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Leselupe.de > Kurzprosa
Nachtmar (Atemlosprosa)
Eingestellt am 09. 06. 2008 23:58


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Joh
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NACHTMAR


Nachtmar und Angstschwei├čdunst
verbrennen im Fr├╝hfeuer,

ihre Asche d├╝ngt das F├╝hlen im Augenaufschlag, der sich nur vage erinnert, das Grau auf den Schultern in den Morgen tr├Ągt, es spuckt Schatten, wirft Steine in den Sonnenaufgang, der in Wolkenfetzen zerbricht; sie fallen tropfend, lassen Keime auf den Feldern zerplatzen, aus denen Lachen und W├╝nsche wachsen; grau verh├╝llter Tag, vor dem Gef├╝hle sich qu├Ąlend zwischen den feuchten Falten des Lakens verkrochen haben, fortgewaschen und mit den Regentropfen in unterirdische Fl├╝sse getragen, damit die Haut taub und sauber bleibt, sich nicht am Salz des Alltags reibt, unter den Teppich gesp├╝lt, der sich Nacht um Nacht erneut empor w├Âlbt, sich zu Wesen faltet, die durch die Windungen geistern, bis vom Aufruhr endlich der Blick erwacht, in die Schreienden sieht, sie erl├Âst, in ein Buch mit wei├čen Seiten schreibt . . .



Johanna Pless
6.2008



Version vom 09. 06. 2008 23:58

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Hakan Tezkan
Guest
Registriert: Not Yet

hallo joh,

sch├Âner text, habe mich reingelesen in deine schreibe.
die asche d├╝ngt das f├╝hlen, womit sich letzteres also bereits aus gef├╝hltem/verbranntem ern├Ąhrt, errinnerungen vielleicht, die in der form nicht mit in die gegenwwart gezogen werden konnten, vielmehr wird das grau auf den schultern in den neuen tag getragen, das grau, das hier f├╝r eint├Ânigkeit, ├Âdnis etc, steht, das grau, das schatten wirft, die welt verdunkelt, zus├Ątzlich angetriueben durch die in die sonne geworfenen steine und den wolkenfetzen. diese wolkenfetzen fallen auf die erde, und lassen keime zerplatzen, aus denen eben das positive in form von w├╝nschen und lachen erwachsen sollte, der tag verkriecht sich zwischen den falten eines feuchten lakes, das hier f├╝r mich ein symbol der trauer ist(feucht/tr├Ąnen), es versteckt sich aber vor den gef├╝hlen(zhlt trauer nicht auch zu den gef├╝hlen?), weswegen ich hier igrendwie einen widerspruch finde. w├Ąre es nicht besser gewesen, die w├╝nsche und das lachen wieder einzubringen? man wird nun fortgewschen in den untergrund, man entfernt sich immer mehr von der vergehenden sonne, die haut wird taub, aber bleibt sauber(denn nur gef├╝hle hinterlassen spuren), man wird unter einen teppich gesp├╝lt, wie dreck, den man kurz unter dne teppich kehrt, und dann: erwacht der blick, man sieht schreiende und beginnt, zu schreiben...


eine tolle momentaufnahme. ich w├╝rde folgende ├Ąnderungen vornehmen:

quote:
Nachtmar und Angstschwei├čdunst
verbrennen im Fr├╝hfeuer,

ihre Asche d├╝ngt das F├╝hlen im Augenaufschlag, der sich nur vage erinnert, das Grau doch"doch" passt hier gar nicht und bl├Ąht azf auf den Schultern in den Morgen tr├Ągt, es spuckt Schatten, wirft Steine in den Sonnenaufgang, der in Wolkenfetzen zerbricht; sie fallen tropfend, lassen Keime auf den Feldern zerplatzen, aus denen lLachen und W├╝nsche wachsen; wieder "grau" finde ich nicht sch├Ân, wie w├Ąre es mit "welker" oder "matter"?grau verh├╝llter Tag, vor dem hier w├╝rde ich wie gesagt die W├╝nsche und das Lachen wieder einbringen, denn sonst ist da f├╝r mich, in meiner Leseart ein Widerspruch vorhandenGef├╝hle sich qu├Ąlend zwischen den feuchten Falten des Lakens verkrochen haben, fortgewaschen und mit den Regentropfen in unterirdische Fl├╝sse getragen, damit die Haut taub und sch├Ân sauber bleibt, sich nicht am Salz des Alltags reibt, unter den Teppich gesp├╝lt, der sich Nacht um Nacht erneut empor w├Âlbt, sich zu Wesen faltet, die durch die Windungen geistern, bis vom Aufruhr endlich der Blick erwacht, in die Schreienden sieht, sie erl├Âst, in ein Buch mit wei├čen Seiten schreibt . . .

Aber auch so hat dein Text sehr viel tolle Momente. Und dieses Msl wurde ich nicht erschlagen...

LG,
Hakan

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Joh
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An diesem Punkt erscheint es mir sinnvoll, ÔÇ×AtemlosprosaÔÇť kurz zu erkl├Ąren, damit sich jeder selbst ein Bild dar├╝ber machen kann, ob der gew├Ąhlte Begriff sinnvoll ist oder nicht.

Diese Prosaform hat sich aus der knappsten Form der Kurzprosa, den K├╝rzestgeschichten entwickelt. Es handelt sich um Texte, die sich assoziativ von einem Gedanken, einem Bild, einem Wort ausgehend entwickeln und keinem Handlungsstrang im eigentlichen Sinne folgen. Der Leser wird eingeladen sich auf Gedankenketten oder auch ÔÇô Spr├╝nge einzulassen, die aufeinanderfolgend oder thematisch miteinander verschlungen nicht erkl├Ąren, sondern Raum f├╝r eigene Lesewege ├Âffnen.

Merkmale: Keine Einleitung, die Geschichte entwickelt sich mit den ersten Worten, Gedanken. Extreme Verdichtung durch kurz gezeichnete Bilder, Gedanken, Halbs├Ątze, Themenspr├╝nge. Ineinander verschachelte, nahtlos aufeinanderfolgende Satzteile. Auf den Punkt, das Ausrufe- oder Fragezeichen wird weitgehend, oder sogar vollkommen, verzichtet. Daraus ergeben sich Schurs├Ątze, die den Leser in den Text hineinziehen, ihn ÔÇ×atemlosÔÇť folgen lassen.

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