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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
NRW hat gewählt
Eingestellt am 11. 05. 2010 17:13


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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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Der Nordrhein Westfale hat gewählt:

Und er hat gewählt, wie er ist. Etwas durcheinander. Auf den ersten Blick unverständlich.
Zusammenhangslos.
Aber, so ist er nun mal. Genau wie das Land in dem er lebt.
Was ist das? Ein Nordrhein Westfale...
Etwas, das es nicht gibt.
Der Westfale ist kein Münsteraner. Die Lipper backen ihr eigenes Brot. Der Bueraner schaut auf den Gelsenkirchner herab. Der Sauerländer hat mit dem Rheinländer so wenig zu tun, wie der Kölner mit Helau.
In diesem Zusammenhang verbietet es sich geflissentlich das Wort „Düsseldorf“ in den Mund zu nehmen.
Der Kreis Recklinghausen hat alles eingemeindet, bis zur holländischen Grenze.
Apropos Holländer. Im Bergischen Land glaubt man seit jeher, der Niederrheiner sei Holländer, und Aachen läge in Belgien oder Frankreich.
Nein, Gemeinsamkeiten gibt es kaum in diesem Konstrukt der Nachkriegszeit.
Ah, aber das Ruhrgebiet.
Da soll die Seele schlagen.
Weit gefehlt. Trotz 40 Jahren andauernder Versuche den ÖPNV zusammen zu fügen, und seinem Namen gerecht zu werden, kann man bis heute nicht mit einer U-Bahn von Essen nach Dortmund fahren, ohne drei mal umsteigen zu müssen.
Und der Fußball?
Gemeinsam ist den Vereinen nur die Stadtgrenze, und die angeborene Abneigung aufeinander.
Soll lieber ein Bajuware den Titel holen als der Nachbar.
So haben wir also gewählt, und uns entschieden nichts zu entscheiden.
Warum den Rüttgers wählen? Den kann man sich doch kaufen!
Und Frau Kraft?
Eine Landesmutter?
Wo bleibt denn da die starke Hand!
Wir wollen lieber beherrscht werden. Wir ergeben uns lieber den Großen.
Wie damals dem Napoleon.
Wer weiß denn zu berichten von tapferen Siegerländern, die sich gegen die Fremdherrschaft auflehnten?
Wer spricht ehrfurchtsvoll von tadellosen Schalkern, die sich mit Wattenscheidern, gegen den Franzmann erhoben?
Was uns bleibt an Gemeinsamkeit ist wohl die abstrakte Kunst
Wie anders wäre diese Wahl zu erklären.
Ein Kandinsky!
Das Bild hat einen Namen. Und wir sehen Details, die sich zu keinem Bild fügen wollen.
So bin ich dann ganz typisch ein Nordrhein-Westfale:
Mein Vater sagt wir sind Ruhrgebietler, der Onkel sieht unser Geburtshaus in Westfalen, und Großmutter wähnt sich und ihr Grab am Tor zum Münsterland.
Nein, wählen ist nicht unsere Stärke.

__________________
RL

Version vom 11. 05. 2010 17:13
Version vom 11. 05. 2010 20:52

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