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Leselupe.de > Kindergeschichten
Nala - Eine schrecklich nette Familie
Eingestellt am 11. 02. 2014 20:49


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JanaF
Hobbydichter
Registriert: Feb 2014

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Eine schreckliche nette Familie

„Nala komm, jetzt trau dich endlich! Das ist doch nur ein bisschen Wasser!“, rief meine Mama mir zu. Sie hatte leicht reden. Ein bisschen Wasser. FĂŒr mich sah diese blaue Muschel eher aus wie ein riesiger See! Mama konnte natĂŒrlich darin stehen, aber Sie ist ja auch viel grĂ¶ĂŸer als ich. Meine Geschwister, und das waren nicht grade wenig, standen neben mir am Wasser und wollten mir Mut machen. „Wenn das nur ein bisschen Wasser ist, warum geht dann keiner von euch zuerst zu Mama ins Becken?“, bellte ich Ihnen entgegen. NatĂŒrlich taten alle so, als hĂ€tten sie mich nicht gehört. Denn ich war ja schließlich immer schon die Mutigste im Wurf gewesen. Na toll. Eigentlich lieben Labradore ja das Wasser, das erzĂ€hlt Mama mir wenigstens immer. Von wegen fĂŒrs Wasser geboren und sowas alles. Dass sie selbst sich vor tiefem Wasser fĂŒrchtet, weiß aber nur ich. Ich blieb noch ganz kurz am Rand der riesigen blauen Muschel stehen und ĂŒberlegte was schlimmsten Falls passieren konnte. Naja viel war das ja nicht. Klatschnass war ich schon öfter geworden und das machte mir nichts aus. Das einzige vor dem ich Angst hatte war, dass ich im Wasser nicht stehen kann. Und dass ich den Boden nicht sehen konnte, machte die ganze Geschichte nicht besser. Aber Mama wĂŒrde mich ja bestimmt nicht rufen, wenn es fĂŒr mich gefĂ€hrlich werden sollte. Ich ging noch ein kleines StĂŒck weiter an den Rand. Wieder rief meine Mama mir zu, aber ich ĂŒberlegte es mir doch noch einmal anders und wich zurĂŒck, als Mama mich nassspritzte. „Okay Mama, ich komm mit Anlauf! Dann kann ich nicht so viel ĂŒberlegen!“ Ich rannte los! Das klingt natĂŒrlich ganz einfach, aber mit den kleinen tapsigen Pfoten, die nicht immer so ganz machen was sie sollen, war es schwerer als man denkt. Man darf natĂŒrlich nicht vergessen, dass ich erst 6 Wochen alt bin. Auf halber Strecke war es dann natĂŒrlich auch passiert, ich stolperte ĂŒber meine eigenen Pfoten. Ein lautes Platschen war das letzte was ich gehört habe. Und anschließend natĂŒrlich das Geheule meiner Geschwister die mich auslachten, weil mein schönes braunes Fell komplett nass war. Ebenfalls konnte ich den Biss meiner Mama im Nacken spĂŒren, die mir wieder auf alle Viere half. Nachdem ich mich einmal krĂ€ftig geschĂŒttelt hatte, stand ich bis zum Bauch mit meiner Mama im Wasser. „Ihr braucht gar nicht so zu lachen“, knurrte ich meinen Geschwistern entgegen. „Ich hab mich wenigstens getraut.“ „Seit jetzt ruhig Kinder“, knurrte Mama ebenfalls. „Bevor hier jemand lachen darf, muss jeder von euch einmal im Wasser gewesen sein.“ Da war die Meute auf einmal ganz still und versuchte sich zu verstecken. Aber nichts da. Ich versuchte aus dem Becken zu springen, aber landete erstmal auf dem Rand. Mit einem Schups half Mama mir dann raus. Ich rannte zu meinen Geschwistern und schĂŒttelte mich einmal so krĂ€ftig wie ich nur konnte, sodass wir alle nass waren. „Nala hör auf damit“, jaulte meine Schwester Lucy, die ziemlich auf ihr Aussehen bedacht war. Das war mir aber in diesem Moment ziemlich egal. Plötzlich kam Joker, mein großer Bruder, auf mich zu gerannt und wollte mit mir kĂ€mpfen. Ich warf mich auf den Boden und versuchte ihn mit meinen Beinen wegzudrĂŒcken, aber ich hatte nicht genug Kraft. Er knabberte wie immer an meinem Ohr bis ich ihm in den Hals kneifen konnte. Diesen Überraschungsmoment nutzete ich aus, um ihn von mir runter zu werfen. Aber dann kam Mama schon und schnappte sich Joker. „Wer so mutig ist zu kĂ€mpfen, kann doch auch keine Angst vor dem Wasser haben oder Joker?“ Der erwiderte mit zittriger Stimme, „Nein Mama, ich hab ĂŒberhaupt keine Angst.“ Wir alle konnten das Gegenteil an seinen zittrigen Pfoten jedoch genau erkennen. Er fing ziemlich an zu zappeln, als seine Hinterbeine das Wasser berĂŒhrten, aber Mama blieb hart und setzte ihn einfach im Wasser ab. Joker nutzte jedoch direkt die erste Chance, um das ungeliebte nass wieder zu verlassen und sich auf dem Rasen zu wĂ€lzen. Er jammerte nur herum, dass das Wasser so kalt gewesen sei. Ich dachte mir meinen Teil. Es war Sommer. Das Wasser muckelige 20°C warm und ziemlich angenehm an diesem heißen Tag. Aber Joker war noch nie eine Wasserratte gewesen, er hasste sogar den Regen dafĂŒr, dass
er nass war.

