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Leselupe.de > Gereimtes
Nachkrieg
Eingestellt am 07. 05. 2008 13:23


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gonrom
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2008

Werke: 4
Kommentare: 10
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Nachkrieg

Nach dem großen Krieg, der lange wĂ€hrte

Es machte Ratsch und das Monströse
Von Massenmord und Krieg und Blut
War plötzlich weg und was als böse
Galt, war auf einmal wieder gut

Und aus den großen Leichenhaufen
Aus dem Qualm verbrannter Erde
Sah man sich zusammenraufen
Alte, Kinder, Frau’n und Pferde

Machten weiter so, als wĂ€r‘n
Tausend Jahre nie gewesen
Und es wurden wieder Herrn
Nazis, die von Schuld genesen

Ach hier bricht der Reim entzwei
Wer wollt dieses Elend tragen
Wer wollt diese Schweine fragen
Wer hier Schuld gewesen sei?

Sie klotzten ran, um nicht zu kleckern
Sie bauten, schafften was und logen
Sie floh‘n nach Paraguay und bogen
Sich zurecht und war’n am Meckern
Auf die Welt, die sie betrogen

Der Kindheit Zauber fĂŒr und fĂŒr
Ersoff in reiner Jauche mir

__________________
Alles ist Haschen im Wind, Der Koholet

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Thys
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo gonrom,

willkommen auf der Wiese. Bis auf den "Ratsch" gefÀllt's mir gut.

Gruß

Thys

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zarah
???
Registriert: Mar 2006

Werke: 33
Kommentare: 155
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Hallo Gonrom,

ich finde, jemand Deines Jahrganges hat auf jeden Fall das Recht, sowas zu schreiben; eine verdorbene Kindheit will und muss aufgearbeitet werden. Ich weiß (natĂŒrlich nur als Beobachter ), dass manchmal selbst 5, 6 oder mehr Jahrzehnte nicht ausreichen, um das zu schaffen.

Weltpolitische Diskurse gehören m.E. eher ins Diskussionsforum, deshalb will ich dazu mal nichts sagen.

ZurĂŒck zum Text: Zuerst bin ich ĂŒber den letzten Satz in Strophe zwei gestolpert „Alte, Kinder, Frau’n und Pferde“. Ist es Absicht, dass hier die MĂ€nner weggelassen wurden? OK, viele waren tot oder in Gefangenschaft, aber wo ist dann die Verbindung zur dritten Strophe „Machten weiter so,...“? Wer, die Alten, Kinder, Frauen und Pferde?

NatĂŒrlich ist Lyrik nicht dafĂŒr gedacht, Logik zu verbreiten, aber irgendwie stört mich da was.

LG
Zarah
__________________
Lerne alles, und spÀter wirst Du sehen, nichts ist umsonst (J. v. S.)

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Thys
Guest
Registriert: Not Yet

gonrom hat unabhÀngig davon, wann er wie wo warum und als
was er geboren wurde, das Recht seine eigene Meinung zu
haben und sie zu artikulieren oder in seinen Gedichten
zu verarbeiten, solange sie nicht gegen die grundsÀtzlichen
Menschenrechte verstĂ¶ĂŸt. Sowas nennt man Meinungsfreiheit
und das ist ein Gut, das man gar nicht hoch genug schÀtzen
kann.

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presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 200
Kommentare: 1762
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Hi gonrom,

willkommen in der Lupe! Deine Einstellung zur Dichtung finde ich super. Aber leider kommt sie im Gedicht selbst nicht ganz rĂŒber, finde ich. Es wird thematisch ziemlich allgemein gehalten - abgesehen von den letzten zwei Versen - und trĂ€gt insofern keinen auffĂ€llig persönlichen Charakter, sondern reiht sich fĂŒr mich leider in die große Masse der Nazizeit-Betroffenheitslyrik ein. Aber andererseits ist es ja nur das erste Gedicht einer Reihe, und dann auch noch eingebettet in ein Prosawerk? Dann kann man es schlecht fĂŒr sich stehend bewerten, ich bin jedenfalls gespannt, was noch kommt.

Aber zum Gedicht selbst: Hat dein Wechsel zwischen Jambus und TrochÀus ein System? Wenn nicht, solltest du das Gedicht entweder auf ein Metrum festlegen, oder die zwei Metren gezielt verwenden - Ein Vers wie "Ach hier bricht der Reim entzwei" wÀre z.B. ein guten Umbruchpunkt.

Deinen umgangssprachlichen Stil finde ich eigentlich passend, aber "war’n am Meckern" ist dann vielleicht doch etwas zu extrem fĂŒr ein berichtendes Gedicht dieser Art.

Und: Ich verstehe auch nicht so ganz, was du mit den "Tausend Jahren" meinst!

Lg presque

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