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Leselupe.de > Kindergeschichten
Naomis Abenteuer Teil 1
Eingestellt am 20. 05. 2003 19:13


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Inga Rothe
Nennt-sich-Schriftsteller
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Naomi zieht in die Stadt

Naomi begleitete ihren Vater auf einem Tage langen Weg. Er wollte sich in der Stadt Arbeit suchen und da ihre Mutter bei der Geburt ihres Bruders gestorben war, hing sie an ihrem Vater, wie eine Klette.
Ihr kleiner Bruder Silas wurde von ihrer Tante versorgt. F├╝r sie war kein Platz, denn die Tante hatte bereits 15 Kinder und reich war sie auch nicht.
F├╝r ihre 5 Jahre war Naomi ein sehr verst├Ąndliches Kind, das schon f├╝r ihren Vater sorgen musste, so gut sie konnte. Sie hatte sogar schon auf einer Kaffeeplantage mitgeholfen und daf├╝r auch etwas Geld bekommen.
Jetzt wollte der Vater aber in der Stadt arbeiten um dort mehr Geld zu verdienen, damit sie sich bald ein Haus kaufen und den kleinen Silas zu sich holen k├Ânnen.
Onkel Osman wohnte am Rande der Stadt und da konnten sie vorerst wohnen.

Es war ein langer Weg, Naomis F├╝├če waren schon ganz blutig, als sie an der H├╝tte ihres Onkels ankamen. Schuhe hatte sie keine, denn die waren ziemlich teuer.
Vater meinte, f├╝r heute wollten sie erst einmal hier ├╝bernachten und am n├Ąchsten Morgen ganz fr├╝h aufbrechen.
Man wies ihnen einen Schlafplatz am hinteren Ende der H├╝tte, auf dem Boden zu. Naomi kauerte sich sofort auf einer Decke und schlief ersch├Âpft ein.
In der Fr├╝he weckte sie ihr Vater und nachdem sie etwas Maisbrei gegessen hatten, ging es los.
Bei dem Anblick der vielen H├Ąuser und Menschen, waren die Schmerzen an den F├╝ssen schnell vergessen. Erwartungsvoll und auch ein wenig ├Ąngstlich, klammerte sich Naomi an den Arm ihres Vaters. Der meinte, sie solle keine Angst haben, er sei ja da.
Dann kaufte er eine Zeitung und sie setzten sich auf einer Mauer. Naomis Vater konnte lesen, was hier bei den einfachen Leuten sehr selten war. Sp├Ąter wollte sie das auch lernen.
Nach dem sie sich etwas ausgeruht hatten, gingen sie weiter. Pl├Âtzlich blieb ihr Vater vor einem Plakat stehen, in dem Arbeiter auf dem Hafengel├Ąnde gesucht wurden.
Zuversichtlich marschierten sie los, nachdem sie einen Mann nach dem Weg gefragt hatten.
Endlich, nach einer Stunde hatten sie ihn erreicht. Naomi sollte an einer Kaimauer auf ihren Vater warten. Falls er sofort anfangen konnte, gab er ihr ein paar M├╝nzen, damit sie sich etwas zu Essen kaufen konnte. Sie wu├čte aber, es war das letzte Geld und Hunger hatte sie schon lange nicht mehr.

Wie lange Naomi da so gesessen hatte, konnte sie nicht mehr sagen. Die Sonne ging unter. So einen herrlichen Sonnenuntergang hatte sie noch nie gesehen. Blutrot versank sie im Meer!
W├Ąhrend sie noch dar├╝ber nach dachte, ob sie im Meer wohnen w├╝rde, stand ihr Vater da und umarmte sie ├╝bergl├╝cklich. Er hatte die Arbeit bekommen und bei dem Lohn, h├Ątten sie es bald geschafft.
Auf dem R├╝ckweg kamen sie an einem Caf├ę vorbei und da der Vater nun t├Ąglich sein Geld bekommen sollte, hatte er wieder etwas. Sie setzten sich an einem Tisch und der Vater bestellte Kuchen dazu. Naomi wu├čte nicht, wann sie zum letzten Mal Kuchen gegessen hatte und war ├╝bergl├╝cklich. Dann fiel ihr das Geld ein, das ihr Vater ihr heute Morgen gegeben hatte. Sie legte es dem Vater hin und dieser schaute sie entsetzt an. "Hast du denn nichts gegessen?" "Nein, ich hatte keinen Hunger." antwortete sie.
Kopfsch├╝ttelnd nahm er das Geld an sich. "Du bist wie deine Mutter, zuerst alle Anderen, dann kam sie dran. Das ist aber gar nicht gut, denn darum war sie bei der Geburt des kleinen Silas auch so schwach." murmelte er und seine Augen f├╝llten sich mit Tr├Ąnen.
Naomi nahm seine Hand, auch ihr kamen die Erinnerungen an ihrer Mutter.

