (und trotzdem aufw├╝hlen). Dieser Text hat mich nur irritiert verlassen. Nochmal, ich mag ihn.
Es gr├╝sst AliQuelle

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pfifficus
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2003

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Hallo Aliquelle,

was irritiert dich denn an dem text? w├╝rde mich interessieren! die protagonistin sehnt sich ja auch nach ruhe. vielleicht denkt sie, sie w├╝rde die ruhe in den armen des mannes finden? aber dann findet sie was anderes.

liebe gr├╝├če
pfifficus
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