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Leselupe.de > Gereimtes
Nachtwandler
Eingestellt am 12. 08. 2005 10:13


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aquino
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Registriert: Jul 2005

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Nachtwandler der Literatur
oder von der Magie der Wörter


Lupaner
Mal wiederkÀuend
Mal verschlafen
Mal zwischen ihren lucida intervalla
Sich zu Wort meldend
Spenden begeistert Beifall
Wenn der Apoll von ihren Gnaden
Sein hermetisches GebrĂ€u ĂŒber sie schĂŒttet
Das sich ihnen freilich entzieht

Auch „wissenschaftlichen“ BeitrĂ€gen
Voller Narrheiten
Und Unvorstellbarkeiten
Mit –ismenkollektion
Und Zahlen irrlichternd
Vermeintlich dem Okkultismus wehrend
Aber notorisch Unwesentliches im Blick
Werden willfÀhrig
Und vor allem ungeprĂŒft
Von Ignoranten gehuldigt

Aufs „Literarische“ ĂŒbertragen
Ähnelt die Begeisterung
Jener von Watzlawick beschriebenen Anekdote
In der ein Schwerkranker im Sterben liegt
Und scheinbar vergeblich
Des rettenden terminus technicus
Eines weißen Gottes harrt

Ihm wird aber bedeutet
Er wĂŒrde wahrscheinlich geheilt
Wenn man die Diagnose nur wĂŒsste

Ein berĂŒhmter Diagnostiker
So die hoffnungsschwangere Botschaft
Werde aber bald das Spital besuchen

Einige Zeit spÀter macht die KoriphÀe ihre Visite
Tritt an das Bett des Schwerkranken
Und murmelt:

„moribundus“

Jahre danach sucht der genesene Patient
Den Spezialisten auf und spricht:

Ich wollte Ihnen schon lÀngst
fĂŒr Ihre Diagnose danken.
Die Ärzte sagten mir, dass ich Aussicht hĂ€tte,
mit dem Leben davonzukommen,
wenn Sie meine Krankheit diagnostizieren könnten.
Und im Augenblick,
da Sie "moribundus" sagten,
wusste ich, dass ich es schaffen werde.


Frage: Welch heilende Kraft soll aber
Von ihrem Apoll ausgehen?
__________________
© aquino

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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hallo

ich habe dein werk in den lyrik bereich verschoben, da es mir ein gedicht zu sein scheint.
lg
__________________
Old Icke

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Horstingo
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2005

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Lieber Aquino,
ich habe schon öfter BeitrĂ€ge von die gelesen und ich muß sagen, dass ich mich etwas schwer damit tue. Dies ist keine Bewertung, lediglich meine Empfindung. Der "Nachtwandler...." scheint mir etwas surrealistisch angehaucht zu sein. Dein Text entspringt Gedanken, die fĂŒr mich schwer nachvollziehbar sind. Nichtsdestotrotz ist es ein literarischer Erguss, der bei mir einen Hmm-Effekt nach sich zieht und mir sagt: Interessant, welche GedankengĂ€nge manche Autoren zu vollziehen im Stande sind. Immerhin bemerkenswert. Nur, was ist die Quintessenz deines Textes? Was will uns der KĂŒnstler sagen? Was ist seine Absicht? Ich bin ernsthaft interessiert daran, das zu erfahren.
Danke fĂŒr deine Antwort.
Horstingo

quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von aquino
Nachtwandler der Literatur
oder von der Magie der Wörter


Lupaner
Mal wiederkÀuend
Mal verschlafen
Mal zwischen ihren lucida intervalla
Sich zu Wort meldend
Spenden begeistert Beifall
Wenn der Apoll von ihren Gnaden
Sein hermetisches GebrĂ€u ĂŒber sie schĂŒttet
Das sich ihnen freilich entzieht

Auch „wissenschaftlichen“ BeitrĂ€gen
Voller Narrheiten
Und Unvorstellbarkeiten
Mit –ismenkollektion
Und Zahlen irrlichternd
Vermeintlich dem Okkultismus wehrend
Aber notorisch Unwesentliches im Blick
Werden willfÀhrig
Und vor allem ungeprĂŒft
Von Ignoranten gehuldigt

Aufs „Literarische“ ĂŒbertragen
Ähnelt die Begeisterung
Jener von Watzlawick beschriebenen Anekdote
In der ein Schwerkranker im Sterben liegt
Und scheinbar vergeblich
Des rettenden terminus technicus
Eines weißen Gottes harrt