Von nun an blieb Naomi bei ihrem Onkel Osman und deren Frau, Omti, wenn ihr Vater zur Arbeit ging.
Tante Omti bekam bald ein Baby und bis dahin mussten sie eine eigene H├╝tte finden und Naomi im Haushalt helfen. Das kannte sie ja schon und sie machte ihre Sache sehr gut.
Eines Abend h├Ârte sie ein seltsames Ger├Ąusch, das sich anh├Ârte, wie so kleine Autos auf zwei R├Ąder. Schnell lief sie hinaus. Was war das denn? Ihr Vater hatte so ein Ding mit zwei R├Ądern gekauft. Ziemlich alt, aber es fuhr, wenn man darauf sa├č und mit den F├╝ssen auf so zwei Dinger trat. Das ist ein Fahrrad, meinte ihr Vater und sie durfte auch einmal hinten aufsitzen.
Es war herrlich, wie schnell das Ding rollte.
F├╝r dich habe ich auch eine ├ťberraschung, l├Ąchelte der Vater und hielt ihr ein P├Ąckchen hin. Freudig nahm Naomi es an und packte es sofort aus.
Sandalen, so sch├Âne hatte sie noch nie gesehen und dazu ein wundersch├Ânes Kleid. Naomi war ├╝bergl├╝cklich und nahm ihren Vater in den Arm.
Ich habe doch gar kein Geburtstag, meinte sie. Der Vater aber erkl├Ąrte, es sei heute ein besonders sch├Âner Tag. Er h├Ątte nun einen Arbeitsplatz im Hafenb├╝ro, wo er ab sofort fest angestellt worden sei. Und das besondere daran sei nicht nur, das er vielmehr Geld verdiente, sondern auch, das er eine Wohnung in der N├Ąhe bekommen hatte.
Naomi konnte das Gl├╝ck kaum fassen. Sie packten sofort ihre Sachen zusammen, um noch heute einzuziehen. Sogar M├Âbel gab es da schon.
Der Abschied vom Onkel und ihrer Tante fiel nicht leicht, aber sie versprachen, sich bald zu besuchen.
Da sie nicht viel Gep├Ąck hatten, konnten sie es vorne auf der Ablage stellen. Naomi nahm hinten Platz und los ging es.
In der Wohnung angekommen, staunte Naomi, denn noch nie hatte sie eine Badewanne gesehen und dann war da so ein langes Rohr, wenn man da unten drehte, kam oben das Wasser heraus, aus lauter kleinen L├Âchern. Der Vater nannte es Dusche. Sie probierte es gleich aus, herrlich.
Sie hatte ein eigenes Zimmer und da stand eine Schlafstelle auf F├╝ssen. Das war ihr aber zu unheimlich, von daher legte sie sich in einer Ecke. Der Vater lachte und meinte, sie solle ruhig im Bett schlafen, das t├Ąte er von jetzt an auch.

Als Naomi am n├Ąchsten Tag erwachte, war ihr Vater schon fort, sie hatte verschlafen.