Aber wo habe ich bloss meine Manieren gelassen. Ich hab mich und meine Familie ja noch gar nicht vorgestellt.

Als erstes möchte ich euch meine liebe Mama Bella vorstellen. Sie ist eine schwarze LabradorhĂŒndin, die uns alleine in einer Scheune der Familie Ollsdorf großzieht. Jeden Abend erzĂ€hlt sie uns von ihren Abenteuern, als sie selbst noch ein Welpe war, und ihrer Zeit in der Stadt bei einer anderen Familie. Damals war Mama noch eine ShowhĂŒndin und wurde auf Rasseschauen vorgefĂŒhrt. Mama predigt uns aber immer, dass der Schein trĂŒgt und die Zeit nicht nur schön war, sondern auch anstrengend und langweilig. Viel Bewegung bekommt man auf solchen Shows nĂ€mlich nicht. Also fĂŒr mich wĂ€r das nichts, ich brauch meinen Freiraum und viel Bewegung.

Dann sind da noch meine fĂŒnf Geschwister. Da geht’s ziemlich rund, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Wie das eben so ist bei fĂŒnf MĂ€dels und einem RĂŒden. Dazu lĂ€sst sich sagen, dass ich der einzige schokofarbende Welpe in meinem Wurf bin. Meine vier Schwestern sind schwarz und dann ist da noch mein Bruder, Joker. Er ist der einzige blonde Welpe in unserer Familie. Vielleicht ist auch grade das der Grund, warum wir beide uns am besten verstehen. Er ist wie ich ein kleiner Außenseiter im Wurf. Er der einzige Junge und dazu noch blond, ich die einzige braune HĂŒndin, deren Traum es nicht ist einmal einen Pokal fĂŒr das beste Aussehen zu gewinnen. Wo wir auch schon bei meinen lieben Schwestern wĂ€ren. Stellt euch mal bitte vier MĂ€dels vor, die den ganzen Tag nur daran denken, dass ihr Fell auch ordentlich aussieht und sie sich keine Kralle abbrechen. Lucy ist dabei noch die schlimmste und gleichzeitig die AnfĂŒhrerin der schwarzen Bande. Solange ich denken kann, und dass ist ja noch nicht so lange, war Lucy noch nie bei lustigen Sachen dabei. Schlammschlachten, KĂ€fer jagen oder kĂ€mpfen. Das sind alles No Gos, wie sie sich ausdrĂŒcken wĂŒrde. Die anderen drei, Emma, Luna und Minu, hĂ€ngen dabei immer in Lucys NĂ€he. Was Lucy sagt ist fĂŒr sie Gesetz. Auch wenn ich weiß, dass Minu gerne mal mitspielen wĂŒrde. Naja wie sie meinen. Ich lass mir die schönen Dinge des Welpenseins nicht vermiesen. Und außerdem machen die wirklich lustigen Spielereien am meisten Spaß mit Joker. Denn egal was fĂŒr einen Plan wir schmieden, es passiert immer das Gegenteil. Aber was solls, grade sowas macht das Leben doch erst spannend. Besonders in der Welt eines Welpen.

Nicht zu vergessen ist natĂŒrlich die Familie Ollsdorf. Ich versteh diese komisch sprechenden Menschen zwar nicht, aber sie scheinen ziemlich nett zu sein. Mama sagt auch immer, dass wir die Sprache der Menschen irgendwann verstehen werden. Mal abwarten. Sie haben uns auf jeden Fall ihre Scheune zurechtgemacht und uns ein Nest aus Stroh und Heu gebaut. Da können wir uns nachts richtig einkuscheln. Außerdem bringen sie uns jeden Tag was zu essen. NatĂŒrlich ist das nicht so lecker wie die Milch von Mama, aber trotzdem schlagen wir uns alle gerne den Bauch voll. Auch Mama scheint froh zu sein, weil wir sie jetzt nicht mehr so oft mit unserem Hunger nerven. Die Menschen haben uns auch einen richtigen Abenteuerspielplatz mit Tunneln und Rasseln aufgebaut. Ziemlich cool. Aber natĂŒrlich nur fĂŒr mich und Joker, die schwarze Bande ist sich ja zu fein fĂŒr sowas. Die Langweiler. Mal sehen was sie als nĂ€chstes fĂŒr uns vorbereitet haben. Es wird nĂ€mlich langsam auch fĂŒr uns ein bisschen langweilig. Aber da fĂ€llt uns bestimmt noch was ein.

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