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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Mutterliebe
Eingestellt am 23. 04. 2003 10:10


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Silke_Honert
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2003

Werke: 8
Kommentare: 1
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„Sie wollen also nicht bemerkt haben, dass ihr Sohn bereits seit Stunden tot war, habe ich das richtig verstanden?“
   Kriminalhauptkommissarin Carla Martini suchte vergeblich Blickkontakt zu der zierlichen, dunkelhaarigen Frau, die zusammen gekrümmt vor ihr auf dem unbequemen Metallstuhl saß und zu Boden starrte.
   „Das habe ich ihnen doch schon so oft gesagt“, erwiderte Anja Roth so leise, dass Martini sie kaum verstehen konnte.
   „Dann sagen Sie es mir noch mal. Und bitte so, dass selbst ich es glauben kann, Frau Roth“, sagte Martini scharf und begann ungeduldig mit den Fingern auf den Tisch zu klopfen.
   Die Frau schien noch mehr in sich zusammen zu sinken und verschränkte die zitternden Hände so fest ineinander, dass sich die Finger weiß färbten.
   „Ich habe geglaubt, Christian schläft bloß lange. Wissen Sie, er schlief doch noch so selten durch und ich habe gedacht, er würde Schlaf nachholen…“.
   „Vier Stunden über seine normale Zeit hinaus? Sie sagten doch, er würde jeden Morgen spätestens um halb sieben wach werden, oder? Wie kam es, dass sie nicht schon viel früher nach ihm gesehen haben? Ihr Sohn war erst fünf Monate alt, und es hat sie nicht im Geringsten gewundert, dass er einfach nicht wach werden wollte?“
   Die junge Frau zögerte.
   „Frau Roth, jetzt machen Sie es mir doch nicht so schwer“, sagte Martini müde und bemühte sich, die Geduld zu bewahren, „Wir sitzen jetzt seit zwei Stunden hier und alles, was Sie mir zu bieten haben, ist, dass Sie keine Ahnung haben, wie ihr Sohn ersticken konnte und Sie angeblich überhaupt nichts Ungewöhnliches bemerkt haben. Was soll ich Ihrer Meinung nach davon halten?“
   Die Kommissarin seufzte und zündete sich eine weitere Zigarette an.
   „Lassen Sie uns auf das zusätzliche Kissen zurückkommen. Sie sagen, sie haben keine Ahnung, wie es in die Wiege Ihres Sohnes kommen konnte, richtig? Sie selbst sind es angeblich nicht gewesen, weil Sie ja wissen, dass solch dicke Daunenkissen keineswegs für das Babybett geeignet sind, da hilflose Säuglinge darin ersticken können - insbesondere, wenn sie auf dem Bauch liegen. Also, wenn nur sie und ihr Mann in der Wohnung waren, muss es wohl ihr Mann gewesen sein, der das Kissen in die Wiege gelegt hat, nicht wahr?“
   „Vielleicht…wissen Sie, er erinnert sich manchmal nicht mehr an die Dinge, die er tut. Möglicherweise wollte er… wollte er nur, dass Christian es schön… kuschelig hat…“, stammelte die Roth und warf einen vorsichtigen Blick durch ihre Ponyfransen auf Martini.
   „Wir wissen, dass ihr Mann aufgrund seiner Krankheit auf eine Vielzahl von Medikamenten angewiesen ist, aber keines der Präparate wirkt sich negativ auf seine Wahrnehmung oder sein Gedächtnis aus, das hat uns sein Arzt bestätigt. Und auch wenn so eine Krankheit nicht gerade förderlich für die Psyche ist, gibt es keinen Hinweis darauf, dass er nicht weiß, was er tut. Er sagte uns, das besagte Kissen stamme aus ihrem gemeinsamen Ehebett und er könne sich absolut nicht erklären, wie es in Christians Bettchen gekommen ist. Womit wir wieder beim Anfang wären. Also, Frau Roth, wer hat ihrer Ansicht nach dafür gesorgt, dass es in die Wiege ihres Sohnes kam?“