Sie machte sich gleich daran, die Wohnung zu s├Ąubern.
Danach ging sie wieder an das Rohr, im sich zu waschen. Wie nannte der Vater es noch, ach ja, Dusche. Nun zog sie ihr neues Kleid an und wollte sich mal drau├čen umsehen.
Auf dem Tisch lag Geld, damit sie etwas zu Essen einkaufen konnte.
Mitten auf der Strasse fiel ihr ein, hier musste man die T├╝r abschlie├čen. Schnell lief sie zur├╝ck, nahm den Sch├╝ssel vom Haken und schloss ab und h├Ąngte sich den Schl├╝ssel um den Hals.
Neben dem Hafengeb├Ąude war ein Markt. Hier kaufte sie Melonen, Fladenbrot und andere Dinge, mit denen sie sich und ihrem Vater ein Essen bereiten konnte.
Endlich hatte sie alles zusammen, war mehrmals weg gewesen, hatte einen Obstsalat vorbereitet, weil sie nicht wu├čte, wo sie eine Feuerstelle machen konnte um das Essen zu kochen. Nun sa├č sie am Fenster um auf den Vater zu warten. Sie konnte genau auf das Meer sehen und wieder versank die Sonne darin.
Hm, dachte sie, also wohnt sie da doch. Was wohl eine Sonne in der Nacht macht und was sie wohl essen w├╝rde?
Endlich kam ihr Vater, der sehr m├╝de war und nachdem Essen sofort ins Bett legte.

Es war Samstag und Ihr Vater kam fr├╝her nach Hause. Heute kaufen wir einen Herd.
"Was ist das denn?" fragte Naomi.
"Das ist so wie eine Feuerstelle, nur stellt man da den Topf drauf. Man sieht kein Feuer, daf├╝r wird die Platte ganz hei├č." erkl├Ąrte der Vater l├Ąchelnd.
Sie liefen dann zu einem Gebrauchtwarenladen und Naomi kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Sie wollte alles wissen und der Vater erkl├Ąrte ihr es ganz genau.
Jetzt wu├čte sie auch, was ein K├╝hlschrank ist. So etwas hatten sie noch nie, da in ihrem Dorf ja kein Strom war. Dort standen nur Lehmh├╝tten, mit Strohd├Ącher. Manchmal sehnte sie sich dennoch da hin, oder war es einfach die Sehnsucht nach dem kleinen Silas? Sie schwieg aber, denn sie wollte ihren Vater damit nicht belasten.

Am Nachmittag wurde ihnen die Feuerstelle ohne Feuer gebracht, Vater nannte es ja Herd.
Es kam Naomi so vor, als w├╝rde da ein Geist drin sein, denn wenn man einen Knopf bewegt, wurde eine Stelle ganz hei├č. Und wenn man nicht aufpasst und den Knopf wieder rumstellt, dann bekommt die Ecke einen roten Fleck, der ganz gef├Ąhrlich aussieht!
Bald konnte sie aber auch damit umgehen, auch mit dem K├╝hlschrank, den sie besonders liebte, da dadrin alles so sch├Ân kalt war.

Heute hatte Naomi W├Ąschetag. Nachdem sie alles in der Badewanne gewaschen hatte, trat ihr Vater in dem Raum, sie hatte vor lauter Arbeit nicht an die Uhrzeit gedacht.
"Hallo meine Gro├če, ich gratuliere dir zum Geburtstag!"
"Geburtstag, heute?" antwortete ganz durcheinander Naomi. Da hatte sie den Tag doch v├Âllig vergessen.
"Ich habe auch ein Geschenk f├╝r dich, komm mal ins Wohnzimmer."
Naomi h├Ârte pl├Âtzlich viele Stimmen und erschrak, denn es war keiner zu sehen.
Huch, was ist das denn? Da stand ein Kasten, mit lauter Menschen drin.
"Das ist ein Fernseher. Immer, wenn du mal Lust hast, kannst du hier Filme sehen." erkl├Ąrte wieder der Vater und zeigte ihr, wie der funktionierte.
Etwas unheimlich war der schon, aber sie hatte ja auch gelernt, auf der Schlafst├Ątte, mit den vier F├╝ssen zu schlafen.
"Heute lade ich dich zum Essen ein, denn Geburtstage sollte man feiern." meinte der Vater und es wurde der sch├Ânste Geburtstag den sie je erlebt hatte.
Damit sie sich nicht mehr so mit der W├Ąsche plagen musste, kaufte der Vater eine W├Ąschesaubermachmaschine, die die W├Ąsche w├Ąscht.
Diese Maschine stellte ihr ein Mann auf und erkl├Ąrte, ihr auch, wie sie bedient wurde. Dar├╝ber wu├čte ihr Vater nicht Bescheid.
Naomi war auch nicht dumm und schnell lernte sie damit umzugehen.
Irgendwann sollte es auch ein Ding geben, wo man Nummern w├Ąhlt und dann kann man mit dem Vater sprechen, oder umgekehrt. Er nannte es Telefon.

