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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Mutter
Eingestellt am 22. 01. 2012 04:29


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Verboholiker
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Seltsam, bescheue Dich!
Frauen frieden Deineshaus
Scharen dröhnt herbei, heraus
Tod
Geburt
Blut
Tropfe
Schielend Mutters
Entree

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Bernd
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Es sind recht wilde Metaphern, ich denke, sie stellen die Geburt dar.
Zunächst die Scheu der Frau, die Schüchternheit, später die Geburt, das Kind dringt in die Welt, das erste, was es sieht, ist die Mutter.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Verboholiker
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Hallo Bernd,

es mag sich letztlich um eine Geburt handeln, aber es handelt sich dabei wohl, so wĂĽrde ich es heute lesen, um das Kind einer Hure, das da geboren wird.
Was meinst Du denn genau mit den "wilden Metaphern", so viele kann ich nicht ausmachen.

GruĂź,

Verboholiker

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Bernd
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Ich meine den Gegensatz zu "zahme Metaphern", nicht die Menge.

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Verboholiker
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Hi,

ich frage mich noch immer: Welche Metaphern.
Ich kann nach wie vor keine "wilde" Metapher erkennen, aber auch keine "zahme". Bei diesem kurzen Stil gibt es nicht viele Räume dafür.
Wäre sehr schön, wenn wir versuchten, den Inhalt zu deuten.

GruĂź,

der Verboholiker

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Bernd
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Seltsam bescheue dich = Metapher fĂĽr den Schutz, "sei friedlich, nicht so wild".

Frauen frieden Deineshaus = Metapher für Gebärmutter, dem Embryo wird eine friedliche Umgebung geboten. Es steckt auch "umfrieden" - "Schutz bieten" drin.
Die Metapher empfinde ich als wild und ungewöhnlich wegen der Wortneuschöpfungen und der Deutbarkeit.

Tod - Geburt - erst kommt der Tod vor dem Leben, dann entsteht das Leben, dann erfolgt die Geburt, also Metapher fĂĽr die Zeugung.

tropfendes Blut - bei der Geburt. Metapher fĂĽr Verletzlichkeit.

Schielend mutters entree - Metapher fĂĽr Muttermund - Eingang in die Welt, Eingang zur Zeugung.

Das war meine Deutung bevor Du den Hurenkontext gegeben hast. Aber selbst dann bleibt es erhalten, nur "verwildern" die Metaphern weiter ...
__________________
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Verboholiker
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Hi Bernd,

danke fĂĽr Deine etwas genauere Analyse. WeiĂźt Du, wenn Du einfach nur einen Satz ĂĽber "wilde" Metaphern und dann vielleicht noch einen zweiten ĂĽber die inhaltliche Deutung verlierst, ohne wirklich konkret zu werden, musste ich noch einmal nachfragen.
Es ist, wie immer, eine etwas undankbare Position, Stellung zu meinem Geschriebenen zu beziehen. Ich wĂĽnschte mir, die Welt bestĂĽnde nur aus Schreibern und aus stummen Lesern, die meine Gedichte kauften.
Ich versuche, zu den einzelnen Versen meine persönliche Deutung hier zu posten. Aber sie ist, wahrscheinlich, ungenau in den Augen der meisten Leser. Meine Gedichte entstehen, unter anderem, recht spontan und zügig, wobei ich meine Gedanken kreisen lasse, ab und zu mal anhalte, um etwas zu fixieren. Fast wie ein Lyrik-Glücksrad.

„Frauen frieden Deineshaus“

Also mit „frieden“, wenn ich mich nicht schwer täusche, werde ich quasi das „Umgeben“ des Hauses, also, „Deineshaus“ gemeint haben. Ich hatte ja schon angedeutet, dass es sich um eine Geburt der Prostituierten handelt, die man hier als im Schatten stehende Protagonistin ansehen kann. Die Alliteration mit „Frauen frieden“ und im Anschluss das „Deineshaus“, das alles lässt auf ein Bordell, das „Freudenhaus“ schließen, wobei der dritte Vers es konkretisiert:

„Scharen dröhnt herbei, heraus“

Das ist sowohl eine Anspielung auf den Habitus der Freier in diesem Bordell als auch, natürlich, auf den Akt des Vögelns selbst.

„Tod“. Allein steht er wahrscheinlich, zunächst, für das Empfinden der Hure… danach. Nach einem Freier, nach einer ganzen Horde, nach… dem Arbeitstag.

„Geburt“ ist zunächst, ganz konkret, die Geburt eines Kindes unserer Hure. Aber auch ist die Geburt eine Anspielung auf die Tätigkeit Hure: Tagsüber Mutter, Ehefrau, Studentin, Auszubildende, später neugeborene Nutte, Hure, leichtes Mädchen, allseitige Verfügbarkeit. Wenn die Frau aus diesem (unseren) „normalen“ Leben tritt, wird ein neuer, ein ganz anderer Mensch geboren.

Die letzten vier Verse sind schwierig zu deuten. Zunächst dachte ich wohl an eine Fehlgeburt unserer Hure, an Blut, das sich durch vaginalen Austritt tropfend in Szene bringt. Ansonsten weiß ich keinen Rat. Die letzten beiden Verse kann ich aber ganz gut deuten: Die Frage ist, ob man sie teilt oder zusammenlässt. Getrennt haben wir eine neue, ungewollte Mutter… Aber viel eher springt hier der Fokus auf das Neugeborene und dessen Gefühle. Es schielt auf den Eingang. Es wünscht sich, dorthin zurückzukehren. Wer wird schon gerne in einem „Deineshaus“ geboren,

Hoffe, dass das eine Hilfe war.

GruĂź,

Verboholiker

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