   Martini fragte sich, wie lange sie dieses Spiel noch spielen wollten. Sie hatte gehofft, dass es dieses Mal nicht lange dauern würde, bis Anja Roth zusammenbrach, doch sie hatte sich wieder einmal geirrt. Vielleicht sollte sie härtere Geschütze auffahren.
   „Ich habe meinen Christian nicht umgebracht“, schrie die Verhörte plötzlich und zum ersten Mal sah Martini so etwas wie Leben in den dunklen Rehaugen.
   Genauer gesagt, war es maßlose Wut. Interessant, dachte sie. Das war das erste Mal, dass die Frau aus der Rolle fiel.
   „Wer hat denn das behauptet? Dass Sie Ihren Sohn umgebracht haben sollen, meine ich“, erkundigte sich die Kommissarin ruhig.
   „Jetzt drehen Sie mir nicht das Wort im Mund herum“, fauchte Anja Roth hasserfüllt, „Niemand hat das behauptet, aber das ist es doch, was Sie mir die ganze Zeit unterstellen, nicht wahr? Aber Sie können mir nichts dergleichen nachweisen. Es war ein Unfall! Erstickungstod ohne fremdes Einwirken, hat der Arzt gesagt!“
   Ein unangenehmes Schweigen breitete sich im Raum aus.
   „Das muss wohl vor der Autopsie gewesen sein“, erwiderte Martini langsam und inhalierte tief den Rauch ihrer Zigarette, ohne ihr Gegenüber aus den Augen zu lassen.
   Das schien Anja Roth vollends aus der Fassung zu bringen.
   „Sie können mir nichts nachweisen“, schrie sie erneut, „Sie werden mir nicht…“
   „Ich kann, und ich werde, Frau Roth“, schnitt ihr Martini das Wort ab und beugte sich vor, um die wütende Frau mit ihrem Blick fest zu nageln, „Der Pathologe hat bestätigt, dass die Nasenscheidewand Ihres Sohnes verletzt wurde – so wie es zum Beispiel passiert, wenn man mit viel Druck ein Kissen auf das Gesicht eines Menschen presst. Wir sprechen hier also keineswegs von einem Unfalltod, kapiert?“
   Die Roth begann hysterisch zu weinen, doch ein Blick in ihre dunklen Augen, überzeugte die Kommissarin davon, dass es Tränen der Wut und nicht der Verzweiflung waren. Jetzt galt es am Ball zu bleiben. Wenn Anja Roth erfuhr, dass Martini geblufft hatte und die Autopsie ergebnislos geblieben war, würden sie ihr nie nachweisen können, dass sie ihr eigenes Baby ermordet hatte.
   „Sie haben, insbesondere aufgrund Ihrer Vorgeschichte, ganz schlechte Karten und ich denke, das wissen Sie, nicht wahr?“, fuhr sie deshalb fort, „Man hätte Ihnen Christian nach der Geburt wegnehmen sollen. Kinder haben nämlich die merkwürdige Angewohnheit, in Ihrer Obhut zu sterben, nicht wahr, Frau Roth? Denken Sie manchmal noch an Nina?“
   Anja Roth explodierte und schnellte nach vorne, um Martini am Hals zu packen, doch die hatte das vorausgesehen und griff die schmächtige Gegnerin am Arm und drehte ihn ihr mühelos auf den Rücken. Dann drückte sie die Frau auf den Schreibtisch. Für einige Sekunden war nur der keuchende Atem der beiden Frauen im Raum zu hören. Dann begann die Roth zu sprechen.
   „Wissen Sie, wie das ist, wenn man aus einer Familie wie meiner kommt? Wissen Sie, wie es ist, wenn der eigene Vater die Mutter jede Woche halb tot schlägt und die ihre Wut und ihren Hass an den Kindern auslässt? Mein Vater war ein Schwein, aber er hat meinen Bruder und mich nie angerührt. Dafür hat uns meine Mutter windelweich geprügelt. Ich habe sie gehasst und hätte alles dafür getan, nicht so wie sie zu werden, doch es ist mir nicht gelungen. Ich weiß, dass ich Nina keine gute Mutter war, aber ich habe sie geliebt…“
