Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95260
Momentan online:
484 Gäste und 10 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Nach dem Streit
Eingestellt am 29. 08. 2002 16:14


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Sternenstaub
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2002

Werke: 24
Kommentare: 50
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Sternenstaub eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Nach dem Streit


Als die letzten Strahlen der Sonne das St├Ądtchen in ein magisches Licht getaucht hatten
und der Himmel so bleiern erschien,
wusste ich dass weitaus mehr in der Luft lag
als jene ersten Zeichen der hereinbrechenden Nacht....


Um 00:37 Uhr Ortszeit, ergoss sich dann Regen wie ein Meer ├╝ber die Stadt.
Das k├╝hle Nasse str├Âmte von den Welld├Ąchern unserer Scheunen herab und bildete
auf den unebenen Pflastersteinwegen ge├Ąderte B├Ąche.

Es regnete weitere zwei Stunden.

Obgleich ich in jener Nacht Morpheus Armen entfliehen wollte,
├Ąrgerte mich die Unruhe die das Wetter mit sich brachte und die Unm├Âglichkeit
durch fortw├Ąhrende Stille in den Schlummer zu sinken.

Ablenkung-

Zun├Ąchst vom Regen, dann von Jonas.
Mi├čgestimmt strampelte ich mich von meiner Pl├╝schwolldecke los, schl├╝pfte in zwei Monsterpantoffel
und schlich treppab in die K├╝che.
Ich wankte die Stiegen hinab durch die Dunkelheit, hatte irgendwann aufgegeben noch weiter nach Lichtschaltern zu suchen und kramte nun in einer muffigen Schublade nach den Teelichtern.


Das Teelicht flackerte jetzt in einer kleinen,
terracottafarbenen Keramikschale lustig vor sich hin.

Mein Blick richtete sich auf das Fenster vis-á-vis.

Hatte es aufgeh├Ârt zu regnen?

Gleissend brach das Halbmondlicht durch den klirrenden Tau auf Efeu-umwickeltes Mauerwerk und verbreitete eine vertrauensw├╝rdige, friedliche Atmosph├Ąre,
gerado so als wollte es meine Melancholie begr├╝ndet haben.

Ger├Ąusche...

Mein Herz schien oben anzuschlagen und zaghaft streckte ich eine Hand nach der Schale mit dem Teelicht aus,
schlich dann durch den Korridor vorbei an dem wuchtigen Dielenschrank, dem Ger├Ąusch entgegen.

Angst wechselte in Panik um und unf├Ąhig mich zu bewegen, wartete ich ab was passieren w├╝rde.

Stille.

Ein Irrtum?

Ich stand noch einige Minuten wie angewurzelt im Flur herum, eh ich mich dazu durchrang
umzukehren und in der K├╝che weiter in meinen Depressionen zu baden.

Aggressives T├╝rklingeln brachte mich einer Ohnmacht nahe.

Als ich die T├╝r ge├Âffnet hatte, sah ich Jonas vor mir stehen.
Er trug einen marinefarbenen Mantel und sein Haar war etwas glatter als sonst.

Ich lie├č ihn ein.

In seinen dunklen Augen flimmerte das kleine Feuer des Kerze,
seine Wangen mussten gl├╝hen so ger├Âtet waren sie
und sein Blick schien allgemein sehr ausdruckslos.

Er hielt etwas in seiner rechten Hand.

Mit einem Teelicht bewaffnet tastete ich mich zum Bad, suchte ihm ein paar gro├če Handt├╝cher heraus und zwang ihn einen Morgenmantel an- und seine nassen Sachen auszuziehen.


Das lodernde Kerzenlicht schien nunmehr bedrohlich und die eingekehrte Stille, begr├╝ndet dadurch dass sich der Regen nun endlich gelegt hatte, beruhigte mich nicht mehr wirklich.

"Jonas...."

Glitzern breitete sich in seinen Augen aus, doch bevor ich etwas sagen konnte,
lie├č er seinen Kopf schwer auf meine Schulter fallen, nahm meine H├Ąnde und gleichzeitig...
fiel ein kleiner Teddy auf die K├╝chenfliesen.

"Jonas... was ist das?"

Ich nahm den Teddyb├Ąren vom Boden auf und entdeckte ein kleines eingen├Ąhtes Schildchen auf seinem R├╝cken, mit der Aufschrift:

"Ich will nicht mehr allein sein..."

Die Kerze verlischte und tauchte Jonas und mich in jenes zauberhaftes, fahles Mondlicht.

Wir waren eins mit der Nacht.

"Wollen wir nicht schlafen gehen?", h├Ârte ich Jonas zerknirscht sagen, doch ich dr├╝ckte nur den kleinen B├Ąren an mich, ganz ganz fest...
und ich w├Ąre noch bis zum Sonnenaufgang so verweilt, h├Ątte Jonas mich nicht die Treppe hoch zu unserem Bett getragen.

__________________
ich w├Ąre zu gerne....
Staub der Sterne...

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Werbung