So vergingen die n├Ąchsten Monate und Naomi lebte sich gut ein. Neben ihrer Hausarbeit, wollte sie nun unbedingt Lesen und Schreiben lernen, aber der Vater meinte, sie solle bald eine Schule besuchen, daf├╝r legte er schon Geld an die Seite.

Naomi hatte alles, was zu ihrer Arbeitserleichterung f├╝hrte, aber sie war sehr einsam.

Keine Freunde zu haben, ist sehr traurig und wie lange hatte sie ihren kleinen Bruder schon nicht mehr gesehen. Sie wurde immer trauriger und auch stiller.

Der Vater war zwar ein verst├Ąndnisvoller und Mann, aber leider hatte er vergessen, das seine Tochter erst sechs Jahre alt geworden war. Niemals brachte er ihr etwas zum Spielen mit und machte sich ├╝berhaupt keine Sorgen um sie. Dennoch fiel ihm auf, das sie ganz anders war als fr├╝her. Doch er schob es einfach auf das ├älter werden.

Auch heute stand Naomi wieder an der bekannten Kaimauer, nachdem sie auf dem Markt eingekauft hatte und schaute ├╝ber das gro├če Meer.
Die Sonne lachte noch hoch am Himmel, keine Wolke war zusehen, nur das tiefe Blau des Meeres und des Himmels.
Pl├Âtzlich erschrak sie, denn im Hafen wurde es immer lauter. Polizeisirenen, Schreie, Sch├╝sse!

Fortsetzung folgt!
__________________
Immer laecheln, dann wir auch mal zur├╝ckgelacht!

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na,

da bin ich aber gespannt auf die fortsetzung. lese ich vielleicht heute abend. bis dahin ganz liebe gr├╝├če
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Old Icke

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hallo,

weil mir die geschichte wirklich gut gef├Ąllt, bin ich mal mit m stift dr├╝bergegangen. habe alle ver├Ąnderungsvorschl├Ąge in klammern gesetzt:Naomi zieht in die Stadt

Naomi begleitete ihren Vater auf einem Tage langen Weg. Er wollte sich in der Stadt Arbeit suchen(. D)a ihre Mutter bei der Geburt ihres Bruders gestorben war, hing sie an ihrem Vater(kein Komma) wie eine Klette.
Ihr kleiner Bruder Silas wurde von ihrer Tante versorgt. F├╝r sie war kein Platz, denn die Tante hatte bereits 15 Kinder und reich war sie auch nicht.
F├╝r ihre 5 Jahre war Naomi ein sehr verst├Ąnd(iges) Kind, das schon f├╝r ihren Vater sorgen musste, so gut sie konnte. Sie hatte sogar schon auf einer Kaffeeplantage mitgeholfen und daf├╝r auch etwas Geld bekommen.
Jetzt wollte der Vater aber in der Stadt arbeiten(,) um dort mehr Geld zu verdienen, damit sie sich bald ein Haus kaufen und den kleinen Silas zu sich holen k├Ânn(t)en.
Onkel Osman wohnte am Rande der Stadt und (in seiner N├Ąhe) konnten sie vorerst wohnen.