   Martini ließ den Arm der Frau los, die leise zu schluchzen begonnen hatte und diesmal waren es Tränen echter Trauer. Die Kommissarin erinnerte sich gut an die dreijährige Nina, die vor fast sechs Jahren aus dem Fenster ihres Kinderzimmers gestürzt und gestorben war. Es war ihr erster Fall bei der Kripo Aschaffenburg gewesen - und einer ihrer schlimmsten. Das Kinder aus dem Fenster fielen kam nicht selten vor, aber Kinder, die so schlimm zugerichtet waren, wie die kleine Nina… Martini würde das Verhör, das ihr damaliger Kollege Strunz noch durchgeführt hatte, niemals vergessen. Anja Roths Gleichgültigkeit, die Dreistigkeit, mit der sie behauptet hatte, ihre Tochter habe sich die blauen Flecken, Prellungen und unzähligen, kaum verheilten Knochenbrüchen beim Spielen zugezogen. Letztlich hatten sie sie laufen lassen müssen. Das war die erste und furchtbarste Niederlage der Kommissarin gewesen. Und als sie erfahren hatte, dass auch das zweite Kind der Roth unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen war, da waren Wut und Hass wie Säure in ihr aufgestiegen. Und jetzt erzählte ihr diese Frau tatsächlich, sie habe ihre Tochter geliebt. Martini ließ die Frau angeekelt los.
   „Das ist Ihr Verständnis von Liebe?“, fragte sie fassungslos und ließ sich zurück auf ihren Stuhl sinken.
   „Wer liebt, der tötet“, flüsterte Anja Roth, die immer noch hemmungslos schluchzte, „Meine Mutter hat mich geliebt, da bin ich sicher. Denn immer wenn sie mich schlug, sagte sie, wie sehr sie mich liebte und das es ihr mehr als mir wehtun würde. Sie sagte es selbst dann noch, wenn ich schon am Boden lag und sie mich getreten hat. Doch ich fühlte mich nicht geliebt. Ich fühlte nur ihre Absätze in meinem Rücken…“
   „Haben Sie ihren Sohn getötet, Frau Roth?“, fragte Martini erschöpft und betete darum, dass die Frau endlich die Wahrheit sagen würde, damit das alles endete.
   „Ich habe ihn geliebt…genau wie Nina…“, sagte Anja Roth und ihre Augen blickten wieder ausdruckslos ins Leere.
   „Und wer liebt, der tötet?“, fragte die Kommissarin leise.
   „Ja…ja.“
   „Was ist mit Ihrem Mann? Hat er gewusst, dass Sie für Christians Tod verantwortlich waren?“
   Die Roth lachte verbittert.
   „Mein Mann ist verdammt noch mal todkrank. Nichts ist für ihn noch von Bedeutung außer seiner Krankheit.“
   „Das ist keine Antwort auf meine Frage“, sagte die Kommissarin, „Wusste er, dass sie Christian getötet haben? Und wie war das mit Nina?“
   Anja Roth ließ sich erschöpft zurück auf ihren Stuhl fallen und strich sich ihre verschwitzen Haare aus dem Gesicht.
   „Natürlich weiß er es. Auch wenn er es niemals zugeben würde. Ich war mit Nina völlig überfordert. Meine Mutter hatte mir prophezeit, dass ich es als Mutter nie zu etwas bringen würde. Und sie hatte Recht. Ich wollte nach Nina kein Kind mehr. Aber Klaus hat nicht locker gelassen. Obwohl ihm die Kleine immer egal war, wollte er nach ihrem Tod unbedingt ein weiteres Kind. Und ich wollte ihn nicht verlieren.“
   „Er hat nie gemerkt, dass Sie Nina misshandelt haben?“
   „Ich sagte doch schon, es war ihm egal“, sagte die Roth ungeduldig.
   „Es war ihm egal?“, fragte Martini fassungslos, „Aber er hat gewusst, was Sie mit Ihr gemacht haben?“
   „Vermutlich. Ich hatte es nicht unter Kontrolle. Immer wenn ich mit ihr allein war, hat sie mich in den Wahnsinn getrieben.“
   Der Kommissarin lief es kalt den Rücken hinunter. Eine Dreijährige hatte sterben müssen, weil sie ihre Mutter „in den Wahnsinn getrieben“ hatte.
   „Aber Christian haben Sie nicht geschlagen. Jedenfalls haben wir keine Anzeichen dafür gefunden.“
