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Leselupe.de > Kindergeschichten
Naomis Abenteuer 3
Eingestellt am 02. 06. 2003 10:31


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Inga Rothe
Nennt-sich-Schriftsteller
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Naomi in einem fremden Land

Alles war so anders hier. Die H├Ąuser, die Menschen waren anders gekleidet. Naomi konnte gar nicht genug aus dem Autofenster sehen.
Als sie ankamen, war da auch wieder eine Frau, die sie in Empfang nahm. Die andere verabschiedete sich schnell und nun folgte sie der Heimleiterin, wie sich sp├Ąter herausstellte.
Man gab ihr w├Ąrmere Kleidung, die sie skeptisch betrachtete und nach langem ├ťberreden anzog. Ihr Kleid aber gab sie nicht aus der Hand, sie besch├╝tze es wie einen Schatz!
Viele Kinder gab es hier und sie wurde von allen Seiten umringt. Das machte ihr Angst und sie verkroch sich unter dem Tisch.
Nat├╝rlich wurde sie dann ausgelacht, bis die Leiterin sie da hervor holte und ihr erkl├Ąrte, sie hie├če Frau Maibach. "Und du Kind, wie hei├čt du?" fragte sie, aber nicht auf Antwort hoffend.
"Ich heissen Naomi Ilmandu" erwiderte sie zaghaft und reichte der erstaunten Frau Maibach die Hand.
"Du kannst ja unsere Sprache!" entgegnete sie ├╝berrascht.
"Ich haben von Corry lernt!" sagte Naomi stolz, wenn auch nicht ganz fehlerfrei, man verstand sie. Obwohl sich Naomi viel M├╝he gab, sie hatte es schwer, sich einzugew├Âhnen. Alles war neu f├╝r sie.
Da gab es Schlafst├Ątten nicht nur auf vier Beinen, sie waren auch ├╝bereinander gebaut. Bei den Wasserrohren mit L├Âchern, besser gesagt, Duschen, musste man aufpassen, denn wenn man den falschen Knopf drehte, wurde das Wasser ganz hei├č!
Auch musste man immer die Z├Ąhne sauber machen, nicht mit den Fingern, sondern mit einem ganz kleinen Besen, den nannten sie Zahnb├╝rste. Dazu gab es Creme darauf, die schmeckte ganz komisch.
Tja, nun hatte Naomi so viele Kinder zum Spielen, aber sie hatte gro├čes Heimweh nach ihrem Vater, nach Silas und nach Corry.
Sie lernte sehr schnell und als sie h├Ârte, im Sommer solle sie auf einer Schule gehen, war sie ├╝bergl├╝cklich. Sie jubelte pl├Âtzlich durch das Haus und Frau Maibaum fragte sie, warum sie sich denn so freue. Dann kann ich endlich dem Corry schreiben, vielleicht hat er meinen Vater gefunden.
"Eine gute Idee, du kannst mir aber auch die Adresse geben und wir beide schreiben einen Brief. Du sagst mir was und ich schreibe." sagte gutm├╝tig Frau Maibaum.
Naomis Augen gl├Ąnzen dankbar und sie fingen noch am gleichen Tag an zu schreiben.Eines Tages kam eine ganz nette Frau mit ihrem Mann ins Heim und wollten mit Naomi sprechen, um sie kennen zu lernen.
Frau Maibaum hatte ihr schon gesagt, dass sie in einer Familie kommen sollte, da sie so gescheit sei, w├╝rde es sicher nicht mehr lange dauern.
Anscheinend mochte dieses Ehepaar Naomi sehr, denn wenige Tage sp├Ąter durfte sie zu ihnen um ein Wochenende da zu verbringen.
Naomi mochte diese Frau auch und war ganz gl├╝cklich. Sie packte ganz schnell ein paar Sachen zusammen. Nat├╝rlich durfte ihr Kleid nicht fehlen, obwohl es ihr zu klein geworden war.Naomi staunte, die hatten ein gro├čes Auto, auf dem das Dach fehlte. Nur gut, dass es nicht regnete, wie es hier in Deutschland ├Âfters vor kam. Spa├č machte das allerdings, die Haare flatterten nur so im Fahrtwind. So schnell ist sie noch nie gefahren worden.