Ihm wird aber bedeutet
Er wĂŒrde wahrscheinlich geheilt
Wenn man die Diagnose nur wĂŒsste

Ein berĂŒhmter Diagnostiker
So die hoffnungsschwangere Botschaft
Werde aber bald das Spital besuchen

Einige Zeit spÀter macht die KoriphÀe ihre Visite
Tritt an das Bett des Schwerkranken
Und murmelt:

„moribundus“

Jahre danach sucht der genesene Patient
Den Spezialisten auf und spricht:

Ich wollte Ihnen schon lÀngst
fĂŒr Ihre Diagnose danken.
Die Ärzte sagten mir, dass ich Aussicht hĂ€tte,
mit dem Leben davonzukommen,
wenn Sie meine Krankheit diagnostizieren könnten.
Und im Augenblick,
da Sie "moribundus" sagten,
wusste ich, dass ich es schaffen werde.


Frage: Welch heilende Kraft soll aber
Von ihrem Apoll ausgehen?


__________________
alles rein energetisch!

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

also diese anekdote riß mich nicht vom hocker.
es gibt bessere witze. ich verstehe aber schon, was
aquino uns insgesamt mit seinem gedicht sagen will.
der titel "nachtwandler" entzieht sich mir allerdings.
besonders witzig ist sein text auch nicht.
eher eine art abrechnung mit den gepflogenheiten unter
den mitgliedern der leselupe.
der mensch ist ein herdentier, und er sucht sich seine
leitwölfe. die haben dann narrenfreiheit. denen wird
vom schnöden volk die fĂŒĂŸe gekĂŒĂŸt - egal, welchen unsinn
sie an gedichten, prosa oder essays verzapfen.
genau genommen ist es eine klĂŒngelwirtschaft wie in vielen
anderen gemeinschaften auch. entweder man gehört zu
einem der inneren kreise und wird hofiert, oder man
ist außen vor.
der beobachtung von aquino stimme ich im großen und ganzen
zu. bloß, was soll das bringen?

bon.

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aquino
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An Horstingo

Nur soviel: es gibt einen unter uns, der sich stĂ€ndig mit einem pseudowissenschaftlichen (da nur angelesen, aber nicht richtig verdaut) Wortschwall zu eigentlich völlig unkomplizierten Themen meldet, und zwar dergestalt, dass die eigentliche Frage darunter verschĂŒttet wird. Vielleicht ist das ja seine Taktik. Ein intelligentes und belesenes Kerlchen ist er schon. Es mangelt ihm aber zum Wissenschaftler an einer wichtigen Eigenschaft: Disziplin. Daher ist er wohl auch keiner geworden, obwohl er es versucht zu haben scheint. Dieser, nennen wir ihn Mr. X, ist auch in anderen ZusammenhĂ€ngen im Internet zu finden und wird als "Faker" oder gar "ernsthaft krank" beschrieben, da er sich Titel und Kompetenzen anmaßt, die er nicht hat, und wissenschaftlich haarstrĂ€ubende Thesen in Foren vertritt, wo wirkliche Wissenschaftler sich tummeln. Auch ich war zunĂ€chst geblendet und machte meinen Kotau. Andere wiederum frönen ihm wohl schon seit lĂ€ngerem und wollen oder können nicht aufwachen, da sie sich die MĂŒhe nicht machen wollen oder sich nicht zutrauen, mal genauer hinzuschauen und selbst nachzudenken. (Das wĂ€re nach Kant die selbst verschuldete UnmĂŒndigkeit). Ihr VerhĂ€ltnis zu ihm hat m. E. etwas von dem des Schwerkranken zum weißen Gott. Kurzum: Wenn man etwas nicht kapiert, dann muss es was Großes sein. Nur kann ich, wie gesagt, nicht so recht das Heilsame in diesem Verhalten erkennen.
aquino

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aquino
Manchmal gelesener Autor
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An bonanza

Es heißt "Humor und Satire" und nicht "Humor gleich Satire". Es geht hier also gar nicht darum, gute Witze zu machen. Zum "Nachtwandler": So wie der Patient nicht weiß, was er tut, als er sein Todesurteil fĂŒr eine heilsame Diagnose hĂ€lt, aber immerhin dann spontan gesund wird, weiß auch ein Nachtwandler nicht, was er tut. Beiden mangelt es an Bewusstein. Der Unterschied ist halt, dass m.E. den hier gemeinten Nachtwandlern keine heilsame Wirkung winkt. Aber vielleicht tĂ€usche ich mich ja.
aquino

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