Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92200
Momentan online:
431 Gäste und 20 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Mutter-, Vater- und solche Tage
Eingestellt am 11. 05. 2002 18:17


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Muffin
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Feb 2002

Werke: 36
Kommentare: 34
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Muffin eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Mutter-, Vater- und solche Tage


Nils nahm den Pinsel in die Hand. Er tunkte ihn tief in die Farbe. Ich verzog das Gesicht. Ich konnte nicht ertragen, wie er den Pinsel qu├Ąlte.
Dominik gab sich da mehr M├╝he. Er schwang ihn wie einen Zauberstab von links nach rechts ├╝ber das Bild.
Stefan sah seinen Pinsel wie einen Feind an. Er war noch nicht bereit ihn zu benutzen.
Ich nahm gro├čz├╝gig wei├če Farbe und strich sie ├╝ber das Papier.
Der Fernseher lief. Nils Augen waren mehr auf den Bildschirm gerichtet als auf das Papier. Er verlor das Interesse, was ihn aber nicht vom Weitermalen abhielt. Es wunderte mich nicht, dass er Stefan dabei ├╝ber die Hand malte.
Als es im Fernsehen spannend wurde sprang er auf und lie├č seinen Pinsel auf das Sofa fallen. Die Farbe lief langsam die R├╝ckenlehne runter.
Dominik schien sich unterdessen f├╝r Picasso zu halten. Er hatte den Pinsel ganz hinten gefasst und r├╝hrte schwungvoll im Wasserbecher. Dabei stie├č er ihn um. Der Inhalt ergoss sich ├╝ber den Teppichboden.
Ich wollte aufstehen einen Lappen holen, als ich gegen den Tisch stie├č und Nils Stapel Dragonballkarten runter warf. Eine der Karten landete im frischen Gem├Ąlde. W├Ąhrend ich noch mit dem Gedanken spielte die Karte einfach zu ├╝bermalen, stie├č Nils ein Wutgebr├╝ll aus. Es war seine Lieblingskarte. Mit spitzen Fingern holte ich sie aus der Farbe.
Woher Nils wusste, dass es sich um seine Lieblingskarte handelte, war mir ein R├Ątsel, denn sie war mit dem kleinen Bildchen in die Farbe gefallen. Wir mussten feststellen, dass die Farbe nicht mehr abzuwaschen war, worauf hin Nils Anzeige bei Stefan erstattete und Dominik f├╝r mich die, wie er sagte, g├╝nstige Kondition aushandelte, dass ich Nils so lange Kartenp├Ąckchen kaufen muss, bis diese Karte drin ist.
Wenig sp├Ąter hatte Stefan genug vom Feind Pinsel und warf ihn w├╝tend in eine Ecke. In dieser Ecke lag durch Zufall Dominik hei├čgeliebte Tituskappe. Gut, dass wir Farbe genommen haben, die aus so ziemlich nichts mehr raus geht. Schon wieder Tr├Ąnen. Stefan muss jetzt wohl eine neue Kappe kaufen.
Zum Ausgleich kleckste Dominik Stefan blaue Farbe auf die neue fast echte G-Schock Uhr.
Als ich dann auch noch das Glitzerzeug ├╝ber das Bild streute, dass Mama letztes Weinachten benutzte, um Nils zu zeigen, wo die Engelchen lang geflogen waren, wurde ich beschuldigt, dass ich das Christkind bestehle.

Morgen h├Ąngt das Gem├Ąlde wie jedes Jahr neben einem Kunstdruck von Pablo Picasso im Wohzimmer.

Irgendwann aber wird das Bild, davon bin ich ├╝berzeugt, neben einem echten Picasso h├Ąngen und unter dem Bild steht dann auf einem messingfarbenen Schild:

Nils, Dominik, Stefan und Sandra
„Das Caos“
Zum Muttertag 2002
Gesch├Ątzter Wert:
Eine Dragonball-Karte, eine Tituskappe, eine fast echte G-schock Uhr und Sandras Nerven.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


chrissi
Hobbydichter
Registriert: Apr 2002

Werke: 4
Kommentare: 7
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Muffin,

Du hast das Talent, sehr charmant und witzig zu formulieren. Es macht richtig Spass, Deinen Text zu lesen und ich musste mehr als einmal schmunzeln.

Solche Texte findet man hier viel zu selten...

Liebe Gr├╝├če

Chrissi

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!