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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
NY City 11. Sept. 2001 WTC
Eingestellt am 11. 09. 2003 19:24


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Buffy
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NY 11. September 2001 WTC

Angst vor Terror, oder die Macht der Medien
© copy by KW 2001

Wieder einmal habe ich CNN an und warte gespannt darauf, ob der
US Nachrichten Sender neue Bilder bringt.
Pech, eine Live Übertragung. Der Außenminister gibt eine Pressekonferenz. Ich verstehe kein Wort. Kann dauern. Was bringt NTV?
Zusammenfassung. Alles alte Bilder. Kenne ich, habe ich schon gesehen. Seit 48
Stunden die gleichen Bilder. Langweilig.
Weiter.
ARD hat eine Debatte im Programm. Die Namen klingen gut. Scheinen kompetente Leute zu sein. Ich höre ihnen eine Weile zu. Mir fÀllt auf, dass ich zuhöre, aber die
Teilnehmer nicht. Das sachliche GesprÀch ist meines Erachtens nicht sachlich. Jeder bietet seine Meinung an, wie der BananenverkÀufer auf dem Hamburger Fischmarkt die Bananen. Ich bin enttÀuscht.
Weiter.
ZDF. Der Kanzler spricht. Höre wie der Satz fÀllt, wir gewinnen. Frage mich, womit? Scharping?
Zappe weiter.
RTL- Werbung, SAT1- Webung. Jetzt bringen alle freien Sender Werbung, also zurĂŒck auf CNN.
Nichts Neues, so ein Pech. Ich stelle den Fernseher ab. Mal sehen, ob im Internet etwas Aktuelles zu finden ist!

Ich glaube, wir wissen mehr oder weniger, was wir von den Medien zu halten haben.
Und die Medienveranstalter wissen es natĂŒrlich auch.
Sie geben uns nur das, was wir letztendlich wollen. Skandale und Katastrophen? Reality im Pantoffelkino? Warm, gemĂŒtlich, satt und bequem.

Im Hightech-Zeitalter nur sachliche Informationen?
DafĂŒr brauchen wir wirklich keine Satelliten am Firmament.
Wir wollen schließlich teilhaben am Geschehen dieser Welt. Rund um den Globus und rund um die Uhr. Wenn möglich auf 300 Programmen gleichzeitig.
Egal, ob nun TV, Radio, oder auf der Autobahn.
Hauptsache, wir sind weit genug von den, Toten, Verletzten, Hungernden und
Leidenden, entfernt.

Ich sehe keinen Unterschied zwischen Medienmogul, AutoverkÀufer, oder einem
Versicherungsvertreter.
Alle wollen sie, oder besser gesagt, alle mĂŒssen sie ihre Produkte/Werbung verkaufen. Mein Gott, wie paradox.
MĂŒssen wir Konsumenten, ausgerechnet zwischen dem Anschlag auf das WTC und den vielen Toten, jetzt auch noch mit Reklame ĂŒber Rentenfonds, Lebensversicherungen und DiĂ€tmargarine, gestört werden.
Sind wir schon so abgestumpft, das wir die Flimmerkiste nicht mal ausschalten können? Geschockt und sprachlos, starren wir wie gebannt, ja fasziniert auf die
Schreckensbilder.
Übertrifft doch die Reality bei weitem, was uns Action Darsteller „Schwarzenegger“ zu bieten hat.

Ach wie schön war doch der tödliche Unfall von Prinzessin „Diana“, der Königin der Herzen.
Wir konnten gar nicht genug, vom Autowrack zu sehen, bekommen.
Und erst diese lebendigen GefĂŒhle. Endlich mal wieder Anteilnahme spĂŒren, MitgefĂŒhl zeigen, Trauern.
Wann haben wir sonst Gelegenheit dazu.
Seien wir doch ehrlich, wann endlich kommt der nÀchste Terror Anschlag? Wann sehen wir live, wie eine Stadt dem Erdboden gleichgemacht wird?
Krieg ist doch langweilig. Immer nur junge Soldaten im
T-Shirt auf den FlugzeugtrÀgern, die Bomben laden, wie Strohballen auf einen AnhÀnger.
Ist das die so genannte „Nintendo“ Generation. Was mĂŒssen diese jungen Soldaten
frustriert sein, sehen sie noch nicht einmal, ob sie auch getroffen haben.
Echt cool, diese Boys!

Ich habe Angst.
Angst vor Krieg, Hunger, Vertreibung, Leid und Tod.

Mal sehen, ob CNN was Neues bringt.




__________________
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Michael Schmidt
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Hallo buffy,

den Satz :Übertrifft doch die Reality bei weitem, was uns Action Darsteller „Schwarzenegger“ zu bieten hat.