   Anja Roth begann wieder leise zu schluchzen.
   „Er war doch so klein und zerbrechlich. Ich hatte solche Angst, dass ihm etwas zustoßen könnte.“
   „Sie meinen, dass Sie ihm zustoßen könnten“, sagte Martini zynisch und sah mit schmerzlicher Befriedigung, wie die Roth zusammen zuckte.
   Die junge Frau schwieg einige Sekunden.
   „Ja.“
   „Dann hat also nicht Ihr Mann Sie davon abgehalten, sich an Ihrem Sohn zu vergreifen?“
   „Christian hat ihn doch überhaupt nicht interessiert. Nichts interessiert ihn wirklich.“
   „Und deshalb deckt er Sie?“
   Die Roth sah auf und lächelte traurig.
   „Nein. Er deckt mich, weil er Angst davor hat, allein zu sein, wenn ich ins Gefängnis komme. Er deckt mich, weil er nicht allein sterben will.“
   „Wie lange geben ihm die Ärzte noch?“, erkundige sich Martini.
   „Sechs Monate. Vielleicht ein dreiviertel Jahr.“
   „Erzählen Sie mir, wie Sie Christian getötet haben.“
   Anja Roth schlang die Arme um ihren schmächtigen Oberkörper und beugte sich leicht nach vorn. Sie schwieg mehrere Minuten, doch schließlich begann sie zu sprechen.
   „Klaus hatte eine harte Nacht. Er hat mich viermal aufgeweckt, weil er Schmerzen hatte. Und einmal, weil ihm kalt war. Das war die dritte oder vierte Nacht in Folge, in der ich kaum mehr als zwei Stunden Schlaf bekommen hatte. Um kurz vor sechs bin ich aufgestanden, in Christians Zimmer gegangen und habe ihn mit dem Kissen erstickt.“
   Martinis Hand zitterte angesichts dieser lapidaren Beschreibung der entsetzlichen Tat, als sie sich eine weitere Zigarette anzündete.
   „Warum, Frau Roth?“, fragte sie mit brüchiger Stimme, „weil es sechs Uhr war? Weil es draußen regnete? Oder weil Sie gerade nichts Besseres zu tun hatten?“
   „Ich weiß es nicht“, flüsterte die Roth tonlos, „Er war kurz davor aufzuwachen. Er wachte immer um diese Zeit auf und ich wusste, dann würde das Brüllen wieder von vorne losgehen. Und er würde meine ganze Zeit beanspruchen. Und wenn nicht er, dann Klaus, der seine Medizin wollte, oder eine Decke brauchte oder einfach nur über seine Krankheit reden wollte. Da ist irgendetwas in mir ausgeklinkt.“
   „Ausgeklinkt?“
   „Ich habe das Kissen auf sein Gesicht gedrückt. Er hat sich kaum gewehrt. Nur einmal hat er sich aufgebäumt und seine kleinen Händchen haben nach mir gegriffen.“
   Anja Roths Stimme brach und sie krümmte sich zusammen.
   „Als ich sicher war, dass Christian tot war, habe ich ihn umgedreht, auf den Bauch gelegt und das Kissen unter seinen Kopf gelegt. Damit es wie ein Unfall aussah“, fuhr sie heiser fort.
   „Warum haben Sie so lange gewartet, bis Sie die Polizei gerufen haben?“, fragte die Kommissarin und versuchte die aufgestiegene Übelkeit zu unterdrücken.
   „Ich weiß nicht“, erwiderte die Roth leise, „Ich hatte einen Filmriss. Ich habe stundenlang neben seiner Wiege gesessen, bis Klaus plötzlich in der Tür stand.“
   Martini sehnte sich verzweifelt nach einem Schnaps. Müde drückte sie die Zigarette im vollen Aschenbecher aus.
   „Und Nina?“
   „Ja, ich habe sie getötet. Ich habe sie nicht aus dem Fenster geworfen, wenn Sie das meinen, aber letztlich habe ich sie doch umgebracht. Ich war sturzbetrunken. Ich hab´ nicht mal gemerkt, dass ich das Fenster offen gelassen hatte…“
   „Ich wünschte, ich wäre Ihnen nie begegnet, Frau Roth“, sagte die Kommissarin kalt.
   Anja Roth lächelte schwach.
   „So geht´s mir auch jedes Mal, wenn ich in den Spiegel sehe.“
   Martini schaltete das Tonbandgerät ab.

