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Leselupe.de > Gereimtes
Nachtgedacht
Eingestellt am 09. 02. 2019 12:24


Autor
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James Blond
???
Registriert: Aug 2014

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Wenn ich in deine Augen schau,
gl├Ąnzt das Gras im Morgentau,
wenn ich dich k├╝sse auf den Mund,
scheint der Mond so mild und rund,
wenn ich dein Lockenhaar zerw├╝hle,
breitet sich die Abendk├╝hle.

Die Luft, das Gras, der Mond sind hier,
nur du bist leider nicht bei mir.
Da habe ich im Lauf der Nacht
pausenlos an dich gedacht.

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Schreibfan
One-Hit-Wonder-Autor
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Guten Abend, James Blond.
Der Text hat meiner Meinung nach noch Luft nach oben.
Metrik und Reim stimmen. Allerdings bleiben die Verkn├╝pfungen der Handlungen des lyrischen Ich mit den Bildern aus der Natur unklar. Warum z. B. steht der Mond in Verbindung mit den K├╝ssen auf den Mund?
Insgesamt w├╝rde dem Gedicht eine humoreske Pointe am Ende gut tun, so wirkt er f├╝r meine Begriffe etwas zu seicht.
Hier haette ich einen Vorschlag f├╝r die zweite Strophe :


Ich hab mit dir in jener Nacht
noch manches nette Ding gemacht.
Und dachte dabei so bei mir:
"Noch sch├Âner w├Ąrs, du w├Ąrst echt hier."
Sind nat├╝rlich nur Vorschl├Ąge...
Lg Schreibfan

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James Blond
???
Registriert: Aug 2014

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Hallo Schreibfan,

vielen Dank f├╝r die Anmerkungen und den Vorschlag, den ich witzig finde.

Allerdings sollte auch in meiner Version eine feine Prise Humor nicht ├╝bersehen werden. So liest sich die erste Strophe wie aus dem Poesiealbum und wird dann von der zweiten mit leichter Ironie aufgefangen. Denn Luft und Gras und Mond kommen schlie├člich ├╝berall vor, sind also eigentlich gar nichts besonderes. Und so endet das Gedicht im Grunde so platt, wie es eigentlich schon begonnen hat.

Viele Gr├╝├če
JB

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w├╝stenrose
Routinierter Autor
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Nabend allerseits.
Mein Lese-Erlebnis ist durchaus ein anderes: So rund wie der (volle) Mond, so rund erscheint mir auch das Gedicht. O.k., es ist in seiner eher einfachen Sprache wirklich denkbar unspektakul├Ąr, betont schlicht. Aber es gibt auch diese Schlichtheit, die sich der ihr innewohnenden Sch├Ânheit durchaus bewusst ist ...
Seehr romantisch, aber dann doch wieder hart genug, um nicht ins Kitschige abzudriften. Seehr an die alten Zeiten und den Freiherr von Eichendorff erinnernd, aber dann doch wieder zeitlos genug, um auch im Hier&Jetzt bestehen zu k├Ânnen.
Wahrscheinlich gibt es auch eine sinnige Antwort darauf, warum hier K├╝ssen und Mond zusammengehen. Aber als Leser suche ich hier eigentlich keine Antworten. Ich werde still, lausche, lasse mich treiben ...

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James Blond
???
Registriert: Aug 2014

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Hallo W├╝stenrose,

vermutlich hattest du meine erste Antwort noch nicht gelesen, wir haben ja beide fast zeitgleich auf Schreibfan geantwortet.

Ich denke, in meiner Antwort finden sich auch Hinweise f├╝r dich.

Stilistisch ist das Gedicht konventionell gehalten, auch wenn sich mit jedem Vers Jambus und Troch├Ąus abwechseln, was sonst nicht so oft eingesetzt wird, hier aber recht m├╝helos gelingt. Der 8. Vers 'nur du bist leider nicht bei mir' f├Ąllt dabei als einziger aus dem Schema, was ihm ein besonderes Gewicht verleiht.

K├╝ssen und Mond gehen schon phonetisch einher: Mund und Mond, auch ist der Kuss im Mondenschein ein romantisches Klischee und nicht zuletzt kann sich beides im runden Mondgesicht einer Liebsten vereinen.

Wie bereits gesagt, ist hier etwas Ironie im Spiel mit Eichendorff-Lyrik, das 'pausenlos' am Ende klingt ja nicht nur sehns├╝chtig, sondern auch etwas ├╝bertrieben, ern├╝chternd, zielt also auch ein wenig in Richtung Heine.

Viele Gr├╝├če
JB

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w├╝stenrose
Routinierter Autor
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Hallo James,

da will ich dir nicht widersprechen - ich vermute, wir "empfinden" das Gedicht durchaus halbwegs ├Ąhnlich. Wenn ich es ein "rundes Gedicht" nannte, dann vielleicht deshalb: weil die auch recht unterschiedlichen (Ober-, Unter-, Zwischen-, Neben- usw.) T├Âne insgesamt in einem ausgewogenen Verh├Ąltnis zueinander stehen, nichts sticht grell heraus, es wirkt als Ganzes passend. Ja, einen Schuss Heine oder meinetwegen auch Brecht habe ich auch rausgeh├Ârt.
Sch├Ânen Abend!

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