Dann standen sie vor einem wei├čem Haus, mit blauen Fenstern und einen wundersch├Ânen Garten drum herum. So etwas hatte sie noch nie gesehen, and├Ąchtig stand sie davor.
Herr Schl├╝ter, so hie├č der Mann, nahm sie an der Hand und zeigte Naomi das Haus.
Sie sollte ein eigenes Zimmer haben, wenn es ihr hier gefallen w├╝rde.
Naomi traute sich gar nichts anzufassen. Im Wohnzimmer stand eine gro├če Tonmaschine, wenn man da auf solche wei├čen und schwarzen Dinger dr├╝ckte, kamen T├Âne daraus. Zuerst erschrak sie, aber dann machte ihr das sehr viel Spa├č. Herr Schl├╝ter meinte, das sei ein Fl├╝gel. Komisch, sie hatte doch gedacht, das Fl├╝gel etwas zum Fliegen sind, aber an dieser Maschine fand sie keine. Leider ging dieses sch├Âne Wochenende viel zu schnell zu Ende. Frau Maibach holte sie ein paar Tage sp├Ąter zu sich ins B├╝ro und meinte, was sie denn nun von diesem Ehepaar hielte. Ob sie sich vorstellen konnte, da vorerst einmal zu wohnen?
Naomi war begeistert und nat├╝rlich konnte sie es sich bei Herrn und Frau Schl├╝ter vorstellen, zu wohnen.
So kam es, dass Naomi zwei Wochen sp├Ąter ihre Sachen packen durfte und zu dieser Familie zog. Noch immer hatte sie nichts von ihrem Vater geh├Ârt, oder von Corry, das machte sie sehr traurig. Nun sollte sie erst einmal in die Schule kommen und Frau Schl├╝ter fuhr mit ihr in die Stadt, um sie neu einzukleiden und alles N├Âtige f├╝r den Schulanfang zu kaufen.
Naomi war begeistert, was es in der Stadt auch alles gab. Sie durfte sich die Kleidung selber aussuchen, wenn auch Frau Schl├╝ter einige Ratschl├Ąge dazu gab.
├ťbergl├╝cklich und dennoch ersch├Âpft, kamen sie zu Hause an. Herr Schl├╝ter sa├č an der Tonmaschine und spielte damit. Naomi setzte sich neben ihm und schaute zu.
W├Ąhrend seine Frau das Abendessen zubereitete.
Morgen also war Naomis gro├čer Tag! Sie wird Lesen und Schreiben lernen und das ganz schnell, so hatte sie es sich vorgenommen.
Nachdem sie nun nachdem Abendessen mitgeholfen hatte, das Geschirr zu sp├╝len, ging sie ins Bett. Es dauerte ziemlich lange, bis sie einschlafen konnte, denn es gingen ihr so viele Gedanken durch den Kopf. Frau Schl├╝ter fand, Naomi war das h├╝bscheste M├Ądchen was sie je gesehen hatte und welches jemals auf diesem Schulhof gesehen wurde.
Wie sehr w├╝nschte sie sich auch ein Kind, aber der liebe Gott wollte ihr kein eigenes schenken. Nun hoffte sie, das sie Naomi irgend wann einmal als ihre Tochter ansehen konnte. Herrn Schl├╝ter ging es ebenso, der an diesem Tag nicht fehlen wollte.
Naomi stand an der gro├čen Treppe und wartete geduldig, bis sie endlich hinein durfte.
Als es dann soweit war, blieben die Erwachsenen drau├čen, nur die Kinder gingen in den Klassen.
Die Lehrerin stellte sich vor, erz├Ąhlte ihnen eine Geschichte und verteilte Stundenpl├Ąne. Danach durften sie auf dem Schulhof zum Fotografieren.
Nur Naomi weigerte sich, die Klasse zu verlassen.
"Na, du bist sicher Naomi, was ist los, m├Âchtest du nicht auch nach drau├čen gehen? Fragte die Lehrerin.
