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Leselupe.de > Anonymus
Nachwuchs
Eingestellt am 17. 07. 2003 21:11


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Mein Beitrag zu einem Schreibwettbewerb auf einer anderen Seite, der noch nicht entschieden ist, deshalb anonym.
Schreibt doch bitte noch ein paar kommentare dazu...

Am sechszehnten Juli ist die Hölle los. Regentropfen peitschen gegen das große Panoramafenster, welches bei gutem Wetter das Wohnzimmer mit einer herrlichen Aussicht schmückt. Bei einem Sturm wie diesem sind aber nur wedelnde Bäume im schmutzigen Dunkel zu erkennen.
Robert Henson sitzt im Schneidersitz vor dem Fenster und betrachtet das Toben aus sicherer Entfernung. Hin und wieder zieht er genüßlich an seiner Zigarette. Pafft den Rauch gegen die Scheibe.
„Mensch was ein Sauwetter“, sagt Robert zu seiner Frau, die in der Küche die letzten Teller abwäscht.
„So etwas habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt.“
Marie kommt aus der Küche und kniet sich hinter ihren Mann.
„Dieser Sturm macht unseren ganzen Garten kaputt. Und Whistler ist auch ganz nervös. Sie maunzt die ganze Zeit.“
Hinter dem Fenster springt ein greller Blitz über den Himmel.
„Sie wird bald soweit sein Schatz. Was hat der Tierarzt gesagt?“
„Sechszehnter, siebzehnter. Irgendwie darum. Ich freue mich schon wie wild auf die kleinen Katzelchen. Wieviele werden es wohl sein?“
„Manche Katzen werfen nur ein oder zwei Jungtiere. Aber so fett wie sie ist werden es bestimmt drei oder vier.“
„Wäre gut möglich.“
Beide zucken zusammen als der Donner knallt.
„Scheißwetter verfluchtes!“, meckert Robert.
„Ich geh mal nach unten und schau nach wie es ihr geht. Wie lange brauchst du noch in der Küche?“
„Bin gleich fertig Schatzi“, antwortet sie ihm.
Robert gibt ihr einen zärtlichen Kuss und verschwindet um die Ecke in Richtung Kellertreppe.

Als er vorsichtig die karierte Wolldecke der extra für den Wurf gebauten Höhle anhebt, faucht ihm Whistler agressiv entgegen.
„Ist ja gut meine kleine“, versucht er die Katze zu beruhigen. Er greift mit der rechten Hand in die Höhle, um zu prüfen, ob die kleinen Katzen schon geboren sind. Knurrend und fauchend verteidigt Whistler ihr Nest. Robert steigt die Kellertreppe wieder nach oben und setzt sich neben seine Frau ins Wohnzimmer. Es donnert und blitzt immer noch.
„Und?“
Marie schaut ihn fragend an.
„Nichts. Madam ist ganz schön launisch. Liegt wohl am Gewitter.“
„Sie hat bestimmt Angst um ihre Jungen. Komm wir legen uns schlafen ich bin total fertig.“
Marie zieht ihren Mann hinter sich her und beide verschwinden im Schlafzimmer.

Das erste was Robert am nächsten Morgen macht, ist nach unten in den Keller zu gehen und nach den jungen Katzen zu sehen. Was er in der Katzenhöhle findet erschreckt ihn. Bei Whistler liegen fünf haarlose kleine Geschöpfe. Ein Kätzchen hat sechs Beine und zwei andere sind an den Köpfen zusammengewachsen.
„Jetzt brauche ich erstmal einen Kaffee“, flüstert Robert und schlurft die Treppe wieder nach oben in die Küche. Marie schläft immer noch tief und fest. Das mit den Katzen hatte er sich dann doch etwas anders vorgestellt. Ganz kurz hatte er die Idee die missgebildeten Katzen einfach verschwinden zu lassen, um Marie nicht damit zu belasten. Sie ist eine sehr einfühlsame Frau und das Leid der Katzen würde sie bestimmt sehr mitnehmen. Ob sie mit diesen Missbildungen überhaupt lebensfähig sein würden? Und wer will eine Katze mit sechs Beinen haben? Mann müsste sie in ein Tierheim bringen oder behalten. Als seine Finger in die leere Zigarettenschachtel greifen, knüllt er sie zusammen und wirft sie in den Mülleimer. Ein Spaziergang würde ihm jetzt bestimmt gut tun, also lässt er das Auto stehen und macht sich zu Fuß auf den Weg zum Zigarettenautomat.

