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Leselupe.de > Gereimtes
Naturgewalt
Eingestellt am 05. 01. 2005 15:23


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Stoffel
gesperrt
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Naturgewalt

Gefräßig
all das Leben mitgenommen,
den Tod an Land gesp√ľlt.
Still ruht die See,
so als könne sie
kein W√§sserchen tr√ľben.
Und ohnmächtig
stehen an den Ufern
Verzweiflung, Not und Trauer -
mit Faust im Herzen.

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sannasohn
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2001

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Faust?

Das letzte Bild macht irgendwie das ganze Gedicht kaputt welches doch sehr schon ist.
Vorschlag:
Mit zur Faust geballten Herzen
__________________
Eines Tages wird man bereuen...Sannasohn

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Klopfstock
Guest
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Naturgewalt

Gefräßig
all das Leben mitgenommen,
den Tod an Land gesp√ľlt.
Still ruht die See,
so als könne sie
kein W√§sserchen tr√ľben.
Und ohnmächtig
stehen an den Ufern
Verzweiflung, Not und Trauer -
mit Faust im Herzen.


Ich habe mir nun dieses Gedicht, als Gedicht und nicht
als die Ankn√ľpfung an das Geschehen ganz in Ruhe einmal
angesehen. Ja, es gefällt mir - als Gedicht.
Schon der Titel - diese Trennung NaturGewalt.
Der Begriff Natur, wie wir es in Harmlosigkeit kennen angekn√ľpft an ihr wahres Gesicht, an die Gewalt.
Die ersten drei Zeilen - die Natur ist gefräßig, sie tötet
√ľberall - fressen und gefressen werden steht an der Tagesordnung. "Den Tod an Land gesp√ľlt" - nach dem sie
gefressen hat, spuckt sie die Knochen aus.
Gut eingefangen all das in diesen drei Zeilen.

Still ruht die See,
so als könne sie
kein W√§sserchen tr√ľben.


Diese drei Zeilen zeigen uns, wie wir uns oft in der
Natur täuschen, wie sie uns narrt, ganz plötzlich,
nach einem Freßanfall. Diese Zeilen sind irgendwie Klischee
und passen zu unser oft gängigen und harmlosen Vorstellung
von der Natur.

Und dann die letzen Zeilen mit der Aussage, daß wir
nicht viel gegen das Vorgehen dieser Natur machen können -
wir können nicht einmal richtig die Faust gegen sie
erheben, also bleibt uns nur die "Faust im Herzen" -
die Wut in uns ist es, die uns vergönnt bleibt.

Ja, ich finde dieses Gedicht wirklich gelungen.
Kurz und knapp sagt es eine Menge aus.

Liebe Gr√ľ√üe
Klopfstock

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

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guten Morgen,

danke f√ľr die Auseinandersetzung mit meinem Text. Dir besonders Dank, Irene, Du hast es mal wieder sehr gut interpretiert und beschrieben.

liebe S., Deine Zeile gefällt mir nun wieder nicht und ich finde sie leider auch nicht passend zum Rest. Sorry.

Der Titel und die letzte Zeile sollen auch prägnant sein.Ich möchte es so stehen lassen.

Finde ich sehr gut Irene, dass Du ihn mit Abstand gelesen hast. Denn es gab solch Kathastrophen schon. Nicht in diesem Ausmaß, aber selbst 100 Menschen sind 100 zu viel die starben. In dem Gedicht steht keine Zahl. Es könnte sich auch um "nur" einen einzigen Menschen drehen, der tragisch im Wasser zu Tode kam.

lG
Sanne

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mye
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2003

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hi

im ersten moment hab ich gedacht... ne, bitte nicht schon wieder, schon genug gehört... dann ist mir aber aufgefallen, dass das gar nicht stimmt, zumindest nciht hier. wahrscheinlich habe ich mir sofort all die zeitungsartikel und bilder in erinnerung gerufen und war so der meinung, dass schon fast, ganz vorsichtig gesagt, zu viel gesagt wurde.

als ich dein gedicht dann zum zweiten mal gelesen habe, hat sich mir doch der gedanke aufgedr√§ngt, dass du eine gute, direkte und treffende art gefunden hast, noch einmal in k√ľrze darzustellen, was wir alle -abgesehen von den menschen, die schon wieder am strand lagen und sich eingeredet haben, dass es dem tourismus doch gut gehen m√ľsse, damit das land wieder zu geld kommen w√ľrde- denken, empfinden.

das ist die erste ansicht, die sich einem nat√ľrlich aufdr√§ngt, denke ich. ansonsten kann man dein gedicht sicher, wie klopfstock das getan hat, unabh√§ngig der ereignisse betrachten -auch wenn man automatisch assoziiert-und auch dann muss ich sagen: sch√∂nes gedicht, das ein wichtiges thema kurz aber pr√§gnant und in guten ideen schildert. und der schluss... tja, der gef√§llt mir pers√∂nlcih am besten, die letzte zeile. auch das bild mit der faust.

liebe gr√ľ√üe

mye
__________________
man findet keine freunde mit sala-at, man findet keine freunde mit sala-at... (die simpsons)

www.moviereporter.net

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Jan Veluh
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2005

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Ich finde das Gedicht klasse. es hat inhalt, Botschaft und Gef√ľhl. (bittet mich nicht zu erkl√§ren, warum ich ausgerechtnet diese begriffe gew√§lt habe.)

Allerdings habe ich mich mal mit dem Gedicht auseinandergestzt.

Ich bin recht versessen auf eine gewisse Rythmik in Gedichten. Mag vieleicht daran liegen, das ich Schalgzeug spiele, also habe ich versucht eine sehr rythmus orientierte Version zu schreiben und gleichzeitig möglichst wenig von deiner Wortwahl zu ändern.

Ich hoffe du nimmst mir das nicht √ľbel, denn es ist keine Verbesserungvorschlag, sondern eine Art stark ver√§ndertes Cover. als w√ľrde ich eine Ska-Version von Sweet Home Alabama machen (der song bezieht sich nicht auf das gedicht und ich habe ihn nur deswegen erw√§hnt, komme weil ich das schonmal gemacht habe. Sorry)

Gefräßig
all das Leben mitgenommen,
der Tod ist nun an Land gesp√ľlt.
Still und eben ruht die See,
als wenn kein wasser sie tr√ľben k√∂nnt
Und ohnmächtig an den Ufern
Steht zweifel, Not und Trauer nur
mit Faust im Herzen.

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