"Nein, ich bin doch hier zum Schreiben und Lesen lernen! Und bis jetzt habe ich es noch nicht gelernt. Also bleibe ich auch hier." erwiderte Naomi beharrlich.
Da musste die Lehrerin aber lachen und erkl├Ąrte ihr, das heute erst einmal das Fest f├╝r alle Schulanf├Ąnger sei und dann ab morgen gelernt w├╝rde.
Entt├Ąuscht verlie├č Naomi das Schulgeb├Ąude um sich den Fotografen zu stellen und dann ganz traurig nach Hause zu gehen.
"Naomi, was ist denn los, hattest du keinen Spa├č heute?" fragte Frau Schl├╝ter unterwegs.
Diese sch├╝ttelte mit den Kopf und Tr├Ąnen kullerten ├╝ber ihre Wange.
"Ich dachte, ich k├Ânne heute schon Lesen und Schreiben und dabei ist nichts passiert" schluchzte sie.
Tr├Âstend nahm sie Frau Schl├╝ter in den Arm und sagte, dass das nicht so schnell gehen w├╝rde.
Oh, wie sollte sie sich t├Ąuschen. Innerhalb weniger Wochen konnte Naomi Lesen. Das Schreiben dauerte auch nicht viel l├Ąnger.
"Dieses Kind ist ein Wunder!" sagte eines Abends Herr Schl├╝ter zu seiner Frau. "Die Klassenlehrerin meinte, sie sei viel zu weit f├╝r die erste Klasse. Sie k├Ânnte auch schon die Zweite besuchen, aber das m├╝ssen sie noch mit dem Rektor kl├Ąren."
Oh ja, Naomi wollte lernen, sie wollte alles wissen. Sie konnte nicht abwarten, bis sie in der Schule eine Seite durchgenommen hatten, sie ging das Buch gleich bis zum Ende durch. Noch immer hatte Corry nicht geschrieben, sie war nun schon sechs Monate in Hamburg.
Bald gab es hier ein Fest. Sie nannten es Weihnachten. Da wurde ein Geburtstag gefeiert, vom Sohn des weisen Mannes im Himmel, obwohl das Kind schon gro├č ist und gestorben war.
Na ja, da gab es wieder ein anderes Fest, wo man traurig sein musste.
Weihnachten sollte man lachen und es gab Geschenke, erz├Ąhlte man in der Schule.
Naomi w├╝nschte sich nur, das Corry sich meldete und sie ihren Vater und den kleinen Silas wiedersehen durfte. Es war der erste Advent. Frau Schl├╝ter hatte viele sch├Âne Dinge aufgeh├Ąngt, das ganze Haus geschm├╝ckt! Es sah wirklich toll aus.
Pl├Âtzlich sah sie durch das Fenster. Was ist das denn? Es regnete wei├čen Regen! Aufgeregt lief Naomi hinaus um dann aber ganz schnell herein zu kommen, um sich warm anzuziehen.
Es schneit sagte Herr Schl├╝ter und begleitete Naomi hinaus.
Die beiden tobten nun durch den Schnee und Naomis Begeisterung nahm kein Ende.
Als es dunkel war, las Frau Schl├╝ter aus einem dicken Buch vor. Diese Schrift konnte Naomi noch nicht lesen, aber das war so spannend, dass sie es auch bald lernen wollte.
Aha, in dieser Geschichte erz├Ąhlt man von der bevorstehenden Geburt des Kindes. Naomi gefiel das Geburtstagsfest oder Weihnachten wie man es nannte. Es war herrlich durch den wei├čen Regen zu gehen, der auch liegen blieb und nicht im Boden verschwand.
Als sie aus der Schule kam, winkte Frau Schl├╝ter schon vom Fenster.
"Naomi, du hast Post!" Aufgeregt rannte sie ins Haus. Es war Post von Corry!
