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Leselupe.de > Humor und Satire
Murphys Law am Morgen
Eingestellt am 07. 11. 2008 17:58


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Mompach
Wird mal Schriftsteller
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Murphys Law am Morgen

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Haben Sie morgens schon einmal die Augen aufgemacht und sich gesagt: "Das wird ein sch... Tag!" ? Allein die vergangene Nacht war unmenschlich. Nur im Bett herumgew├Ąlzt, dreimal aufgewacht, weil die Blase einen nicht schlafen lassen wollte. Hierbei einmal mit dem kleinen Zeh an der Bettkante h├Ąngen geblieben und einmal ├╝ber einen einsamen Schuh gestolpert, der sich - auf der Suche nach Kontakt und Begegnung - mitten im Durchgang zum Badezimmer auf die Lauer gelegt hatte. Und w├Ąhrend Sie sich unter Gest├Âhne und Gekeuche zum Klo vortasten (Sie machen nat├╝rlich aus R├╝cksicht kein Licht an) kommt von der anderen Betth├Ąlfte die verschlafene Frage:
"Musst Du denn solch einen Krach machen?"

Nun wachen Sie also morgens auf und w├Ąhrend der funkgesteuerte Wecker einem H├Ąrtetest im Ausschalten mit geballter Faust ertragen muss, sagen Sie sich: "Bleib besser liegen, es lohnt sich nicht aufzustehen, melde Dich auf der Arbeit krank oder verschlaf einfach. Nimm lieber die fristlose K├╝ndigung in Kauf, als aufzustehen. Es kann heute nur alles schief gehen!"
Oh mein Gott, es ist Fr├╝hdienst. Und au├čer B├Ąckern, Zeitungsaustr├Ągern und den letzten Resten von Alkoholleichen, die sich von der letzten Party oder Disco nach Hause schleppen, sind Sie der einzige Depp, der sich nicht mehr im Bett umdrehen darf.
Und trotzdem sehen Sie der Gefahr ins Auge und schwingen sich todesmutig von der Matratze.
Als erstes macht ihre Fu├čsohle Bekanntschaft mit einem H├Ąufchen Erbrochenem, das eine ihrer Katzen kunstvoll im Flur drapiert hat (wahrscheinlich hatte das arme Tier keine Zeit mehr, sich in eine stille und ungef├Ąhrliche Ecke zur├╝ckzuziehen und sie musste direkt im Schlafzimmerdurchgang auf die Fliesen kotzen).
Mit einer Schreimischung aus Erschrecken und Ekel versuchen sie den Sturz aufzuhalten, als sie auf der weichen Masse ausgleiten. Das gelingt Ihnen aber nur, indem sie das Knie des anderen Beines in der Kommode platzieren, die zuf├Ąllig gegen├╝ber der Schlafzimmert├╝r im Flur steht. Und w├Ąhrend die Kommodent├╝r die Freundlichkeit besitzt, Ihr Knie - unter einem todeserf├╝llten Knirschen - weich nach innen abzuleiten, rutscht Ihr anderer Fu├č (der mit dem erbrochenen Mageninhalt eines Tieres an der Sohle) rechts neben die Kommode in eine sch├Âne blaue (ehemalige) Milchkanne, die dort auf ihre alten Tage die Funktion eines Schirmst├Ąnders ├╝bernommen hat. Um die Sache gleich perfekt zu machen, fungiert der angeschlagene Zeh von oben nat├╝rlich als Puffer. Die beiden Schmerzensstiche, die aus Richtung Knie und Fu├č kommen und sich in H├Âhe Bauchnabel vereinigen, um sodann mit geballter Macht ihre Meldung ans Gehirn weiterzugeben, k├Ânnen Sie gar nicht voll auskosten, weil Sie aus dem Schlafzimmer eine (immer noch verschlafende) Stimme h├Âren (war da heute Nacht nicht schon einmal etwas?):
"Was machst Du denn da?"
Sie ├╝berlegen sich, ob sie nicht einen Mord begehen sollten, entscheiden sich aber dagegen, weil sie bef├╝rchten, dass Sie sich mit der Tatwaffe (in Ihrem Fall ein japanisches K├╝chenbeil) wahrscheinlich eher die eigene Hand abtrennen w├╝rden.
Schnell die Dusche angestellt (t├Ąuschen Sie sich oder braucht das Wasser heute l├Ąnger, um warm zu werden?) und unter den Strahl geh├╝pft. Vielleicht h├Ątten Sie die Reste des oben erw├Ąhnten Erbrochenem besser vorher abwischen sollen, dann w├Ąre Ihnen erspart geblieben, dass Sie auf dem Duschboden einen Spagat machen, dessen Ausdehnung nur durch die R├Ąnder der Duschwanne begrenzt wird. Auch den zweiten drohenden Sturz k├Ânnen sie unter Aufbietung aller kreativen k├Ârperlichen Anstrengungen vermeiden, indem Sie ihn (den drohenden Sturz) mit Ellbogen und Hinterkopf an der Duscht├╝r abfangen. Gott sei Dank haben Sie vorher die T├╝r zum Badezimmer geschlossen, sonst m├╝ssten Sie sich wieder vorwerfen lassen, was Sie doch f├╝r ein ignoranter Mensch sind, weil Sie es hassen, wenn Andere noch weiterschlafen k├Ânnen und Sie deshalb extra viel L├Ąrm machen.
Das Duschen, das anschlie├čende Z├Ąhneputzen und das Anziehen verlaufen wider Erwarten ohne Probleme. Au├čer, dass Sie sich die Zahnb├╝rste einmal vor die oberen Schneidez├Ąhne h├Ąmmern. Aber w├Ąhrend Sie sich Ihre tr├Ąnenden Augen im Spiegel betrachten, f├Ąllt Ihnen ein, dass Ihnen dies ├Âfter mal passiert und nichts mit dem heutigen Tag zu tun hat.

