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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Nachbarschaftshilfe
Eingestellt am 07. 09. 2003 22:59


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BlauerRegen
Autorenanwärter
Registriert: Aug 2003

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Schon wieder so ein Tag, an dem man eigentlich gleich wieder ins Bett zur√ľck will. Scheiss Wetter - scheiss Laune. Und dann diese Unordnung in der Wohnung. Heute ist der Zwanzigste und das Geld ist fast alle. Wie soll ich nur √ľber den Monat kommen?
Er geht in die K√ľche, r√ľhrt sich einen Instant-Kaffee zusammen und setzt sich ins Zimmer auf die Couch. In der Schachtel sind noch zwei Zigaretten. Er nimmt sich eine heraus uns z√ľndet sie sich an, er muss husten. Um 12 Uhr hat er einen Termin auf dem Arbeitsamt, wo er eigentlich nicht hin m√∂chte, weil dort immer so viel Andrang ist. Er muss sich dort einen Ablehnungsbescheid holen, damit er Geld vom Sozialamt kriegt. Diese scheiss Formalit√§ten immer. Warum kann der vom Arbeitsamt nicht einfach beim Sozialamt anrufen und bescheid sagen, dass ich von dort keine Kohle kriege? Er geht ins Badezimmer und pinkelt ins Waschbecken. Er findet das hygienischer. Wenn er im Stehen ins Klo pinkelt, dann spritzt der Urin immer umher. Das findet er abstossend, wenn √ľberall um das Klo herum und auf dem Toilettenrand diese kleinen Urin-Wassertr√∂pfchen herumliegen. Ausserdem ist es Wasserverschwendung, wegen so einem bischen Pisse 20 Liter Wasser hinterher zu sp√ľlen. Er schaut dabei in den Spiegel und stellt fest, dass eine Rasur noch nicht zwingend erforderlich ist. Geduscht hat er vorgestern, das reicht auch noch. Pl√∂tzlich klingelt es. Er geht zur T√ľr und der Hausmeister Niebler, sein Nachbar, steht davor. Ein unangenehmer Typ. Er ist ein grosser, dicker und b√§rtiger Kerl und hat die Manieren eines Bauerns. Gr√ľssen tut er nie und er scheint immer schlechte Laune zu haben. Seine Frau ist ein weibliches Abbild von ihm, aber sie scheint nett zu sein. Jedenfalls ignoriert sei einen nicht, wenn man ihr auf der Treppe begegnet.
Niebler: Morjen, Becken
Becken: Guten morgen.
Niebler: K√∂nn Se mir ma helfen? Ick brauch ma kurz eenen, der meene Antenne ausrichtet. Ick jeb Ihnen n Funkjer√§t und dann sag ick Ihnen, wenn dit Bild jut iss. dr√ľckt ihm ein Funkger√§t in die Hand
Becken zögert, will eigentlich nicht: Dann muss ich ja aufs Dach.
Niebler: Sein Se doch ma so nett, ick helf ja ooch wo ick kann. Dreht sich um, geht in seine Wohnung.
Er schaut auf das Funkger√§t, z√∂gert und steigt mit energischen Schritten auf Socken die Treppen nach oben. Oben angekommen steigt er die Leiter zum Dach hinauf. Es ist verdammt windig. Hastig kriecht er, sich mit einer Hand an Haltegriffen festhaltend, auf dem Ziegeldach zur Parabolantenne. „Ich bin jetzt oben“, spricht er durchs Funkger√§t. „Drehn Se ma. Ick sag Ihnen, wenn dit Bild jut iss“, antwortet der Nachbar. Jetzt wird ihm mulmig zu Mute. Es ist windig, er ist auf einem Schr√§gdach und er kann sich nicht festhalten, wenn er die Antenne dreht. Schliesslich h√§lt er in der anderen Hand das Funkger√§t. Vorsichtig hockt er sich hinter die Antenne und versucht mit einer Hand gegen die Antenne zu dr√ľcken. Sie gibt nicht nach, sie scheint festgerostet zu sein. In ruckartigen St√∂ssen dr√ľckt er immer wieder dagegen, aber sie bewegt sich kein St√ľck. In ihm steigt langsam der Zorn auf. Erst l√§sst sich von dem Typen √ľberrumpeln und dann klemmt auch noch diese beschissene Antenne. Dabei hat er eh schon schlechte Laune gehabt. „Du verdammtes Scheissding, jetzt beweg Dich“, sprudelt er vor sich hin. Er wird jetzt immer ungehaltener und setzt sein ganzes K√∂rpergewicht ein, um die Antenne zu bewegen. Mit einem Mal l√∂st sich der Rost und die Antenne dreht sich unter der Gewalteinwirkung laut quietschend um 90¬į. Michael verliert das Gleichgewicht und kann sich gerade noch am Kabel festhalten. Ein gewaltiger Schreck durchf√§hrt ihn, als er an dem Kabel festhaltend in die Tiefe schaut. „Eben wars gut“, schreit Niebler durch das Funkger√§t, „nu dreh mal wieder n St√ľck zur√ľck“. Becken hat M√ľhe, wieder in seine Ausgangposition zu gelangen. Er zieht sich am Kabel wieder in Hockposition und schnauft erst einmal durch. Worauf hab ich mich bloss eingelassen? Wieso hab ich dem Fettsack nicht gesagt, dass er selber aufs Dach steigen soll und ich schau aufs Fernsehbild? „Was machst Du denn da oben?“, schreit Niebler mit ungeduldigem Tonfall. „Ich hab ein paar Probleme, Moment noch“, antwortet Becken. Michael √ľberlegt kurz und versucht, sich wieder auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Sein ganzer K√∂rper zittert noch von dem Schrecken. Er l√§sst ab, um sich erst mal wieder zu sammeln und nimmt eine sichere Position ein. „Hey Bursche, bei mir passiert jar n√ľscht. Ick seh nur Schnee.“, t√∂nt es aus dem Funkger√§t. Soll er doch seine bl√∂de Fresse halten, denkt sich Michael. Er nimmt das Funkger√§t und √ľberlegt, was er sagen soll: „Nun warten Sie doch einen Moment, es ist sehr windig hier oben“, antwortet Michael. „Na dit kann doch nich so schwer sein, die Sch√ľssel etwas zu drehn. Stell Dich nich so bl√∂de an“, schreit Niebler nun ziemlich ungehalten. Michael setzt widerwillig zu einem neuen Versuch an. Er hockt sich wieder hinter die Antenne und dreht sie nun in die Ausgangsposition zur√ľck. Pl√∂tzlich l√∂st sich ein Ziegel auf dem Michael fusst. Er rutscht ab, kann sich gerade noch an der Stange der Parabolantenne festhalten und liegt bauchl√§ngs auf dem Dach. Seine F√ľsse gucken ab den Knien √ľber die Dachrinne hinaus. Das Funkger√§t l√§sst er dabei fallen, es rutscht am Schr√§gdach entlang und f√§llt in die Dachrinne. Er versucht sich am Haltemast der Antenne wieder hochzuziehen, doch er hat nicht gen√ľgend Kraft daf√ľr. Mit einer Mischung aus Wut, Hass und Angst schreit Michael lauthals um Hilfe. An das Funkger√§t kommt er nicht heran, um den Knopf zum Sprechen zu dr√ľcken. „Du bl√∂der Idiot, bist Du nicht imstande, die scheiss Antenne zu drehn?“ entf√§hrt es in aggressivem Tonfall dem Funkger√§t „Du bist ja noch bl√∂der als mein Sohn und der ist schon richtig bescheuert. Beim n√§chsten Mal frag ich den Kemmerer, wenn ich Hilfe brauche.“
In dieser aussichtslosen Lage bricht auf einmal der Haltemast f√ľr die Antenne ab, Michael rutscht vom Dach und f√§llt auf den F√ľssen landend auf die Terrasse des obersten Stockwerks. Er plumpst auf den Hintern, Teile der Dachrinne, das Funkger√§t und der Haltemast mitsamt der Parabolantenne fallen hinterher. Michael ist jetzt voll von Adrenalin, als er immer noch aus dem Funkger√§t t√∂nend h√∂rt: „...Du mieser Nichtsnutz, arbeiten gehst Du nicht und auch sonst kriegst Du nichts zustande. Kein Wunder, wenn Dich Deine Freundin verlassen hat.“ „Herr Niebler, ich bin gleich soweit“
Am nächsten Tag wurde Hausmeister Niebler mit 14 Messerstichen im Flur seiner Wohnung tot aufgefunden.