Corry kam erst einige Wochen sp├Ąter in seine Heimat zur├╝ck und fing gleich an, nach Naomis Vater zu suchen. Doch der Name war unbekannt. Sie hatten zwar einen Verwaltungsangestellten in der Reederei, aber der hie├č anders. Nach dem Aufstand hatte man die Halle und das B├╝ro angez├╝ndet. Viele M├Ąnner seien umgekommen und andere schwer verletzt worden. Einige liegen immer noch in verschiedenen Krankenh├Ąusern, mit schweren Verbrennungen. Er w├╝rde weiter suchen und ihr dann eine Nachricht zu kommen lassen. Naomi kamen die Tr├Ąnen und Frau Schl├╝ter nahm sie tr├Âstend in ihre Arme. "Nun beruhige dich erst einmal, Kind. Die Beh├Ârden sind doch auch informiert. Dein Vater muss noch leben, denn sonst h├Ątte man davon gewusst.Dennoch, diese Nachricht lie├č ein Schatten zur├╝ck, obwohl Naomi noch hoffen konnte.Wochen sp├Ąter, Frau Schl├╝ter konnte es nicht mehr mit ansehen, wie Naomi immer blasser, immer stiller wurde, rief sie gleich nach dem Naomi in der Schule war, das Jugendamt an.Nein, es gab immer noch nichts Neues zu berichten.Abends sprach sie mit ihrem Mann, dem auch aufgefallen war, das Naomis so still geworden ist und immer weniger wurde. "Sag mal, was w├╝rdest du davon halten, wenn wir unseren Urlaub in diesem Jahr in Kairo verbringen?" fragte Herr Schl├╝ter seine Frau, als sie mal wieder abends zusammen sa├čen und gr├╝belten, wie sie Naomi helfen k├Ânnen. Diese z├Âgerte nicht lange und war sofort einverstanden, obwohl sie Angst davor hatte, Naomi zu verlieren. Sie sah aber ein, das es so nicht weiter ging und das Kind tat ihr so leid. Zuerst sagten sie ihr nichts, sondern versuchten f├╝r sie einen Reisepass zu bekommen. Das war gar nicht so einfach und dauerte seine Zeit. In der Zwischenzeit hatte Naomi ihren siebten Geburtstag gefeiert. Obwohl sie viele Kinder eingeladen hatte, so richtig gl├╝cklich war sie nicht. Sie bekam auch ein Fahrrad. Als sie das sah, fiel ihr ihr Vater ein. Als er sie damals abholte. Diese Erinnerung tat ihr weh und einer verstand, warum sie weinte. Endlich, eine Woche vor Ferienbeginn, waren die Papiere da und sie konnten einen Flug buchen. Die Schl├╝ters wollten Naomi diese ├ťberraschung besonders spannend pr├Ąsentieren und mit einem Zoobesuch verbinden. Naomi war sehr aufgeregt, als Frau Schl├╝ter ihr erz├Ąhlte, was sie gleich nach dem Fr├╝hst├╝ck tun wollten. Es wurde ein sch├Âner Tag. Naomi verga├č f├╝r ein paar Stunden ihren Kummer. Als sie dann noch zu Mc. Donald fuhren, war das f├╝r sie der H├Âhepunkt. An die ├ťberraschung dachte sie gar nicht mehr. Lange hatten Frau und Herr Schl├╝ter die Kleine nicht mehr so gl├╝cklich gesehen. Nun war es soweit! Nachdem Naomi ein gro├čes Eis verdr├╝ckt hatte, erfuhr sie, das sie mit den Schl├╝ters in den Urlaub fahren sollte und das Tollste war, sie wollten nach Kairo! Vielleicht finden sie auch ihren Vater. Naomi konnte ihr Gl├╝ck nicht fassen. Weinend, lachend zugleich nahm sie Herrn und Frau Schl├╝ter abwechselnd in den Arm. "Noch ein paar Tage und dann geht es los!" jubelte sie.
__________________
Immer laecheln, dann wir auch mal zur├╝ckgelacht!

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hm, sehr interessant.

schade, dass du die nummerierung ein wenig durcheinander gebracht hast. sowas kann nur der moderator ├Ąndern.
und schade, dass du so viele rechtschreibfehler drin hast. auch am ausdruck w├Ąre stellenweise zu feilen.
die geschichte hat was, also schreib weiter!