Sie freuen sich schon auf den Kaffee, als Sie die K├╝che betreten und registrieren gar nicht gro├č die f├╝nf klagenden, hungrigen Katzenm├Ąuler, die sich Ihnen auffordernd entgegenrecken. Zuerst Kaffee. Wasser in die Maschine, Papier in den Filter, Kaffeedose aus der Hand gerutscht, auffegen und in den M├╝lleimer. Erstaunt stellen Sie fest, dass noch eine Packung im Schrank steht. Fieberhaft ├Âffnen sie diese und s├Ąbeln sich mit dem K├╝chenmesser (die Schere lag nat├╝rlich nicht wie sonst in der Schublade) in den Zeigefinger. Nix wildes - Pflaster drauf (mit einer Schere abgeschnitten sehe es auch noch sch├Ân aus) - verarztet.
Komisch, dass Sie tats├Ąchlich die Kanne richtig in die Maschine geschoben haben und nichts ├╝berl├Ąuft.
Daf├╝r klemmen Sie sich den Finger (wie erwartet der, in den Sie vorher das Messer versenkt hatten) am M├╝lltonnendeckel, als Sie dort die leere Dose Katzenfutter entsorgen wollen.
Da die Milch alle ist, machen Sie sich eine neue Packung auf. Erinnerungen des Schmerzes sagen ihnen: "Da Du keine Schere hast und Dich mit dem Messer begn├╝gen musst: immer vom K├Ârper wegschneiden!"
Milch in den Kaffee - toll, er schmeckt wie richtiger Kaffee schmecken sollte.

Wie es sich f├╝r einen anst├Ąndigen, arbeitenden Menschen geh├Ârt, wollen Sie nat├╝rlich nicht nur Kaffee trinken. Also rauchen Sie nat├╝rlich eine sch├Âne selbst gedrehte Zigarette dazu (Sie wollen sich n├Ąmlich nicht vorhalten lassen, dass Ihre Magenverstimmung von dem dauernden Kaffee auf n├╝chternem Magen herr├╝hrt).
W├Ąhrend Sie sich den ersten Zug des k├Âstlichen Nikotins in die ├Ąchzenden Lungen ziehen, bemerken sie den Geruch von verbranntem Stoff, der sich seicht zwischen den Kippenrauch mischt. Sie brauchen gar nicht lange nach der Ursache des Geruches suchen, da sich die gl├╝hende Asche (die sich aus der nicht so richtig fest gedrehten Zigarette gel├Âst hat) mittlerweile ihren Weg durch Hemd und Unterhemd gebahnt hat und mit der Haut eine heftige Diskussion ├╝ber Sinn und Zweck des Rauchens f├╝hrt. Anschlie├čend schlagen sie wie ein Bekloppter auf ihren Bauch, um die mittlerweile schmerzhafte Diskussion zu beenden.

Also noch mal ins Schlafzimmer und neue Oberbekleidung organisieren. Wieso wussten Sie eigentlich schon vorher, dass kein geb├╝geltes Hemd mehr da ist? Weil Sie f├╝r heute genug von verbranntem Fleisch haben, verwerfen Sie den Gedanken an die Aktivierung des B├╝geleisens und entscheiden Sich f├╝r ein Sweatshirt.

Den Weg von Wohnung zum Pkw haben Sie ohne Unf├Ąlle ├╝berstanden und Sie befinden sich nun auf dem Weg zur Arbeit.
Der Supergau empf├Ąngt Sie dann aber im B├╝ro, wo Sie von den lieben Kollegen mit undefinierbaren und doch verst├Ąndnislosem Blick empfangen werden und Sie Ihr Chef mit den Worten konfrontiert: ÔÇ×Was willst du denn hier, ich denke, du hast heute frei?ÔÇť
ÔÇŽÔÇŽ

(editiert am 14.11.08)


__________________
Bildung ist das was ├╝brigbleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.

Version vom 07. 11. 2008 17:58

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