Verstehe ich nicht. Wie passt er zu dem vorherigen Absatz? Sollte nicht noch ein erlÀuternder Satz folgen?

Generell sprichst du ja eine Menge interessanter Themen an, nur wirkt der Text ein wenig wie eine GedankenstĂŒtze, als hĂ€ttest du spontan das aufgeschrieben, was dir gerade eingefallen ist. Dann frage ich mich aber, was du mit diesem Text aussagen möchtest?

Bis bald,
Michael

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Buffy
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Aussage des Textes

Hi Michael,
erst einmal entschuldigung, aber ich hatte leider zu wenig Zeit, auf deine RĂŒckmeldung zu antworten.
Vergessen habe ich dich aber nicht. OK!

Meine Aussage des Textes ist eine Reflektion meines persönlichen Verhaltens, wÀhrend des Anschlages auf das WTC.

Wie ich mich von den Medien manipulieren lasse. Dass ich es einfach geschehen lasse, zulasse und mich verhalte wie ein hypnotisiertes Kanninchen vor einer Schlange.
Das es bei dieser Art von Information sehr schwer fĂŒr mich ist, zu unterscheiden, was ist Real, was ist Fiction.
wochenlang die gleichen Bilder die gleichen Berichte werdem einen eingehÀmmert, solange, bis ich abgestumpft meinen alltÀglichen Pflichten nachgehe, die Schreckensbilder sehe,
aber feststelle, sie berĂŒhren mich kaum noch.
Als ob ich nur einen Aktion oder Katastropfenfilm gesehen hÀtte.
Mein Verhalten hat mich wĂŒtend gemacht und der Text ist meine Hilflosigkeit.
Ich hoffe, dir damit geholfen zu haben, aber ich erkenne jetzt auch, mein Text ist doch stark Überarbeitungs- bedĂŒrftig.
Es grĂŒĂŸt dich Buffy
__________________
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Franktireur
Guest
Registriert: Not Yet

Zu dem Text möchte ich formal hier nichts sagen, er ist eine Tagebucheintragung, in der ich schon gespĂŒrt habe, was Buffy bewegt udn zu dem Thema in ihr vorgeht.
Ich habe mich seinerzeit sehr rasch von all dem abgewendet, was im Zuge des Terroranschlags gezeigt, geredet, gezeigt, geredet, gezeigt und geredet wurde.
Ich habe nach wie vor die gleiche Meinung dazu wie seinerzeit: Was machte den Anschlag soooo schrecklich?
Etwa die Zahl der Opfer? Oder die PerfiditĂ€t der DurchfĂŒhrung?
Jeden Tag sterben in BĂŒrgerkriegen, die wir nicht einmal kennen, Menschen auf brutale Weise, jeden Tag sterben Menschen des Hungers, solche AnschlĂ€ge wie der auf das WTC geschehen nahezu tagtĂ€glich (in "kleinerem" Maßstab) -
und keinen kĂŒmmerts oder holt es hinterm Ofen hervor, es ist Normalzustand in dieser verdrehten Welt.
Ich kann in diesem Anschlag nichts Schlimmeres entdecken als in all den anderen o.g..
Und deshalb mache ich bei diesem "Betroffenheitswahn" auch nicht mit, was das WTC betrifft.
Und das Buffy ihre Zeit brauchte, um fĂŒr sich klarzukriegen, daß derartiges von den Medien nur zum Ankurbeln von Sendequoten und Werbeeinnahmen mißbraucht wird, liegt wohl daran, daß man außerhalb des Systems stehen muß, um die Wirkungsmechanismen des Systems zu erkennen. Insofern stehe ich außerhalb, da ich weder ĂŒber Radio noch TV verfĂŒge und auch auf Tageszeitungen verzichte. Und trotzdem bekomme ich alles mögliche mit, lĂ€ĂŸt sich nicht umgehen. Aber ich kann wenigstens entscheiden, was ich davon an mich ranlasse und was nicht (nicht gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig gemeint, sondern allein auf die Infoflut bezogen, die im Übrigen mehr einfĂ€ltig als vielfĂ€ltig daherkommt). In meiner Erinnerung hat sich jedenfalls eines festgebrannt: die erste Reaktion in diesem unseren Lande war: ach wie schrecklich! und die nĂ€chste war bereits: Ob uns so etwas auch passieren kann? Das sagt doch alles, oder?! Da kann ich drauf verzichten, ehrlich gesagt, das sind KrokodilstrĂ€nen, die da geweint werden. Ich finde das alles einfach nur doppelmoralistisch bis ekelig. Und wer dann irgendwann beginnt, ernsthaft darĂŒber nachzudenken, zu grĂŒbeln, sich und seine Innenwelt dazu zu durchforsten, der hat meinen Respekt. Insofern hat Buffy meinen Respekt, da sie dies tut.

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