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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hallo,

noch einen:Naomi in einem fremden Land

Alles war so anders hier. Die H├Ąuser (sahen anders aus und) die Menschen waren anders gekleidet. Naomi konnte gar nicht genug aus dem Autofenster sehen.
Als sie ankamen, war da auch wieder eine Frau, die sie in Empfang nahm. Die andere verabschiedete sich schnell und nun folgte (Naomi) der Heimleiterin, wie sich sp├Ąter herausstellte.
Man gab ihr w├Ąrmere Kleidung, die sie skeptisch betrachtete und nach langem ├ťberreden anzog. Ihr Kleid aber gab sie nicht aus der Hand, sie besch├╝tz(t)e es wie einen Schatz!
Viele Kinder gab es hier und sie wurde von allen Seiten umringt. Das machte ihr Angst und sie verkroch sich unter dem Tisch.
Nat├╝rlich wurde sie ()ausgelacht(. D)ie Leiterin (holte) sie hervor und ()erkl├Ąrte, sie hie├če Frau Maibach. "Und du Kind, wie hei├čt du?" fragte sie, aber nicht auf Antwort hoffend.
"Ich heissen Naomi Ilmandu."(,) erwiderte sie zaghaft und reichte der erstaunten Frau Maibach die Hand.
"Du kannst ja unsere Sprache!"(,) entgegnete sie ├╝berrascht.
"Ich haben von Corry lernt!"(,) sagte Naomi stolz, wenn auch nicht ganz fehlerfrei, man verstand sie. Obwohl sich Naomi viel M├╝he gab, sie hatte es schwer, sich einzugew├Âhnen. Alles war neu f├╝r sie.
Da gab es Schlafst├Ątten nicht nur auf vier Beinen, sie waren auch ├╝bereinander gebaut. Bei den Wasserrohren mit L├Âchern, besser gesagt, Duschen, musste man aufpassen, denn wenn man den falschen Knopf drehte, wurde das Wasser ganz hei├č!
Auch musste man immer die Z├Ąhne sauber machen, nicht mit den Fingern, sondern mit einem ganz kleinen Besen, den nannten sie Zahnb├╝rste. Dazu gab es Creme darauf, die schmeckte ganz komisch.
Tja, nun hatte Naomi so viele Kinder zum Spielen, aber sie hatte gro├čes Heimweh nach ihrem Vater, nach Silas und nach Corry.
Sie lernte sehr schnell und als sie h├Ârte, im Sommer solle sie auf eine(wenn sie auf einer Schule geht, dann l├Ąuft sie auf dem Schuldach herum) Schule gehen, war sie ├╝bergl├╝cklich. Sie jubelte pl├Âtzlich durch das Haus und Frau Maibaum( wat denn nu, Maibach oder Maibaum?) fragte sie, warum sie sich denn so freue. Dann kann ich endlich dem Corry schreiben, vielleicht hat er meinen Vater gefunden.
"Eine gute Idee, du kannst mir aber auch die Adresse geben und wir beide schreiben einen Brief. Du sagst mir was und ich schreibe." sagte gutm├╝tig Frau Maibaum.
Naomis Augen gl├Ąnz(t)en dankbar und sie fingen noch am gleichen Tag an zu schreiben.
Eines Tages kam eine ganz nette Frau mit ihrem Mann ins Heim und wollten mit Naomi sprechen, um sie kennen zu lernen.
Frau Maibaum hatte ihr schon gesagt, dass sie in eine(wir sind doch hie nicht in einem Porno!) Familie kommen sollte, da sie so gescheit sei, w├╝rde es sicher nicht mehr lange dauern.(was w├╝rde nicht mehr lange dauern?)
Anscheinend mochte dieses Ehepaar Naomi sehr, denn wenige Tage sp├Ąter durfte sie zu ihnen(,) um ein Wochenende (mit ihnen) zu verbringen.