Als er wieder zu Hause ankommt, erwartet Marie ihn überraschend fröhlich.
„Hast du die Kleinen gesehen? Die sind ja so süüüüss.“
Marie ist richtig begeistert. Hatte sie die Krüppel übersehen?
„Sechs kleine Katzelchen! Eins wie das andere. Schade das wir sie nicht behalten“, sagt Marie.
„Komisch, ich hatte nur fünf gezählt“, wundert sich Robert.

Nach dem Frühstück beschliesen beide noch einmal nach den Katzen zu sehen. Im Keller angekommen krabbelt ihnen auch schon eines der Kleinen entgegen.
„Huch, die sind ja ganz schön flink“, bemerkt Marie und bückt sich nach dem winzigen Geschöpf. Als sie es aufheben will, beißt es ihr in die rechte Hand und verschwindet unter einem Stapel Kartons.
„Aua! Und Zähne hat es auch schon. Kleines Biest.“
Blut tropft von ihrem Finger auf den Boden und vermischt sich mit Staub.
„Ist es schlimm?“, fragt Robert und schaut ihr besorgt zu wie sie an ihrem Daumenballen lutscht.
„Es hat ganz schön tief reingebissen. Das kleine Vieh hat richtig Kraft. Schau mal wie das blutet.“
Marie streckt ihm die Hand entgegen. Das Blut tropft regelrecht aus der Wunde heraus.
„Hier nimm das. Das ist ein sauberes.“
Robert reicht ihr ein frisches Taschentuch das sie gleich um ihre Hand bindet. Robert geht zu der Katzenhöhle und schlägt die Wolldecke nach oben. Was die beiden dann sehen lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren. Whistler liegt regungslos in einer blutigen Mulde. Sein Bauch ist aufgerissen und er ist vollkommen ausgefressen. Robert stolpert zurück.
„Robert. Ich kann meine Hand nicht mehr bewegen.“
Marie streckt ihm ihre blau angelaufene Hand entgegen.
Roberts Brust fühlte sich an, als ob dicke Eisenbänder um sie lägen. Etwas bewegt sich unter dem Kartonstapel und plötzlich laufen drei dieser Monster auf die beiden zu. Zwei springen an Marie hoch und graben ihre langen Zähne in ihr rechtes Bein und ihren linken Arm. Sie schüttelt die Tiere von sich ab und sie klatschen gegen die Wand. Eines der Tiere hat zwei Köpfe. Auf einmal wachsem ihm noch zwei zusätzliche Füße. Robert stützt seine Frau und versucht mir ihr die Treppe zu erreichen. Doch dort sind sie auch. Bestimmt zwanzig oder dreisig Stück. „Robert ich bekomme keine Luft“, stammelt Marie mit rauer Stimme. Er flüchtet mit ihr nach rechts in die Vorratskammer und schließt hastig die Tür. Es legt sie auf den Boden. Sie atmet nicht mehr. Robert ist hilflos und verzweifelt. Er hört wie es an der Tür kratzt. Er hört wie sie sich alle vor der Tür versammeln und quieken und grunzen. Weinend liegt er vor seiner Frau und streichelt ihre Wangen. Das Holz der Tür splittert, als die kleinen Biester ihre Zähne in sie graben. Für die Fortpflanzung brauchen sie nur Fleisch und das Fleisch ist hinter der Tür.









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