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1978
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Hallo Silke,

so ganz begreife ich die Geschichte und ihre zugrundeliegende Logik nicht.

Warum bricht sie beim Verhör zusammen und gesteht alles? Sie wurde ja nicht sonderlich hart angepackt, außerdem hätte sie dann schon die erste Tat gestanden. Ihr Zusammenbruch wird zudem nicht ersichtlich.

Also es Zufall war, daß Nina aus dem Zimmer fiel, aber vorher war sie noch "anwesend" genug, das Mädchen so zu verprügeln, dass die äußeren Kennzeichen der Gewalthandlung offensichtlich waren?

Bis bald,
Michael

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Marcus Richter
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 73
Kommentare: 552
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Hallo Silke,
gar nicht mal schlecht, denke ich. Wenn ich jetzt sage, zwar nichts Weltbewegendes, dann rührt das nur von meiner Liebe zum Monumentalen her. Du hast eine traurige Ausnahmesituation – oder vielleicht Alltäglichkeit genommen und sie benutzt, um einer erfundenen Kommissarin ein Gesicht zu geben. OK, es ist ein wenig pathetisch, aber nur weil ich glaube, dass die Kommissarin noch ein wenig halbgar rüberkommt – die Geschichte ist zu kurz, um zu klären, warum die Kommissarin noch immer in ihrem alten Hass verhaftet ist. Hat sie keinen Ort auszuruhen? Einen Ort, wo sie nachdenken und ihren Frieden mit der Welt, mit sich selbst und ihrer Vergangenheit schließen kann?
In diesem Sinne, glaube ich, deine Prot. bedient ganz gut das Klischee des von der Welt angewiderten Polizisten, der wieder und wieder in den Sumpf des Verbrechens zurück muss, um seine eigenen Gespenster zu jagen.
Also wirklich, ich mag so was. Guter Einstieg für eine Persönlichkeitsanalyse, wenn du gedenken solltest, deine Prot. auch in weitere Geschichten einzubauen – oder vielleicht schon hast.

Schönen Gruss,
Marcus

PS: Michael hat Recht, wenn er nach dem Warum fragt, aber ich glaube, bei der Kürze der Geschichte ist das eher unerheblich. Deine Kommissarin gehört wohl eher in einen größeren Rahmen. Wichtig ist an ihr, dass sie, und nicht die Verhaftete beleuchtet wird. Ich schätze, sie ist das Kind, um das sich jemand kümmern sollte. – Echt schöner Ansatz, ehrlich. Könnte über die Sache noch lange nachdenken.

__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Grünbein

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