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Stoffel
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Hi,

" Um 12 Uhr hat er einen Termin beimArbeitsamt,.."

Dann fiel mir auf, dass Du wechselst. Vom Erzähler hin zum Ich-Erzähler.
Beispiel:
"Warum kann der vom Arbeitsamt nicht einfach beim Sozialamt anrufen und denen sagen, dass er von dort keine Kohle kriegt?"
(Du hast dort "ich" geschrieben...und setzt sodann wieder mit "er"..fort)

"Pl√∂tzlich klingelt es an der T√ľr. Er geht hin...und"

"Jeden Falls ignoriert sieihn nicht.."
(nurn Schreibfehler)

Wenn Dialog ist, weil es gleich wieder in Text √ľbergeht, w√ľrde ichs dann doch in G√§nsef√ľsschen setzen.
Hier weiß ich nicht, wie andre das finden, aber das mit, wie in nem Drehbuch, Dopplepunkt=Dialog, finde ich nicht so gut.

WO kommt plötzlich "Michael" her?? WER ist das? "ER"??
Dann solltest Du ihm gleich den Namen verpassen, oder beim "er" bleiben. Aber mir sinds eh zu viele "er" da drin..

WER..ist "Becken"??

Witziger wäre..denn niemand weiß, wer "
Kemmerer" ist..
"Das nächste Mal frag ich meine Grossmutter..wenn ich Hilfe brauche"

Hm..ich denke, ein Grund zum Töten..ist DAS nicht.
Aber ich hab die Story gelesen und wenn ich das mache, dann schreib ich auch immer was dazu

lG
Stoffel

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GabiSils
???
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Stoffel, du solltest die Vorschaufunktion benutzen, die Formatierung sieht ein bißchen komisch aus ...

Gruß,
Gabi

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Stoffel
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He Gabi,

mir fällt auf, Du bist mir "auf den Fersen"*lach*
Hast Du mich aboniert??

Ich nehme meist erst mal.."Vorschau", aber was in aller Welt meinst Du mit "Formatierung"??
Ich stell doch keinen eignen Text ein..wo ich formatiere..
Ich gebe Anregung und Vorschläge zu einzelnen Sätzen. Nicht die ganze Gschicht.
*gr√ľbel*

liebe Gr√ľ√üe in die Schweiz
Susanne

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GabiSils
???
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Nö, ich hab dich nicht abonniert, aber du bist in meinem Forum - da seh ich alles

Ich meinte deinen Kommentar, wo pl√∂tzlich die Fettschrift auftaucht und sich durchzieht - f√ľr mich nicht recht verst√§ndlich, ist das Absicht so?

Gruß,
Gabi

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Stoffel
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Hallo Gabi,

ach jetza ba..
sehe grad..DU bist ein Moderator *lach*
sorry..bei manchen weiß ichs ja, aber es werden ja auch mehr und da weiß ichs nicht..schaue nicht immer nach "links" wos drunter steht*smile*

Du, ich habe nur einen einzigen Satz, bzw..etwas aus dem Satz fett-geschrieben.
Vielleicht weiß Blauer Regen wieder, wies gemeint ist.

Musste echt eben lachen...

Also..ich habe nur paar Wörter betonen wollen, um etwas aufzuzeigen.

lG
Stoffel

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