Es war ein langer Weg, Naomis F├╝├če waren schon ganz blutig, als sie an der H├╝tte ihres Onkels ankamen. Schuhe hatte sie keine, denn die waren ziemlich teuer.
Vater meinte, f├╝r heute wollten sie erst einmal hier ├╝bernachten und am n├Ąchsten Morgen ganz fr├╝h aufbrechen.
Man wies ihnen einen Schlafplatz am hinteren Ende der H├╝tte, auf dem Boden zu. Naomi kauerte sich sofort auf eine(wenn sie sich auf einer Decke kauert, dann tut sie das fortw├Ąhrend.) Decke und schlief ersch├Âpft ein.
In der Fr├╝he weckte sie ihr Vater(. N)achdem sie etwas Maisbrei gegessen hatten, ging es los.
Bei dem Anblick der vielen H├Ąuser und Menschen(kein Komma) waren die Schmerzen an den F├╝ssen schnell vergessen. Erwartungsvoll und auch ein wenig ├Ąngstlich(kein Komma) klammerte sich Naomi an den Arm ihres Vaters. Der meinte, sie solle keine Angst haben, er sei ja da.
Dann kaufte er eine Zeitung und sie setzten sich auf eine(wenn sie sich auf einer Mauer setzen, tun sie das immer zu) Mauer. Naomis Vater konnte lesen, was hier bei den einfachen Leuten sehr selten war. Sp├Ąter wollte sie das auch lernen.
Nach dem sie sich etwas ausgeruht hatten, gingen sie weiter. Pl├Âtzlich blieb ihr Vater vor einem Plakat stehen, (worauf stand, dass)Arbeiter auf dem Hafengel├Ąnde gesucht wurden.
Zuversichtlich marschierten sie los(kann ersatzlos weg).
Endlich, nach einer Stunde(,) hatten sie ihn erreicht. Naomi sollte an einer Kaimauer auf ihren Vater warten. Falls er sofort anfangen konnte, (w├╝rde er ihr) ein paar M├╝nzen (geben), damit sie sich etwas zu Essen kaufen konnte. Sie wusste aber, es war das letzte Geld und Hunger hatte sie schon lange nicht mehr.

Wie lange Naomi da so gesessen hatte, konnte sie nicht mehr sagen. Die Sonne ging unter. So einen herrlichen Sonnenuntergang hatte sie noch nie gesehen. Blutrot versank (Sonne wiederholen, sonst versinkt Naomi) im Meer!
W├Ąhrend sie noch dar├╝ber nach dachte, ob sie im Meer wohnen w├╝rde, stand ihr Vater da und umarmte sie ├╝bergl├╝cklich. Er hatte die Arbeit bekommen und bei dem Lohn(kein Komma) h├Ątten sie es bald geschafft.
Auf dem R├╝ckweg kamen sie an einem Caf├ę vorbei und da der Vater nun t├Ąglich sein Geld bekommen sollte, hatte er wieder etwas. Sie setzten sich an eine(n! wenn sie sich an einem Tisch setzen, dann tun sie das immerzu) Tisch und der Vater bestellte Kuchen (). Naomi wusste nicht, wann sie zum letzten Mal Kuchen gegessen hatte und war ├╝bergl├╝cklich. Dann fiel ihr das Geld ein, das ihr Vater ihr heute Morgen gegeben hatte. Sie legte es dem Vater hin und dieser schaute sie entsetzt an. "Hast du denn nichts gegessen?" (-) "Nein, ich hatte keinen Hunger."(,) antwortete sie.
Kopfsch├╝ttelnd nahm er das Geld an sich. "Du bist wie deine Mutter, zuerst alle Anderen, dann kam sie dran. Das ist aber gar nicht gut, denn darum war sie bei der Geburt des kleinen Silas auch so schwach."(,) murmelte er und seine Augen f├╝llten sich mit Tr├Ąnen.
Naomi nahm seine Hand, auch ihr kamen die Erinnerungen an ihrer Mutter.

