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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Nachtwanderung
Eingestellt am 31. 01. 2003 22:03


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Asfalon
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2003

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"Warum hat sie mir das nur angetan? Warum?" Kevin ging langsam durch den unter einer wei√üen Decke aus Schnee begrabenen Park und sch√ľttelte immer wieder den Kopf. Unter seinen Stiefeln knirschte die √ľber dem Schnee liegende d√ľnne Eisdecke leise als versuche sie, die sie umgebende Nachtruhe nicht zu st√∂ren. Die Luft war klar aber eisig kalt und sein Atem kondensierte vor seinem Mund sofort wieder. Die in Handschuhen steckenden H√§nde hatte er tief in die Taschen seines gef√ľtterten Mantels vergraben und so stampfte er ruhig durch die Nacht.
Zu seiner Rechten lag eine große Rasenfläche unter dem Schnee. Ein blendend weißes Feld erstreckte sich dort, denn es waren keinerlei Spuren auf der Schneedecke zu sehen. Kevin lenkte seine Schritte auf die freie Fläche zu und hinterließ schwache Fußspuren in der Schneeschicht.
"Was hab' ich ihr denn nur getan? Wir waren doch so gl√ľcklich‚Ķ" Er sprach leise, f√ľr sich allein, als wolle er nur der klaren Nachtluft seine Worte anvertrauen. "Ich kann das nicht verstehen‚Ķ" Tr√§nen rannen ihm aus den Augen, fielen schillernd hinab in den Schnee unter seinen F√ľ√üen. Dort, wo sie sich ihren Weg hinunter gesucht hatten, brannten ihm die Wangen von der eisigen Luft. Die H√§nde hatte er zu F√§usten geballt, als versuche er so, die Situation zu durchstehen. Der scharfe Wind sch√ľttelte kleine Fl√∂ckchen von den Zweigen einer gro√üen Tanne, unter welcher er grad entlang ging, und einige davon setzen sich auf sein Haar, fielen vor ihm zu Boden und mischten sich unter ihre Kameraden. Er kickte mit dem Fu√ü einen vor ihm liegenden Tannenzapfen davon und dieser verschwand in der unter den Kronen der hohen B√§ume herrschenden Dunkelheit.
Er war w√ľtend auf sich und die Welt, w√ľtend und entt√§uscht; w√ľtend besonders auf Melanie. Wieso? Diese Frage stellte er sich immer und immer wieder. Warum hatte sie ihm das angetan? Warum nur? Er wusste es nicht und fand auch keine Antwort auf diese ihn qu√§lende Frage. Sie war so gl√ľcklich gewesen. Sie war solch ein bildh√ľbsches M√§dchen gewesen. Sie beide hatten eine wundervolle Zeit zusammen verbracht, hatten miteinander geweint und gelacht und er war immer der Meinung gewesen, nichts und niemand auf der Welt k√∂nne sie jemals trennen. Doch nun war alles anders. Er macht sich Vorw√ľrfe. "Ich h√§tte etwas merken m√ľssen. War ich denn so blind, dass ich das nicht mitbekommen habe?" Er weinte noch heftiger, wischte sich mit dem wollenen √Ąrmel die Tr√§nen aus den Augen. Seine Nase lief von der K√§lte und der Rotz vermischte sich mit der salzigen Bitterkeit seiner Tr√§nen. "Ich habe sie doch geliebt", brachte er unter Schluchzen leise hervor. "Ich habe sie geliebt‚Ķ"
Er achtete schon gar nicht mehr auf seinen Weg sondern ging einfach ohne Ziel durch die Einsamkeit der Nacht. Es hatte von neuem zu schneien begonnen und winzige Flocken trieben ruhig durch den Park. Und inmitten dieses Schneegest√∂bers stand Kevin; allein, zitternd vor K√§lte und Schmerz, verlassen und innerlich zerrissen. Neben ihm auf dem Wei√ü lag sein Schatten, geworfen vom hell am Himmel stehenden Mond, welcher ihn zu beobachten schien. Die Nacht war vollkommen still, nichts r√ľhrte sich zwischen den B√§umen oder in dem von Puderzucker √ľberzogenen Geb√ľsch. Es schien, als halte die Natur den Atem an, als wolle sie Kevin in seiner Trauer nicht st√∂ren.
Plötzlich zerfetzte ein dumpfer Knall die nächtliche Stille und die Kälte vibrierte. Kevins Welt schwankte und sein Leben ergoss sich rot in den leuchtenden Schnee…

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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

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Hallöchen Asfalon,

ich habe mir deine Geschichte zweimal durchgelesen und finde keine so rechte Beziehung zu deinen Zeilen. Da fehlt einfach f√ľr mich eine richtige Handlung. Ich als Leser werde mit Bruchst√ľckchen konfrontiert, ohne aber zu erfahren, um was es eigentlich geht.

Evchen13



__________________
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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
Kommentare: 8220
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Hallo,

"sie" hatte sich zuvor umgebracht?

Der Satz: "..und sein Leben ergoss sich rot...in den leuchtenden Schnee.." finde ich äusserst klasse.

Gibt einige Sätze, die mir persönlich ein wenig zu umständlich geschrieben sind...
aber mir gefällt sie dennoch.Gibt auf jeden Fall ein Stimmungsbild..

lG
Stoffel

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