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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Nachdenken über die Geschichte des Sex
Eingestellt am 24. 02. 2007 19:27


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dubidu
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Wahrscheinlich haben unsere Vorfahren nur deshalb mit dem Sex angefangen, weil sie glaubten, der Gen-Cocktail garantiere ihren Nachfahren eine bessere Anpassung an den alltäglichen Überlebenskampf.

Hätten sie gewusst, was seit Menschengedenken und heute noch ganz besonders in islamischen Gesellschaften mit Ehebrechern geschieht, dann wären unsere Ahnen nicht auf solche dummen Ideen gekommen, vorausgesetzt sie wussten, was sie tun. Denke ich an die Trauer nach der unvermeidlichen Trennung von Männlein und Weiblein, an tragische Missetaten im Anschluss an dramatische Eifersuchtsszenen oder an das Leid, weil Männer so schlecht einparken und Frauen so schlecht zuhören können, dann war das duale System ein Irrtum der Evolution.

Unsere Vorfahren vor Einführung des "Geschlechterkrampfs" hatten es doch viel besser. Einzeller teilten sich einfach. Keine Diskussion darüber, wer die Kinder in die Schule bringt oder ob es an der Zeit sei, mal wieder miteinander zu schlafen. Der Kavalier musste sich nicht in Schale schmeißen, mit seiner Auserwählten dreimal um den Globus reisen und ihr in Paris beim Candle-Light-Dinner einen Antrag machen. Nein, es machte plopp und schon wuselte Einzell-Egons Spiegelbild einträchtig neben ihm her und das ohne Spiegel.

Ja, das waren noch Zeiten: die Energieeffizienz lag bei hundert Prozent. Und heute? Wissen Sie wirklich, was es kostet, Homo-Sapiens-Egon und Homo-Sapiens-Erna für einen Lebensabschnitt glücklich zu machen, liebe Leser? Die Umweltkrise wird doch nur verursacht, weil Ottonormal-Sapiens seiner Angetrauten vor das gemeinsame Zweihundert-Quadratmeterheim auch noch eine Zwanzigliter-Dreckschleuder stellen muss.

Haben Sie sich mal überlegt, wie viel Tseozwei in die Luft gepustet wird, weil sechshundert Kubikmeter Wohnraum mit Erdöl oder mit Erdgas beheizt werden müssen? Und nur deshalb, weil der Magier der Evolution auf geile Warmblüter nicht verzichten wollte. Dabei ist das Warmblütersein "Luxus pur", wie es im Pisa geschockten Neudeutsch heißt! Unsere Einzellervorfahren hausten auf dem Meeresgrund bei ein bis zwei Grad Celsius und fühlten sich pudelwohl. Und wir müssen im Winter unser Heim auf erträgliche zwanzig Grad aufheizen und das mit Brennern, die nicht mehr als zehn Prozent Energieeffizienz schaffen.

Also ich verzichte ab heute auf Sex und bin auch nicht mehr traurig, dass die Menschheit unserem Planeten bald den Todesstoß versetzen wird. Ein baldiger kurzer Schrecken mit Ende und ich werde im nächsten Leben als Einzeller wiedergeboren. Das ist doch mal eine Perspektive!

Reflexionen und Gedanken nach einem Besuch des Neanderthal Museums und der Sonderausstellung: 100,000 Jahre Sex
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Die Tollkühnheit des Schreibers und sein spontanes Bedürfnis nach Wahrheit müssen allemal größer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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