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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Mundart
Eingestellt am 09. 05. 2001 12:29


Autor
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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

Werke: 83
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Es war wohl eines der denkw├╝rdigsten Ereignisse im Leben des Alexus Dirrlwanger als er die verkorkte Weinflasche fand. An sich war es keine besondere Flasche. Sie war gr├╝n wie alle andern. Blo├č das Etikett, das Etikett war was Besonderes. Es war ein Lagreiner Blaufr├Ąnkisch Jahrgang 1947 drin gewesen. Das war sein Geburtsjahr. Was wunder, da├č Dirrlwanger die Brille nach unten schob und die Flasche in die Hand nahm, um noch einmal am Inhalt zu riechen.

Dirrlwanger war ein wohlbeleibter ├Ąlterer Herrn mit einem eisgrauen Seehundschnautzer, angetan im gr├╝nen Jagerloden, Er war gerade vom Heurigen in Richtung Stra├čenbahn gewankt, um heim in den f├╝nften Bezirk in seine Einzimmerwohnung zu kommen. Dirrlwanger war nicht sehr beg├╝tert, lebte von einer kleinen Rente und dem Einkommen als freier Schriftsteller. Er schrieb f├╝r so kleine Zeitungen wie den ÔÇ×SterzÔÇť oder ÔÇ×FreibordÔÇť, ein Zeilenschinder halt. So hatte ihn Andrea bezeichnet, ein Handwerker, ein Literaturklempner. Andrea Heinerl war eine literarische Begabung. Niemals w├╝rde er an sie heranreichen. So sehr er sich auch m├╝hte, er verstand die S├Ątze nicht, wu├čte nie, warum sie etwa das Wort "Dauer-Mensch" gebrauchte. Dirrlwanger dachte unwillk├╝rlich an Dauerwurst. Dirrlwanger dachte ├╝berhaupt gerne ans Essen und ans Trinken, besonders an den Wein, auch als er den Korken aus der Flasche zog.

Wieso war denn eine leere Flasche verkorkt? Dirrlwanger wollte sie schnell wieder verschlie├čen, aber es war zu sp├Ąt. Aus der Flasche quoll dicker, blauer Rauch und verdichtete sich zu einer kleinen blitzeblau gef├Ąrbten Hexe. Sie ging grad mal bis zum Knie, aber sie funkelte so gef├Ąhrlich mit den Augen, da├č Dirrlwanger gar nicht erst versuchte, sie zu zertreten.

ÔÇ×Gria├č GodÔÇť, sagte die Hexe. Das beruhigte Dirrlwanger etwas, denn, wenn sie etwa Ungarisch oder Tschechisch gesprochen h├Ątte, w├Ąre es doch schon bedenklich geworden. Darum raunzte er halb vertraulich, halb bierdimpfelich zur├╝ck: ÔÇ×Jo, wo sama dann, bisd depad.ÔÇť Und gar vollends beruhigt war er, als die Hexe antwortete: ÔÇ×Sei schdad, Burschi.ÔÇť Auf der Basis konnte man schon eine Unterhaltung beginnen.

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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das

ist gemein! du kannst doch nicht aufh├Âren mit erz├Ąhlen, wenn es gerade anf├Ąngt, spannend zu werden! ich hoffe stark, da├č die geschichte weitergeht. lg
__________________
Old Icke

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

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Stimmt flammarion,

die Geschichte spreizt sich schon zwischen vielen ihrer Artgenossen auf meiner Festplatte. Und wehe - sie geht nicht weiter!

Gru├č Ralph
__________________
Schreib ├╝ber das, was du kennst!

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zettelstraum
Bl├╝mchendichter
Registriert: May 2001

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super!!!

grad i als bayer werd auf mei mundartschreibweis manchmoi gscheid damisch angred, da├č aber a omar so was lustigs schreibt is scho gscheid l├Ąssig. bitte verl├Ąngern...lass der woas einfoin, aber ned mim almdudler zamrauschn, sondern lieber mit am sonnenstich.

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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ja,

unbedingt bald weiterschreiben, auch mit dem k├Âstlichen bayerischen dialekt. nimm, was du brauchst, ob almdudler oder sonnenstich - von beidem bitte nicht allzuviel, denn du sollst uns noch recht lange erhalten bleiben. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Hallo Omar

ich schlie├če mich dem Chor der Wartenden an.
Wie kannst du nur so gemein sein, uns gerade dann, wenn es so richtig spannend wird, sitzen zu lassen. Und das am hochheiligen Sonntag.
Liebe Gr├╝├če schickt dir
Willi

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