Naomi mochte diese Frau auch und war ganz gl├╝cklich. Sie packte ganz schnell ein paar Sachen zusammen. Nat├╝rlich durfte ihr Kleid nicht fehlen, obwohl es ihr zu klein geworden war. Naomi staunte, die hatten ein gro├čes Auto, auf dem das Dach fehlte. Nur gut, dass es nicht regnete, wie es hier in Deutschland ├Âfter(├Âfters gibt es nicht) vor kam. Spa├č machte das allerdings, die Haare flatterten nur so im Fahrtwind. So schnell ist sie noch nie gefahren worden.
Dann standen sie vor einem wei├če(n) Haus, mit blauen Fenstern und einen wundersch├Ânen Garten drum herum. So etwas hatte sie noch nie gesehen, and├Ąchtig stand sie davor.
Herr Schl├╝ter, so hie├č der Mann, nahm sie an der Hand und zeigte Naomi das Haus.
Sie sollte ein eigenes Zimmer haben, wenn es ihr hier gefallen w├╝rde.
Naomi traute sich gar nichts anzufassen. Im Wohnzimmer stand eine gro├če Tonmaschine, wenn man da auf solche wei├čen und schwarzen Dinger dr├╝ckte, kamen T├Âne (he)raus. Zuerst erschrak sie, aber dann machte ihr das sehr viel Spa├č. Herr Schl├╝ter meinte, das sei ein Fl├╝gel. Komisch, sie hatte doch gedacht, das Fl├╝gel etwas zum Fliegen sind(kann weg). Leider ging dieses sch├Âne Wochenende viel zu schnell zu Ende. Frau Maibach holte sie ein paar Tage sp├Ąter zu sich ins B├╝ro und (frag)te, was sie denn nun von diesem Ehepaar hielte. Ob sie sich vorstellen konnte, da vorerst einmal zu wohnen?
Naomi war begeistert und nat├╝rlich konnte sie es sich (vorstellen,) bei Herrn und Frau Schl├╝ter zu wohnen.
So kam es, dass Naomi zwei Wochen sp├Ąter ihre Sachen packen durfte und zu dieser Familie zog. Noch immer hatte sie nichts von ihrem Vater geh├Ârt, oder von Corry, das machte sie sehr traurig. Nun sollte sie erst einmal in die Schule kommen und Frau Schl├╝ter fuhr mit ihr in die Stadt, um sie neu einzukleiden und alles N├Âtige f├╝r den Schulanfang zu kaufen.
Naomi war begeistert, was es in der Stadt () alles gab. Sie durfte sich die Kleidung selber aussuchen, wenn auch Frau Schl├╝ter einige Ratschl├Ąge dazu gab.
├ťbergl├╝cklich und dennoch ersch├Âpft, kamen sie zu Hause an. Herr Schl├╝ter sa├č an der Tonmaschine und spielte damit. Naomi setzte sich neben ich(n) und schaute zu(, w)├Ąhrend seine Frau das Abendessen zubereitete.
Morgen also war Naomis gro├čer Tag! Sie wird Lesen und Schreiben lernen und das ganz schnell, so hatte sie es sich vorgenommen.
(Nach dem Abendessen half sie, das Geschirr zu sp├╝len und ging dann ins Bett.) Es dauerte ziemlich lange, bis sie einschlafen konnte, denn es gingen ihr so viele Gedanken durch den Kopf.
Frau Schl├╝ter fand, Naomi (sei) das h├╝bscheste M├Ądchen(,) was sie je gesehen hatte und welches jemals auf diesem Schulhof gesehen wurde.
Wie sehr w├╝nschte sie sich ()ein Kind, aber der liebe Gott wollte ihr kein eigenes schenken. Nun hoffte sie, das(s) sie Naomi irgendwann (zusammen)einmal als ihre Tochter ansehen konnte. Herrn Schl├╝ter(, der an diesem Tag nicht fehlen wollte,) ging es ebenso.
Naomi stand an der gro├čen Treppe und wartete geduldig, bis sie endlich hinein durfte.
Als es dann soweit war, blieben die Erwachsenen drau├čen, nur die Kinder gingen in (die) Klassen(zimmer).