Von nun an blieb Naomi bei ihrem Onkel Osman und deren Frau(kein Komma) Omti, wenn ihr Vater zur Arbeit ging.
Tante Omti bekam bald ein Baby und bis dahin mussten sie eine eigene H├╝tte finden und Naomi im Haushalt helfen. Das kannte sie ja schon und sie machte ihre Sache sehr gut.
Eines Abend(s) h├Ârte sie ein seltsames Ger├Ąusch, das sich anh├Ârte, wie so kleine Autos auf zwei R├Ąder(n). Schnell lief sie hinaus. Was war das denn? Ihr Vater hatte so ein Ding mit zwei R├Ądern gekauft. Ziemlich alt, aber es fuhr, wenn man darauf sa├č und mit den F├╝ssen auf so zwei Dinger trat. Das ist ein Fahrrad, meinte ihr Vater und sie durfte auch einmal hinten aufsitzen.
Es war herrlich, wie schnell das Ding rollte.
F├╝r dich habe ich auch eine ├ťberraschung, l├Ąchelte der Vater und hielt ihr ein P├Ąckchen hin. Freudig nahm Naomi es an und packte es sofort aus.
Sandalen, so sch├Âne hatte sie noch nie gesehen und dazu ein wundersch├Ânes Kleid. Naomi war ├╝bergl├╝cklich und nahm ihren Vater in den Arm.
Ich habe doch gar (nicht) Geburtstag, meinte sie. Der Vater aber erkl├Ąrte, es sei heute ein besonders sch├Âner Tag. Er h├Ątte nun einen Arbeitsplatz im Hafenb├╝ro, wo er ab sofort fest angestellt worden sei. Und das (B)esondere daran sei nicht nur, das(s) er vielmehr Geld verdiente, sondern auch, das(s) er eine Wohnung in der N├Ąhe bekommen hatte.
Naomi konnte das Gl├╝ck kaum fassen. Sie packten sofort ihre Sachen zusammen, um noch heute einzuziehen. Sogar M├Âbel gab es da schon.
Der Abschied vom Onkel und ihrer Tante fiel nicht leicht, aber sie versprachen, sich bald zu besuchen.
Da sie nicht viel Gep├Ąck hatten, konnten sie es vorne auf (die) Ablage stellen. Naomi nahm hinten Platz und los ging es.
In der Wohnung angekommen, staunte Naomi, denn noch nie hatte sie eine Badewanne gesehen und dann war da so ein langes Rohr, wenn man da unten drehte, kam oben das Wasser heraus, aus lauter kleinen L├Âchern. Der Vater nannte es Dusche. Sie probierte es gleich aus, herrlich.
Sie hatte ein eigenes Zimmer und da stand eine Schlafstelle auf F├╝ssen. Das war ihr aber zu unheimlich, von daher legte sie sich in eine() Ecke. Der Vater lachte und meinte, sie solle ruhig im Bett schlafen, das t├Ąte er von jetzt an auch.

Als Naomi am n├Ąchsten Tag erwachte, war ihr Vater schon fort, sie hatte verschlafen.


Sie machte sich gleich daran, die Wohnung zu s├Ąubern.
Danach ging sie wieder an das Rohr, (u)m sich zu waschen. Wie nannte der Vater es noch, ach ja, Dusche. Nun zog sie ihr neues Kleid an und wollte sich mal drau├čen umsehen.
Auf dem Tisch lag Geld, damit sie etwas zu Essen einkaufen konnte.
Mitten auf der Strasse fiel ihr ein, hier musste man die T├╝r abschlie├čen. Schnell lief sie zur├╝ck, nahm den Sch(l)├╝ssel vom Haken(,) schloss ab und h├Ąngte sich den Schl├╝ssel um den Hals.
Neben dem Hafengeb├Ąude war ein Markt. Hier kaufte sie Melonen, Fladenbrot und andere Dinge, mit denen sie sich und ihrem Vater ein Essen bereiten konnte.
Endlich hatte sie alles zusammen, war mehrmals weg gewesen, hatte einen Obstsalat vorbereitet, weil sie nicht wu(ss)te, wo sie eine Feuerstelle machen konnte(,) um das Essen zu kochen. Nun sa├č sie am Fenster u(nd wartete) auf den Vater. Sie konnte ()auf das Meer sehen und wieder versank die Sonne darin.
Hm, dachte sie, also wohnt sie da doch. Was wohl eine Sonne in der Nacht macht und was sie wohl(isst)?
Endlich kam ihr Vater, der sehr m├╝de war und (sich) nach dem Essen sofort ins Bett legte.

Es war Samstag und (i)hr Vater kam fr├╝her nach Hause. „Heute kaufen wir einen Herd.(„sagte er.)
"Was ist das denn?"(,) fragte Naomi.
"Das ist so wie eine Feuerstelle, nur stellt man da den Topf drauf. Man sieht kein Feuer, daf├╝r wird die Platte ganz hei├č."(,) erkl├Ąrte der Vater l├Ąchelnd.
Sie liefen dann zu einem Gebrauchtwarenladen und Naomi kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Sie wollte alles wissen und der Vater erkl├Ąrte ihr es ganz genau.
Jetzt wu(ss)te sie auch, was ein K├╝hlschrank ist. So etwas hatten sie noch nie, da in ihrem Dorf ja kein Strom war. Dort standen nur Lehmh├╝tten(kein Komma) mit Strohd├Ącher(n). Manchmal sehnte sie sich dennoch da hin, oder war es einfach die Sehnsucht nach dem kleinen Silas? Sie schwieg aber, denn sie wollte ihren Vater damit nicht belasten.

