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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Nachtgezeiten
Eingestellt am 15. 08. 2004 05:15


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vicell
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Wir leben lautlos
im Nichts.

Inmitten der Nachtgezeiten
und dem ewigen Schatten.

Sieh! meine Erde gibt dir Obdach
und bewegt sich leise im Schlaf.

Nimm! Ich schenke dir Ewigkeit.

Sanft legt sich mein Gebein
auf deinen SchÀdel.

Zu dĂŒnn
die OberflÀche,

auf der wir schritten.

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lapismont
Foren-Redakteur
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Registriert: Jul 2001

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Hallo vicell,

ein schwerer Text!

Lautloses Leben im Nichts. Ungehört, ohne etwas zu sagen. Kann es Leben im Nichts geben?
Zumindest sind dort Schatten und Nachtgezeiten (sehr gelungenes Wort!) aber sie scheinen das Nichts nicht zu fĂŒllen, sondern genauso zu bewohnen, wie "wir".
Eine Geisterwelt.

Da ist jemand, der seine eigene Erde einem anderen als Unterkunft anbietet. Hören und Sagen - außerhalb der Geisterwelt ist es möglich. Erbarmen, Sorge, Hilfe ist hier.
Das Obdach wird dringend angeboten. Dieser jemand fĂŒhlt sich in der Schuld, denn ein vergehendes Geschenk war die Ewigkeit fĂŒr den Anderen. Aber diesem scheint ein Heim zu fehlen, daher das ernste Angebot.
Vielleicht ist es die letzte Möglichkeit, diese Schuld abzutragen, schon zerfĂ€llt der Gebende, ĂŒbrig bleibt ein Haufen Knochen, eine Erinnerung, die den SchĂ€del des Ewigen belastet.

Doch der Überlebende fĂŒhlt keine Schuld. Die Ewigkeit ist zu lang fĂŒr Dankbarkeit. Zu lang die Zeit des Erkennens.
Der gemeinsame Weg brach unter ihnen zusammen und sie fielen ins Nichts.
Rettungslos.

Wir waren die Geister im Nichts.

So lese ich diese Zeilen. Sie strahlen eine Sorgfalt in der Wortwahl aus, daß man sich einfach hineinversetzen muss.

cu
lap

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