Die Lehrerin stellte sich vor, erz├Ąhlte ihnen eine Geschichte und verteilte Stundenpl├Ąne. Danach durften sie auf de(n) Schulhof zum Fotografieren.
Nur Naomi weigerte sich, die Klasse zu verlassen.
"Na, du bist sicher Naomi, was ist los, m├Âchtest du nicht auch nach drau├čen gehen?(„ , f)ragte die Lehrerin.
"Nein, ich bin doch hier zum Schreiben und Lesen lernen! Und bis jetzt habe ich es noch nicht gelernt. Also bleibe ich auch hier."(,) erwiderte Naomi beharrlich.
Da musste die Lehrerin aber lachen und erkl├Ąrte ihr, das heute erst einmal das Fest f├╝r alle Schulanf├Ąnger sei und ()ab morgen gelernt w├╝rde.
Entt├Ąuscht verlie├č Naomi das Schulgeb├Ąude(,) um sich den Fotografen zu stellen und dann ganz traurig nach Hause zu gehen.
"Naomi, was ist denn los, hattest du keinen Spa├č heute?"(,) fragte Frau Schl├╝ter unterwegs.
(Sie) sch├╝ttelte ()den Kopf und Tr├Ąnen kullerten ├╝ber ihre Wange(n).
"Ich dachte, ich k├Ânne(te) heute schon Lesen und Schreiben und dabei ist nichts passiert" schluchzte sie.
Tr├Âstend nahm sie Frau Schl├╝ter in den Arm und sagte, dass das nicht so schnell gehen w├╝rde.
Oh, wie sollte sie sich t├Ąuschen. Innerhalb weniger Wochen konnte Naomi (l)esen. Das Schreiben dauerte auch nicht viel l├Ąnger.
"Dieses Kind ist ein Wunder!"(,) sagte eines Abends Herr Schl├╝ter zu seiner Frau. "Die Klassenlehrerin meinte, sie sei viel zu weit f├╝r die erste Klasse. Sie k├Ânnte auch schon die Zweite besuchen, aber das m├╝ssen sie noch mit dem Rektor kl├Ąren."
Oh ja, Naomi wollte lernen, sie wollte alles wissen. Sie konnte nicht abwarten, bis sie in der Schule eine Seite durchgenommen hatten, sie ging das Buch gleich bis zum Ende durch.
Noch immer hatte Corry nicht geschrieben, sie war nun schon sechs Monate in Hamburg.
Bald gab es hier ein Fest. Sie nannten es Weihnachten. Da wurde ein Geburtstag gefeiert, vom Sohn des weisen Mannes im Himmel, obwohl das Kind schon gro├č ist und gestorben war.
Na ja, da gab es wieder ein anderes Fest, wo man traurig sein musste.
Weihnachten sollte man lachen und es gab Geschenke, erz├Ąhlte man in der Schule.
Naomi w├╝nschte sich nur, das Corry sich meldete und sie ihren Vater und den kleinen Silas wiedersehen durfte.
Es war der erste Advent. Frau Schl├╝ter hatte viele sch├Âne Dinge aufgeh├Ąngt, das ganze Haus geschm├╝ckt! Es sah wirklich toll aus.
Pl├Âtzlich sah sie durch das Fenster. Was ist das denn? Es regnete wei├čen Regen! Aufgeregt lief Naomi hinaus(, kam) dann aber ganz schnell herein, um sich warm anzuziehen.
(„Es schneit“, sagte Herr Schl├╝ter und begleitete Naomi hinaus.
Die beiden tobten nun durch den Schnee und Naomis Begeisterung nahm kein Ende.
Als es dunkel war, las Frau Schl├╝ter aus einem dicken Buch vor. Die Schrift (in diesem Buch) konnte Naomi noch nicht lesen, aber das war so spannend, dass sie es auch bald lernen wollte.
Aha, in dieser Geschichte erz├Ąhlt man von der bevorstehenden Geburt des Kindes. Naomi gefiel das Geburtstagsfest oder Weihnachten(,) wie man es nannte. Es war herrlich(,) durch den wei├čen Regen zu gehen, der auch liegen blieb und nicht im Boden verschwand.