Am Nachmittag wurde ihnen die Feuerstelle ohne Feuer gebracht, Vater nannte es ja Herd.
Es kam Naomi so vor, als w├╝rde da ein Geist drin sein, denn wenn man einen Knopf bewegt(e), wurde eine Stelle ganz hei├č. Und wenn man nicht aufpasst(e) und den Knopf wieder rumstellt(e), dann bek(a)m die Ecke einen roten Fleck, der ganz gef├Ąhrlich auss(a)h!
Bald konnte sie aber auch damit umgehen, auch mit dem K├╝hlschrank, den sie besonders liebte, da dadrin alles so sch├Ân kalt war.

Heute hatte Naomi W├Ąschetag. Nachdem sie alles in der Badewanne gewaschen hatte, trat ihr Vater in de(n) Raum, sie hatte vor lauter Arbeit nicht an die Uhrzeit gedacht.
"Hallo(,) meine Gro├če, ich gratuliere dir zum Geburtstag!"
"Geburtstag, heute?"(,) antwortete ganz durcheinander Naomi. Da hatte sie den Tag doch v├Âllig vergessen.
"Ich habe auch ein Geschenk f├╝r dich, komm mal ins Wohnzimmer."
Naomi h├Ârte pl├Âtzlich viele Stimmen und erschrak, denn es war keiner zu sehen.
Huch, was ist das denn? Da stand ein Kasten, mit lauter Menschen drin.
"Das ist ein Fernseher. Immer, wenn du mal Lust hast, kannst du hier Filme sehen."(,) erkl├Ąrte wieder der Vater und zeigte ihr, wie der (Apparat)funktionierte.
Etwas unheimlich war der schon, aber sie hatte ja auch gelernt, auf der Schlafst├Ątte(kein Komma) mit den vier F├╝ssen zu schlafen.
"Heute lade ich dich zum Essen ein, denn Geburtstage sollte man feiern."(,) meinte der Vater und es wurde der sch├Ânste Geburtstag(,)den sie je erlebt hatte.
Damit sie sich nicht mehr so mit der W├Ąsche plagen musste, kaufte der Vater eine W├Ąschesaubermachmaschine, die die W├Ąsche w├Ąscht.
Diese Maschine stellte ihr ein Mann auf und erkl├Ąrte, ihr auch, wie sie bedient wurde. Dar├╝ber wu(ss)te ihr Vater nicht Bescheid.
Naomi war auch nicht dumm und schnell lernte sie damit umzugehen.
Irgendwann sollte es auch ein Ding geben, wo man Nummern w├Ąhlt und dann kann man mit dem Vater sprechen, oder umgekehrt. Er nannte es Telefon.

So vergingen die n├Ąchsten Monate und Naomi lebte sich gut ein. Neben ihrer Hausarbeit(kein Komma) wollte sie nun unbedingt Lesen und Schreiben lernen, aber der Vater meinte, sie solle bald eine Schule besuchen, daf├╝r legte er schon Geld an die Seite.

Naomi hatte alles, was zu ihrer Arbeitserleichterung f├╝hrte, aber sie war sehr einsam.

Keine Freunde zu haben, ist sehr traurig und wie lange hatte sie ihren kleinen Bruder schon nicht mehr gesehen. Sie wurde immer trauriger und auch stiller.

Der Vater war zwar ein verst├Ąndnisvoller ()Mann, aber leider hatte er vergessen, das(s) seine Tochter erst sechs Jahre alt geworden war. Niemals brachte er ihr etwas zum Spielen mit und machte sich ├╝berhaupt keine Sorgen um sie. Dennoch fiel ihm auf, das(s) sie ganz anders war als fr├╝her. Doch er schob es einfach auf das ├älterwerden.

Auch heute stand Naomi wieder an der bekannten Kaimauer, nachdem sie auf dem Markt eingekauft hatte und schaute ├╝ber das gro├če Meer.
Die Sonne lachte noch hoch am Himmel, keine Wolke war zu ()sehen, nur das tiefe Blau des Meeres und des Himmels.
Pl├Âtzlich erschrak sie, denn im Hafen wurde es immer lauter. Polizeisirenen, Schreie, Sch├╝sse!



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