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Leselupe.de > Ungereimtes
Mutter Kirche
Eingestellt am 30. 11. 2005 20:16


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tho schett
???
Registriert: Oct 2005

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Mutter Kirche

Danke liebe Mutter,
dass du mich so viel gelehrt hast.
Zum Beispiel:
Gegr√ľ√üt seiest du, Maria! Und jetzt still!
Du sagst:
Ach nein, das stimmt doch nicht!

Danke liebe Mutter,
dass du mich so viel gelehrt hast.
Zum Beispiel:
Dass Gebet alles, Gespräch nichts ist.
Du sagst:
Ach nein, das stimmt doch nicht!

Danke liebe Mutter,
dass du mich so viel gelehrt hast.
Zum Beispiel:
Dass mein Körper gefährlich ist.
Du sagst:
Ach nein das stimmt doch nicht!

Danke liebe Mutter,
dass du mich so viel gelehrt hast.
Zum Beispiel:
Dass meine Gef√ľhle nicht wahr sind.
Du sagst:
Ach nein, das stimmt doch nicht!

Danke liebe Mutter,
dass du mich so viel gelehrt hast.
Zum Beispiel:
Dass Wissen nichts, Vergessen alles ist.
Du sagst:
Ach nein, das stimmt doch nicht!

Danke liebe Mutter,
dass du mich so viel gelehrt hast:
Zum Beispiel:
Dass deine L√ľge die Wahrheit ist!
Du sagst:
Ach nein, das stimmt doch nicht!

Da Danke liebe Mutter,
dass du mich so viel gelehrt hast.
Zum Beispiel:
Dass deine Gewalt Liebe ist.
Du sagst:
Ach nein, das stimmt doch nicht!

Danke liebe Mutter,
dass du mich so viel gelehrt hast,
und …
dass du immer so kalt warst wie die Kirchen im Winter.

Du sagst:
Ach nein, …wie kannst du nur so grausam sein.



__________________
©thosche

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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resumee

Hallo Thosche,

es hat etwas beschwörendes durch die strenge Art der verwendeten Wiederholungen, Dein Gedicht. Das passt!

Im ersten Teil der Strophe h√§ngt noch der jahrelang einge√ľbte strenge Gehorsam. In der Mitte steckt die Anklage; und im Schlu√üsatz der Strophe ewig gleiche Beschwichtigung (hier h√§tte ich mir auch etwas Abwandlung gew√ľnscht!).

Insgesammt hat es gebetsm√ľhlenartigen Charakter! Auch das passt zu den strengen Ritualen der besagten Institution.

Aber hätte ich den Titel nicht noch mal nachgesehen, wäre ich dem Irrtum erlegen, es handele sich um eine "richtige Mutter".

Gruß
Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

trotz einfachen inhalts m√ľhsam zu lesen.
unausgereift. als pubertäres zeugnis okay.

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NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

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Hallo tho schett,

echte Dankbarkeit will gelernt sein. Zynismus gelingt dagegen fast immer.
Ein Gedicht, das sehr schön zum Zeitgeist passt.
Ob der Zeitgeist weit kommt mit dieser Sichtweise, wage ich zu bezweifeln.

Gruß, NDK


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tho schett
???
Registriert: Oct 2005

Werke: 36
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@ENachtigall
Wenigstens eine seriöse Kritik. Danke. Wie du richtig sagst, sollte es eine Beschwörungsformel werden, in Korrespondenz zum Thema. Dass die Anklage steckt, liegt vielleicht daran, dass die Themen nicht zufällig gewählt sind. Jedes Thema wurde bewusst gewählt, und stellt seinerseits eine Rubrik dar. Es wurde also versucht, das Wichtigste, so kurz wie möglich zu fassen. Jede Anklage ist gleich wichtig, und gleich unverzichtbar. Die ewig gleiche Rechtfertigung ist auch wichtig, weil es hier nicht um Argumente geht, sondern um Indoktrination.

@bonanza
Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass jeder versteht, um was es in einem Gedicht geht, bzw. was die Absicht des Autors war. Aber apropos pubertär: Muss diese Wichtigtuerei wirklich immer sein?

@NewDawnK
Der Zeitgeist ist mir egal. Mir geht es um ein viel profunderes Anliegen. N√§mlich um die kritische Auseinandersetzung mit einer religi√∂sen Institution, die mehr als fragliche Praktiken angewendet hat und nach wie vor anwendet, um Macht √ľber das Denken von Menschen zu bekommen. Die Doppeldeutigkeit mit der Mutter ist bewusst gew√§hlt. Es geht darum, wie religi√∂se Indoktrination funktioniert, wie eine Umwertung aller Werte passiert, und wie das B√∂se zum Guten, das Gute zum B√∂sen wird. Das was du Zynismus nennst, soll die Andeutung eines psychologischen Mechanismus sein, der ein Schuldbewusstsein in Gang setzt, was von der Kirche ganz bewusst eingesetzt wurde. Aber apropos Zeitgeist noch mal: Was wirklich gut zum Zeitgeist passt ist, einmal kurz dr√ľber fliegen, und dann ein (Vor)urteil abgeben. Freundschaft.

tho

__________________
©thosche

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

die pubertät ist nichts unflätiges. wir durchlaufen sie
alle. ich verwendete dieses attribut f√ľr dein gedicht
deshalb, weil es mich stark an die gedichte erinnerte,
welche ich in der pubertät schrieb.
entschuldige.

bon.

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