Als sie aus der Schule kam, winkte Frau Schl├╝ter schon vom Fenster.
"Naomi, du hast Post!" Aufgeregt rannte sie ins Haus. Es war Post von Corry!
Corry (hatte gleich nach der R├╝ckkehr in seine Heimat angefangen), nach Naomis Vater zu suchen. Doch der Name war unbekannt. Sie hatten zwar einen Verwaltungsangestellten in der Reederei, aber der hie├č anders.
Nach dem Aufstand hatte man die Halle und das B├╝ro angez├╝ndet. Viele M├Ąnner seien umgekommen und andere schwer verletzt worden. Einige liegen immer noch in verschiedenen Krankenh├Ąusern, mit schweren Verbrennungen. Er w├╝rde weiter suchen und ihr dann eine Nachricht zukommen(zusammen) lassen.
Naomi kamen die Tr├Ąnen und Frau Schl├╝ter nahm sie tr├Âstend in ihre Arme. "Nun beruhige dich erst einmal, Kind. Die Beh├Ârden sind doch auch informiert. Dein Vater muss noch leben, denn sonst h├Ątte man davon gewusst. Dennoch, diese Nachricht lie├č ein(en) Schatten zur├╝ck, obwohl Naomi noch hoffen konnte.
Wochen sp├Ąter, Frau Schl├╝ter konnte es nicht mehr mit ansehen, wie Naomi immer blasser, immer stiller wurde, rief sie gleich(,) nach dem Naomi in der Schule war, das Jugendamt an. Nein, es gab immer noch nichts Neues zu berichten.
Abends sprach sie mit ihrem Mann, dem auch aufgefallen war, das Naomi() so still geworden ist und immer weniger wurde. "Sag mal, was w├╝rdest du davon halten, wenn wir unseren Urlaub in diesem Jahr in Kairo verbringen?"(,) fragte Herr Schl├╝ter seine Frau ()Diese z├Âgerte nicht lange und war sofort einverstanden, obwohl sie Angst davor hatte, Naomi zu verlieren. Sie sah aber ein, das(s) es so nicht weiter ging und das Kind tat ihr so leid.
Zuerst sagten sie ihr nichts, sondern versuchten(,) f├╝r sie einen Reisepass zu bekommen. Das war gar nicht so einfach und dauerte seine Zeit. In der Zwischenzeit hatte Naomi ihren siebten Geburtstag gefeiert. Obwohl sie viele Kinder eingeladen hatte(war sie nicht) so richtig gl├╝cklich.
Sie bekam auch ein Fahrrad. Als sie das sah, fiel ihr ihr Vater ein. ()Diese Erinnerung tat ihr weh und (k)einer verstand, warum sie weinte.
Endlich, eine Woche vor Ferienbeginn, waren die Papiere da und sie konnten einen Flug buchen. Die Schl├╝ters wollten Naomi diese ├ťberraschung besonders spannend pr├Ąsentieren und mit einem Zoobesuch verbinden.
Naomi war sehr aufgeregt, als Frau Schl├╝ter ihr erz├Ąhlte, was sie gleich nach dem Fr├╝hst├╝ck tun wollten. Es wurde ein sch├Âner Tag. Naomi verga├č f├╝r ein paar Stunden ihren Kummer. Als sie dann noch zu Mc. Donald fuhren, war das f├╝r sie der H├Âhepunkt. An die ├ťberraschung dachte sie gar nicht mehr. Lange hatten Frau und Herr Schl├╝ter die Kleine nicht mehr so gl├╝cklich gesehen. ()
Nachdem Naomi ein gro├čes Eis verdr├╝ckt hatte, erfuhr sie, das(s) sie mit den Schl├╝ters in den Urlaub fahren sollte und das Tollste war, sie wollten nach Kairo! Vielleicht finden sie auch ihren Vater. Naomi konnte ihr Gl├╝ck nicht fassen. Weinend (und) lachend zugleich nahm sie Herrn und Frau Schl├╝ter abwechselnd in den Arm. "Noch ein paar Tage und dann geht es los!"(,) jubelte sie.



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